Agenda-Gruppe Stadtentwicklung hat mehr als 2700 städtische Bäume erfasst

Für den Generationenvertrag

In den vergangenen Jahren haben (v.l.) Ludger Hörmann, Reimund Funke, Manfred Diephaus, Ulrike Ehlers und Rudolf Rickers fleißig die Twistringer Bäume gezählt und erfasst. - Foto: Jaursch

Twistringen - Von Frank Jaursch. Es ist eine ganz muntere Truppe, die sich zum Pressegespräch über die Baumerfassung eingefunden hat. Es wird gescherzt und schon mal ein bisschen gefrotzelt zwischen den Mitgliedern der Agendagruppe Stadtentwicklung und Landschaftspflege. Doch am Ende, als es unter den alten Linden zum Fototermin kommt, wird Manfred Diephaus ernst. „Was wir hier machen, ist ein Generationenvertrag“, sagt der Twistringer. Diephaus und seine Mitstreiter kümmern sich um die Twistringer Bäume – seit Jahren mit großem Engagement.

Als vor 17 Jahren der erste Artikel über die neu gegründete Agendagruppe in der Kreiszeitung erschien, lautete der Titel „Agenda will Grünflächen erfassen“. „Das machen wir eigentlich bis heute“, schmunzelt Ulrike Ehlers, Twistringens Agenda-Beauftragte. 450 Bäume hat die Gruppe bislang gepflanzt. Nicht nur damit hat sie das Stadtbild nachhaltig geprägt – auch die Innenstadtbegrünung trägt die Agenda-Handschrift. „Wir wollen Twistringen ein Stück lebenswerter machen“, sagt Rudolf Rickers. Auch und vor allem für kommende Generationen.

Seit mehreren Jahren begleitet die 15 bis 20 Teilnehmer der Gemeinschaft nun schon ein großes Thema: die Erfassung des öffentlichen Baumbestands. Wo gibt es eigentlich Bäume in Twistringen, wie viele und welche? Um diese Fragen irgendwann beantworten zu können, machen sich regelmäßig die Agenda-Trupps auf den Weg. Mit dabei: ein Baumerfassungs-Zettel, auf dem sie jeden öffentlichen Baum notieren – mit Baumart, geschätztem Alter, Zustand und allerlei weiteren Bemerkungen.

Das Stadtgebiet ist bereits erfasst – mit interessanten Erkenntnissen. So weisen gut 42 Prozent der 132 städtischen Straßen keinen Baumbestand auf. Insgesamt wurden 1189 Bäume gezählt – 914 an den Straßen und 275 auf Grünflächen.

Der zweite Schritt war die Ausweitung auf die Twistringer Ortschaften: In Abbenhausen, Marhorst, Mörsen, Scharrendorf und Stelle fanden die Zähler weitere 1541 Bäume. Fortsetzung folgt – in den übrigen Ortsteilen.

Per Hand hat Ehlers die Bäume in die städtischen Karten eingegeben. Mit einer großen Vision: Wenn die Stadt-EDV es irgendwann technisch möglich macht, soll ein echtes städtisches Baum-Kataster entstehen. „Dann sind die Daten schon da“, sagt Ehlers.

Die Arbeit könnte also eines Tages von großem Wert sein. Fühlen sich die Agenda-Mitglieder wertgeschätzt? „Vom Rathaus durchaus“, sagt Diephaus. „Bei der Politik sieht das anders aus.“ Funke nickt und ergänzt: „Die freuen sich, dass wir die Arbeit machen, aber sonst? Kümmern sie sich nicht darum.“

Doch die Baumzähler machen es nicht für Anerkennung, sondern aus Idealismus, für den Generationenvertrag – und vielleicht ein bisschen, um im Familienkreis mit neu erworbenem Wissen zu glänzen. Längst sind sie zu Experten geworden, wenn es darum geht, am Blatt einen Baum zu erkennen. Funke lacht: „Da konnte Opa nachher seiner Enkeltochter richtig was erzählen.“

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