Großbrand im Mehrfamilienhaus

Mieter: „Alles gut – Ich lebe noch“

+
Aufgeschreckt am Morgen durch den Feuerausbruch im Obergeschoss: Mieter Moreno Pagliuch.

Twistringen - Von Theo Wilke. Ein Feuer im Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses in der Twistringer Innenstadt hat am Freitagmorgen die Anwohner aufgeschreckt und einen Großeinsatz aller Ortsfeuerwehren zwischen der Bahnhofs- und der Annenstraße ausgelöst. Eine Bewohnerin erlitt eine Rauchgasvergiftung. Die Polizei geht davon aus, dass das Feuer in der Küche ausgebrochen ist. Der Gesamtschaden soll nach ersten Schätzungen bei mindestens 200.000 Euro liegen.

Der Schreck sitzt dem gebürtigen Italiener Moreno Pagliuch noch Stunden später in den Knochen. In der darunter liegenden Erdgeschosswohnung am Hinterhof wollte er sich kurz nach 7 Uhr seinen Espresso gönnen, als eine Nachbarin ihn anrief. „Es brennt.“ Er stürzte nach draußen. Aus dem Haus drang dichter Qualm. Sofort wählte Pagliuch den Notruf.

Vor seiner Wohnungstür liegen noch herabgestürzte Dachpfannen. Im Dach selbst klafft ein großes Loch. Eine Bekannte mit ihrem Hund ruft von der Annenstraße herüber: „Alles gut?“ – Der einstige Betreiber des Eiscafés im selben Haus an der Bahnhofstraße: „Alles gut – Ich lebe noch!“ Nachbarn haben dafür gesorgt, dass sich alle Hausbewohner noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr- und Rettungskräfte in Sicherheit bringen konnten. Die Bewohner hatten Glück im Unglück.

Wirklich alles gut? – Nein. Moreno Pagliuch weiß noch nicht, wie es weitergeht. In seiner Wohnung kann er wohl nicht bleiben. Die Räume stehen zumeist unter (Lösch-) Wasser.

Wasserkocher könnte Feuer ausgelöst haben

Bei dem Brand ist nach Angaben von Polizeisprecher Andreas Gissing von der Inspektion Diepholz die 47-jährige Bewohnerin des Dachgeschosses leicht verletzt worden. Die Frau hatte noch versucht, das Feuer zu löschen. Sie musste aber von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Sie wurde von einem Rettungswagen-Team zur Bassumer Klinik gefahren.

Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt. „Wahrscheinlich ist das Feuer in der Küche ausgebrochen. Nicht auszuschließen ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt, dass ein Wasserkocher die Ursache war. Vielleicht ein technischer Defekt“, so Polizeisprecher Gissing. Die Ermittlungen dauern noch an.

Alle Twistringer Ortsfeuerwehren waren am Morgen von Stadtbrandmeister Heinrich Meyer-Hanschen angefordert worden und dann mit 60 Einsatzkräften und zwölf Fahrzeugen zur Annenstraße ausgerückt, um den Brand vom Hinterhof aus zu bekämpfen. Neben der Polizei waren auch zwei Rettungswagenbesatzungen vor Ort.

„Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, war die Oberwohnung sehr stark verqualmt“, schildert Feuerwehrsprecher Jens Meyer. Flammen schossen aus dem Dunstabzugsrohr nach draußen. Eine Brandschutzmauer sowie der professionelle Einsatz der Ortsfeuerwehren hätten ein Übergreifen der Flammen auf den vorderen Teil des Wohn- und Geschäftshauses an der Bahnhofstraße verhindert.

„Wir standen kurz vor einer Rauchgas-Durchzündung, die zur Explosion geführt hätte“, so Meyer. Unter Atemschutz sei das bedrohliche Gemisch aus Rauch, Hitze und Sauerstoff mit Wasser gekühlt worden. Insgesamt 18 Atemschutzgeräteträger kämpften sich vor und brachten das Feuer unter Kontrolle. Der Einsatz endete nach gut zweieinhalb Stunden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Prognose: Japans Regierungspartei mit klarem Sieg

Prognose: Japans Regierungspartei mit klarem Sieg

ADAC-Herbstrallye in Visselhövede

ADAC-Herbstrallye in Visselhövede

Bezirksschützenball in Varrel 

Bezirksschützenball in Varrel 

Nachtflohmarkt in Fintel 

Nachtflohmarkt in Fintel 

Meistgelesene Artikel

„goraSon“ brennt ein Feuerwerk der osteuropäischen Musikkunst ab

„goraSon“ brennt ein Feuerwerk der osteuropäischen Musikkunst ab

Premiere bei der „Barnstorfer Speeldeel“: Volles Haus und viel Vergnügen

Premiere bei der „Barnstorfer Speeldeel“: Volles Haus und viel Vergnügen

Drittes Forum für das Ehrenamt in Stuhr

Drittes Forum für das Ehrenamt in Stuhr

Förderschule Freistatt: Bald mit Außenstelle in Sudweyhe

Förderschule Freistatt: Bald mit Außenstelle in Sudweyhe

Kommentare