Fritz Baltruweit und Band spielen in Twistringen

Mit neuem Schwung auf Luthers Spur

+
Fritz Baltruweit übernahm die Rolle des Sängers.

Twistringen - Von Anette Hoffmeier. Schon beim Betreten der Martin-Luther-Kirche fiel der stimmungsvoll in gelb-rotem Licht ausgeleuchtete Altarraum auf, der gespannt auf das Programm mit dem Liedermacher und Pastor Fritz Baltruweit und seiner Band hoffen ließ: „Auf Luthers Spuren.

Gut gelaunt entführten Baltruweit und Band – Konstanze Kuß an Harfe und Flöte, Valentin Brand am Klavier, Sebastian Brand an Bass und Percussion und Baltruweit selbst mit Gesang und Gitarre – die Zuhörer in das Jahr 1523 auf den Wittenberger Marktplatz. „Da zieht ein bunt gekleideter Mann, ein Bänkelsänger, ein, steigt auf eine Bank und beginnt zu singen“, fuhr Baltruweit aus. Er brachte neue geistliche Texte auf die Melodie von damals ganz bekannten Liebesliedern. „So, als wenn man heute einen kirchlichen Text zu ‚Atemlos‘ schreiben würde.“

Die Musiker schafften eine Atmosphäre im Raum, als wäre man auf einem Marktplatz vor 500 Jahren. Mit sanfter, einfühlsamer Stimme sang der Liedermacher im „Martinus-Bänkellied“ vom Leben des Reformators.

Luthers Texte – nur viel schwungvoller

Von Martin Luther sind 39 Lieder überliefert, 23 davon entstanden innerhalb des Jahres 1523. Einige Stücke davon konnte die Gemeinde sogleich mitsingen: So wurde bei „Ein feste Burg ist unser Gott“ eindrucksvoll klar, dass die Menschen die Melodien früher viel flotter und schwungvoller, ja tänzerischer gesungen hatten. Mit „In dulci jubilo“ und „Vom Himmel hoch“ zeigten die Künstler weitere Neuschöpfungen Luthers.

Fritz Baltruweit stellte heraus, dass die Lieder ein äußerst wichtiges Medium für die Reformation waren. Die Tonträger waren damals Handwerksburschen auf Wanderschaft, die für die Verbreitung der mit neuen Texten versehenen „Gassenhauer“ sorgten. Und durch die neuen, kirchlichen Texte bewahrte Luther außerdem auch eine ganze Reihe schöner und eingängiger Melodien bis heute.

Auch moderne Songs im Programm

Aber nicht nur die Lieder aus Luthers Handschrift, sondern auch moderne Songs waren zu hören, die teilweise mit der Fragestellung entstanden waren: Wie kann Glaube heute gesagt und gesungen werden? – In Luthers Sinne, aber nicht im veralteten Deutsch, sondern in der heutigen Sprache.

In dem Lied „Katharina“ besang Fritz Baltruweit das Leben von Luthers Ehefrau Katharina von Bora, einer emanzipierten Frau, die das Haus und die Ländereien der Familie bewirtschaftete.

Mit „Mit deiner Gnade steh ich auf, vergnügt, erlöst, befreit“, dessen Refrain gemeinsam gesungen werden konnte, endete das gut einstündige Programm. Das Publikum war so begeistert, dass die Musiker sich noch zu vier Zugaben überreden ließen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Weihnachtsmarkt in Eitzendorf

Nikolausmarkt in Bücken

Nikolausmarkt in Bücken

Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof

Weihnachtsmarkt am Sudweyher Bahnhof

Weihnachten auf Rittergut Falkenhardt

Weihnachten auf Rittergut Falkenhardt

Meistgelesene Artikel

Martfelder Weihnachtsmarkt: Musik im Ohr, Freude im Herzen

Martfelder Weihnachtsmarkt: Musik im Ohr, Freude im Herzen

Allegro Chor überzeugt in der Brinkumer Kirche

Allegro Chor überzeugt in der Brinkumer Kirche

Bachs Weihnachtsoratorium: Eine erste Idee von Weihnachten

Bachs Weihnachtsoratorium: Eine erste Idee von Weihnachten

„Man trifft allerhand Leute aus dem Ort“

„Man trifft allerhand Leute aus dem Ort“

Kommentare