Gefährliche Mischung

Gefahrgut-Einsatz mit glimpflichem Ausgang in Neuenmarhorst

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Im Fünf-Minuten-Takt überprüften Einsatzkräfte unter schwerem Atemschutz, ob die Situation unter Kontrolle war.

Neuenmarhorst - Von Marc Lentvogt. Es hätte ein Routineeinsatz für ein Entsorgungsunternehmen sein sollen: Altöl aus einer Biogasanlage abpumpen. Stattdessen wurde es zu einem langwierigen Einsatz der Feuerwehr.

Um 9.56 Uhr erhielt die Einsatzzentrale die Alarmierung: Schwefelsäure und Altöl sind im Inneren eines Tankwagens vermischt worden. Der Fahrer der Lasters hatte zudem Wasser auf die Mischung gekippt, um seinen Fehler zu beheben. Infolgedessen entwickelten sich zwar Nebel und Wärme, doch kam es nicht zu einer explosiven Reaktion. Der Mann alarmierte die Feuerwehr.

Unter Einsatzleitung von Heinrich Meyer-Hanschen sicherten noch gegen 12 Uhr, als „Wasser aus“ gemeldet wurde, rund 30 Einsatzkräfte der Feuerwehren Twistringen, Heiligenloh und Borwede die Weltec-Biopower-Anlage.

Im Fünf-Minuten-Takt näherten sich je zwei Feuerwehrmänner unter schwerem Atemschutz dem Tankwagen. Mittels einer Wärmekamera kontrollierten sie die Lage. Zu Einsatzbeginn kletterten sie auf den Wagen und öffneten den Domdeckel.

Bei einer nachgewiesenen Temperatur von mehr als 60 Grad Celsius hätten sie eingreifen müssen, denn dann hätte die chemische Reaktion wieder auflodern können. Doch mittels einer aus dem Marhorster Ort gelegten Wasserversorgung wurde der Tankwagen aus sicherer Entfernung mit einem Wasserwerfer gekühlt. „Es war eine kleine Ursache mit großer Wirkung“, erklärt Kreisfeuerwehr-Pressesprecher Axel Hofmeister.

Gefahrguteinsatz in Neuenmarhorst

Gefahrguteinsatz in Neuenmarhorst

Die Situation war schließlich schnell unter Kontrolle, so dass der vierte Zug der ersten Kreisfeuerwehrbereitschaft – Spezialgebiet Gefahrgut – noch während der Anreise umkehren konnte.

Da Haut und Atemwege unter den Chemikalien leiden können, zog die Einsatzleitung Ingo Arnold aus Bremen als Fachberater für Gefahrgut, Dr. Andreas Kallies als medizinischen Fachberater der Kreisfeuerwehr sowie Axel Vetter, den ärztlichen Leiter des Bereitschaftsdienstes, zum Einsatz hinzu. Der Rettungsdienst begleitete den Einsatz, um den Feuerwehrleuten im Notfall zur Hilfe eilen zu können. Der Fahrer des Tankwagens selbst geriet nicht in Gefahr.

Das weitläufige Gelände entschärfte die Situation zusätzlich: die Weltec-Anlage war so weit vom Tankwagen entfernt, dass sie nicht in Gefahr geriet. Auch Umweltschäden können nach Angaben Hofmeisters ausgeschlossen werden. Eine Spezialfirma behob den Schaden in der Mittagszeit.

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