Elf Gesellschafterinnen in Bassum und Twistringen helfen Demenzkranken

„Für mich geht jedes Mal die Sonne auf“

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Stephanie Kröger (unten r.), Ursel Born (oben r.) und Twistringens Erste Stadträtin Birgit Klingbeil (oben 2.v.r.) freuen sich über die bisherigen Gesellschafterinnen. Sie suchen aber noch mehr Helfer – und die, die Gesellschaft brauchen.

Bassum/Twistringen - Von Sabine Nölker. In einer immer älter werdenden Gesellschaft nehmen auch Krankheiten wie Demenz oder Alzheimer zu. Ebenso sind durch den demografischen Wandel immer mehr alte Menschen auf sich allein gestellt. Eine Möglichkeit, der Vereinsamung entgegen zu wirken oder auch die Verwandten von Demenz- und Alzheimerkranken zu entlasten, sind ehrenamtliche Gesellschafter. Elf dieser Ehrenamtlichen sind nun in Bassum und Twistringen im Einsatz – und gehen in dieser Tätigkeit voll auf.

Alle Gesellschafterinnen haben an einem Kurs der Volkshochschule teilgenommen. Elf Unterrichtstage mit insgesamt 51 Unterrichtsstunden und 15 Stunden Hospitation in einer Einrichtung für demenzerkrankte Menschen liegen hinter den Frauen. Nun sind sie bereit, sich fachkundig um ihre „Schützlinge“ zu kümmern.

„Wir haben bereits einige Anfragen, aber die Twistringer sind erfahrungsgemäß etwas zurückhaltend“, sagt die Senioren- und Demografiebeauftragte der Stadt Twistringen, Stephanie Kröger. Gemeinsam mit Ursel Born, Leiterin der Senioren-Beratungsstelle Bassum, baut sie ein Netzwerk auf und sucht weitere Ehrenamtliche wie auch zu betreuende Personen.

„Schön wäre es, wenn die Gesellschafterin einmal die Woche für ein paar Stunden in die Familie kommt“, sagt Born. Damit sich eine Regelmäßigkeit einspielt. In der Betreuungszeit wird gespielt und geklönt, man geht spazieren oder einkaufen, schaut sich auch mal alte Fotoalben an, singt gemeinsam oder liest vor. „Die Chemie zwischen der zu betreuenden Person und der Gesellschafterin muss stimmen“, sagt Kröger.

Deshalb sei es wichtig, etwas über die Biografie der oder des Erkrankten im Vorfeld zu erfahren. Es sei für alle eine wertvolle und schöne Zeit. Die Angehörigen wissen ihr Familienmitglied in guter Obhut, können sich Zeit für sich nehmen, und auch der Erkrankte freut ich über die Abwechslung.

„Ich freue mich immer, wenn ich zu meiner älteren Dame komme“, erzählt Birgit Galfe, eine Gesellschafterin. „Ich bekomme so viel zurück, für mich geht jedes Mal die Sonne auf.“ Für die elf aktiven Gesellschafterinnen steht fest, dass sie die Zeit mit ihren „Schützlingen“ genießen und nicht missen möchten.

Aber eine Gesellschafterin ist nicht nur für Demenzkranke von Vorteil. „Immer mehr ältere Menschen leben alleine, Verwandte sind weit weg oder haben wenig Zeit“, sagt Kröger. Auch in diesen Fällen besteht die Möglichkeit, dass eine Gesellschafterin vorbeikommt.

Es gibt in vielen Fällen sogar Zuschüsse für die Betreuung. Für derlei Fragen oder auch, um eine Gesellschafterin zu vermitteln, sind die Koordinatorinnen unter 04243/413145 (Stephanie Kröger, Twistringen) oder 04241/8209554 (Ursel Born, Bassum).

Wer bereits einen Gesellschafterkurs abgelegt hat und aktiv werden möchte oder wer im Herbst bei einem neuen Kurs mitmachen möchte, kann sich ebenfalls melden.

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