Gemeinschaft und Gleichstellung 

100 Jahre katholische Frauengemeinschaft Marhorst

Der aktuelle Vorstandskreis: Daniela Masurenko (v.l.), Rosi Beuke, Angelika Brunkhorst, Regina Brinkmann-Mock und Sabine Heuermann. Archivbild: Ilka Rickers
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Der aktuelle Vorstandskreis: Daniela Masurenko (v.l.), Rosi Beuke, Angelika Brunkhorst, Regina Brinkmann-Mock und Sabine Heuermann. Archivbild: Ilka Rickers

Die katholische Frauengemeinschaft Marhorst besteht seit 100 Jahren. Das sind doch die, die Kuchen für das Pfarrfest backen, oder? Ja. Aber dahinter steckt noch viel mehr.

Marhorst - Die Geschichte der Marhorster Frauengemeinschaft nahm am 2. Oktober 1921 ihren Lauf. Es war ein Sonntag. Nach der Andacht um 15 Uhr versammelte sich erstmals der örtliche Christliche Mütterverein, so hieß das damals noch. Offiziell „errichtet“ wurde der Verein laut der Marhorster Chronik dann ein paar Wochen später am 22. November. Am 6. Dezember 1921 folgte der Anschluss an die Erzbruderschaft Christlicher Mütter in Regensburg. Die war damals Mittelpunkt aller Müttervereine im deutschen Sprachgebiet.

Aus den Müttervereinen wurde mit der Zeit die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (kfd). Mit ihren aktuell rund 450 000 Mitgliedern ist sie der größte katholische Frauenverband Deutschlands. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Seit vielen Jahren macht sie sich für Gleichberechtigung stark. Außerdem fordert sie zu entschlossenem Handeln auf, um den Klimawandel zu begrenzen. Das Ziel dabei: nachhaltige und gerechte Lebens- und Arbeitsbedingungen. Weltweit.

Der Ortsverband in Marhorst zählt momentan 76 Mitglieder. Anfangs konnten nur Mütter eintreten, ab 1893 auch Witwen und kinderlose Ehefrauen. Heute sind alle Frauen willkommen, egal ob Mutter oder nicht, ob verheiratet oder ledig.  Das wird im Gespräch mit dem Marhorster Vorstandskreis schnell klar. Der besteht aktuell aus Sabine Heuermann, Daniela Masurenko, Rosi Beuke, Angelika Brunkhorst und Regina Brinkmann-Mock. Sie sind zugleich die jüngsten Mitglieder der katholischen Frauengemeinschaft in Marhorst.

„Ganz zu Anfang ging es in dem Mütterverein vor allem darum, wie man Kinder christlich erzieht und um das gemeinsame Beten für die Familie“, berichtet Heuermann. „Das gesellige Beisammensein war damals aber auch schon Thema“, schlägt sie den Bogen zur heutigen Zeit.

Der Weltgebetstag ist ein wichtiger Termin im Kalender der Katholischen Frauengemeinschaft. Hier unter dem Leitspruch: „Unter Gottes Zelt vereint“.

Die kfd in Marhorst tritt unter anderem beim Weltgebetstag in Erscheinung. Sie organisiert zudem Andachten, Ausflüge, Frühstückstreffen oder den Frauenkarneval – wobei Corona in letzter Zeit natürlich vieles durcheinandergewirbelt hat.

Auch abseits solcher Termine kommt die Geselligkeit nicht zu kurz. Seit 1982 besuchen Frauen des Führungskreises die älteren Mitglieder der Gemeinde bei Alters- oder Ehejubiläen. „Die haben immer viel zu erzählen, man kann viel von ihnen lernen“, findet Heuermann.

Zu ihrem 75-jährigen Bestehen pflanzte die kfd einen Baum beim Kindergarten ...
... und er ist gut gewachsen. Heute ist er der Lieblingsbaum der Kinder.

Zeit füreinander haben. Zuhören. Unterstützen. Das ist es, was die Frauengemeinschaft laut Rosi Beuke ausmacht. Die Mitgliedsbeiträge sammelt der Vorstandskreis immer noch per Hand ein, um Gelegenheit zu schaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen. „Das wird ganz bewusst nicht abgebucht“, erzählt Rosi Beuke.

Der 9. Dezember dieses Jahres sollte eigentlich auch im Zeichen der Geselligkeit stehen. Die kfd Marhorst wollte ihr 100-Jähriges feiern. Geplant waren ein Impuls in der Kirche, ein anschließender Empfang in der Turmstube, ein Imbiss und ein paar Überraschungen. Angesichts der Coronasituation hat sich der Vorstandskreis aber schweren Herzens entschieden, alles abzusagen. „Wir werden die Feier nachholen, wenn es die Coronalage erlaubt“, kündigt Daniela Masurenko an.

Von Katharina Schmidt

Schunkeln, tanzen, lachen: Der Frauenkarneval in Marhost darf nicht fehlen, wenn man über die Aktivitäten der Katholischen Frauengemeinschaft berichtet.

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