Gelungener Auftakt: „Berufsweltorientierung“ für Realschüler in Twistringen

Von der Sanitär-Rohrkamera zum Ei-Förderbandantrieb

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Kai Ebenthal (r.), Auszubildender im dritten Jahr bei der Firma Bellersen, erklärt Tede, Theo und Elias (v.l.) im Schulzentrum die Rohrkamera.

Twistringen - Von Theo Wilke. Mit einer Spezialkamera untersucht Tede Beckmann (14) das graue Sanitärrohr, der gleichaltrige Elias Schiller und der 13-jährige Theo Beuke schauen genau hin. Handwerksmeister Christian Theile und Kai Ebenthal, Auszubildender im dritten Jahr bei Bellersen (Heizung und Sanitär), erklären den Achtklässlern der Twistringer Realschule ihre Arbeit.

Fast 60 Schüler nutzen am Montagvormittag in der Aula des Twistringer Schulzentrums die erstmalige Aktion „Wissen, was gespielt wird! – Praktische Berufsweltorientierung“ – organisiert und finanziert durch die Koordinierungsstelle Berufsorientierung des Niedersächsischen Kultusministeriums in Hannover und der Arbeitsagentur, umgesetzt vor Ort mit Hilfe des Bildungswerkes der Niedersächsischen Wirtschaft.

16 Unternehmen aus Twistringen und umzu sowie Gruppen und Einrichtungen haben ihre Teilnahme zugesagt. „Vorausgesetzt wird dabei, dass die Betriebe bei der Vorstellung ihrer Ausbildungsberufe den Schülern eine praktische Aufgabe stellen und auch Auszubildende selbst dabei sind“, sagt Michael Kahlstorff vom Bildungswerk (BNW). Ihn freut die Resonanz aus den örtlichen Unternehmen. „Arbeit kann Leidenschaft sein und Spaß machen, wenn man den richtigen Beruf für sich und seine Talente gefunden hat. Dies wollen wir Schülerinnen und Schülern vermitteln“, heißt es im Bildungswerk. Und sie sollen ihren Horizont erweitern.

Bei der sogenannten Berufsmesse an der Feldstraße wechseln die 13- und 14-Jährigen jeweils nach 20 Minuten von Station zu Station, acht sind es insgesamt. Zum Schluss dürfen sie sich ihre Wunschstation aussuchen, um weitere Fragen zu stellen. „Gruppenweise bekommen die Schüler so einen guten Branchenmix geboten“, unterstreicht Kahlstorff.

„Praktische Berufsweltorientierung“ in Twistringen

„Dass diese Jugendlichen schon so interessiert sind, haben wir gar nicht erwartet,“ meint Handwerksmeister Theile. Die Firma Bellersen habe 25 Beschäftigte und vier Auszubildende. Ab 2016 würden noch zwei oder drei neue Azubis gesucht.

Positiv äußert sich auch Timo Helmerking von der Maschinenfabrik Lubing aus Barnstorf,

weltweit bei Ei-Fördersystemen führende. Das Unternehmen beschäftige mehr als 200 Menschen, darunter 17 Azubis, sagt der Ausbilder und Meister im Sondermaschinenbau. Tim-Marvin Meyer aus Twistringen, im dritten Lehrjahr zum Industriemechaniker bei Lubing, lässt gerade einige Realschülerinnen ein Antriebsteil eines Förderbandes zusammenbauen. „Wir haben inzwischen schon einen hohen Frauenanteil bei uns“, meint Timo Helmerking.

In der Schulaula informieren auch die Bundeswehr, die Alexianer-Kliniken und der Landkreis Diepholz. Weitere Stationen haben örtliche Banken sowie weitere Betriebe aus Handwerk und Industrie besetzt, etwa Elektro Siemers, MST Maschinenbau, Elektro Funke und Gemüse Meyer.

Schulsozialpädagogin Andrea Chwialkowski und mehrere Lehrkräfte haben die Realschüler im Unterricht auf diesen Vormittag vorbereitet. Im zweiten Schritt gehe es darum, die Achtklässler im kommenden Jahr in Berufspraktika zu vermitteln, erläutert Chwialkowski. Die Achtklässler stünden erst am Anfang. Sie seien noch gar nicht in irgendeine Richtung festgelegt.

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