Gedenkfeier zum Volkstrauertag im Twistringer Rathaus / Dünzelmann vertritt Schlake

„Es gibt kein Mittel zur Vernunft“

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Peter Dünzelmann vertrat den erkrankten Bürgermeister Martin Schlake bei der Gedenkfeier.

Twistringen - Von Theo Wilke. Herbstwindböen treiben den Regen durch die Stadt, die Fahnen am Twistringer Rathaus wehen auf Halbmast und rufen Opfer von Krieg und Gewalt in Erinnerung. Im Ratssaal spielt Gwendolyn Schubert auf der Querflöte. Ein ruhiges und längeres Stück um eine zerbrochene Liebe hat sie für den Beginn der Gedenkstunde zum Volkstrauertag ausgesucht: Variationen der englischen Volksliedmelodie „Greensleeves to a ground“.

„Wir schauen seit Freitagabend mit Entsetzen auf Paris und die Terroranschläge. Wir fragen uns: Wie brutal kann ein Mensch sein, dass er mit einer Kalaschnikow wild in eine Menschenmenge schießt und gnadenlos tötet?“, sagt Peter Dünzelmann, der den erkrankten Bürgermeister Martin Schlake vertritt. Dünzelmann weiter: Seit es Menschen gebe, würden Menschen immer wieder für Auseinandersetzungen, Kriege und großes Leid sorgen. Immer perfektere Waffen würden benutzt. „Kann man das begreifen?“ – Künstler, Dichter und Denker hätten oft ohne Erfolg versucht, Menschen aufzurütteln.

Der stellvertretende Bürgermeister liest einen bekannten Liedtext vor: „Sag mir, wo die Blumen sind (...) Wann wird man je verstehen?“

Ob da der Glaube helfe? Nein, der sei in der Vergangenheit auch immer wieder missbraucht worden. Und Dünzelmann stellt dann fest: „Es gibt kein Mittel, das Menschen zur Vernunft bringt.“

„Le Chant du Vent“ – das Lied des Windes von Johannès Donjon spielt Gwendolyn Schubert. Ausgesucht hatte sie das Flötenstück schon vor den aktuellen Ereignissen in Frankreich. „Es passt hier sehr gut“, sagt die Konzertkünstlerin und Musikpädagogin aus Stuhr. Später intoniert sie noch die achte Fantasie von Georg Philipp Telemann.

Vor Vertretern aus Rat und Verwaltung, von Feuerwehr, DRK, Schützenverein, Schießsportkameradschaft und einigen Mitbürgern nimmt Stadtarchivleiter Friedrich Kratzsch die Totenehrung vor. „Wir trauern um Kinder, Frauen und Männer.“ Kratzsch ruft unter anderem auch Opfer von Bürgerkriegen und im Auslandseinsatz getötete Bundeswehrsoldaten in Erinnerung. Das Leben stehe aber im Zeichen der Versöhnung und Hoffnung auf Frieden in der Welt.

Die Gedenkfeier endet mit der Nationalhymne. Danach werden Kränze am Ehrenmal am Hindenburgplatz und an der Bachstraße am Gedenkstein für jüdische Opfer niederlegt. Bereits am Morgen hatte die SSK einen Kranz an das Marktplatz-Denkmal gelegt.

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