60 Schüler nutzen Angebot

Rechtsanspruch auf Ganztag wird auch Twistringen fordern

Die Grundschule am Markt in Twistringen.
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Die Grundschule am Markt in Twistringen.

Twistringen – Jedes Kind, das im Sommer 2026 eingeschult wird, soll in der Grundschule Anspruch auf einen Ganztagsplatz haben. So haben es Bundesrat und Bundestag entschieden. Das Deutsche Jugendinstitut hat nun ausgerechnet: Um den Beschluss umzusetzen, braucht Niedersachsen zwischen 46 700 und 65 800 neue Plätze – je nachdem, wie viele Eltern das Angebot letztlich in Anspruch nehmen.

Auch in Twistringen muss ordentlich aufgestockt werden.

Von den Twistringer Grundschulen hält bislang nur eine ein Ganztagsangebot vor: die Grundschule am Markt. Derzeit werden dort 427 Schüler und Schülerinnen unterrichtet. 60 davon nutzen laut Angaben der Stadtverwaltung das Ganztagsangebot. Die Kinder aus Scharrendorf, die das Angebot ebenfalls in Anspruch nehmen können, werden mit dem Bus zum Gebäude am Markt gebracht. Die Betreuungszeit ist von Dienstag bis Donnerstag, jeweils bis 15.15 Uhr.

Auf Anfrage der Kreiszeitung berichtet Twistringens Bürgermeister Jens Bley: „In Abstimmung mit der Schule könnte gegebenenfalls das Konzept für die Ganztagsbetreuung bei Bedarf auf circa 100 Ganztagsplätze mit einer Betreuungszeit von Montag bis Donnerstag aufgestockt werden. Entsprechend wäre dann die Option gegeben, dass circa ein Viertel der Schüler und Schülerinnen das Angebot nutzen können.“ Neben dem Ganztagsangebote der Grundschule am Markt gebe es Hort-Angebote von Kindergärten.

Kluge Synergien müssen gesucht werden

Bley führt aus: „Der im Raum stehende Rechtsanspruch, für alle Kinder ein Ganztagsangebot vorzuhalten, wird uns in Twistringen selbstverständlich sehr fordern.“ In diesem Zusammenhang gelte es, perspektivisch zu agieren. „Jegliche Investition, die wir andenken im Bereich Schule, Kindergarten oder Sporthallen, sind unter diesem Aspekt zu berücksichtigen. Es gilt, nach klugen Synergien zu suchen, um möglichst dem bevorstehenden Rechtsanspruch überhaupt gerecht werden zu können.“

Ein Schuldenberg von zuletzt mehr als 20 Millionen Euro grenzt den finanziellen Spielraum von Twistringen stark ein. „Vor diesem Hintergrund ist der Gesetzgeber gefordert, im Rahmen der Konnexität bei den entsprechenden finanziellen Herausforderungen für die Kommunen in der erforderlichen Weise zu unterstützen. Anderenfalls werden die Kommunen mit dieser Thematik alleingelassen und sind überfordert. Es wird dann nicht darstellbar sein, den möglichen wie gewünschten Rechtsanspruch gerecht zu werden“, so Bley.

Zahl der Grundschüler steigt um zehn Prozent

Der Bund hat den Ländern zugesagt, den Ganztagsbau zu unterstützen und dafür bis zu 3,5 Milliarden Euro bereitzustellen. Außerdem will er sich an den laufenden Kosten dauerhaft beteiligen. Die Forscher des Deutschen Jugendinstituts gehen davon aus, dass die Zahl der Grundschüler im Zeitraum von 2019 bis 2029 niedersachsenweit um zehn Prozent steigen wird.

Nicht nur an Grundschulen ist Ganztagsbetreuung ein Thema. Anke Raven, Fachbereichsleiterin für Familie und Soziales im Twistringer Rathaus, hatte im vergangenen Ausschuss für Bildung, Erziehung, Senioren und Soziales berichtet, dass niedersachsenweit in Krippen und Kitas der Anteil der Ganztagskinder wachse.

Diese Entwicklung sei bei den weiteren Planungen für Twistringen im Auge zu behalten.

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