130 Frauen feiern Karneval in Marhorst / „Es war einfach super“

Fantastische Kostüme und lustige Anekdoten

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Eine Flasche Sekt für das schönste Kostüm.

Marhorst - Von Sabine Nölker. „Hier wird gelacht, es bebt der Saal, in Marhorst ist wieder Karneval.“ Unter diesem Motto feierten am Freitagabend etwa 130Gäste und 50 Akteure einen stimmungsvollen Frauenkarneval mit fantastischen Kostümen im Saal der Turmstube.

Mit einem dreifachen „Marhorst Helau“ begann ein lustiger Abend. Die Gäste waren gut gestimmt, schunkelten, sangen und tanzten sogar. Einhelliges Urteil am Schluss: „Es war einfach super!“

Zu Beginn waren die Kleinsten an der Reihe: die „Regentänzerinnen“ unter der Leitung von Claudia Schwarze sowie der „Hosenträger“ unter Leitung von Meike Behrens – erstmalig mit einem Jungen in den Reihen.

„De Reise noh Telgte“ von Anita Diephaus und Hildegard Franzlünning alias Libeth und Mia sorgte gleich darauf erstmalig für Lachanfälle. Mit Erbsen in den Schuhen für ihre Sünden hatten sich die beiden Streithähne auf Pilgerfahrt gemacht. Dabei kabbelten sie in einer Tour: „Heiligabend in der Kirche scheinheilig ,Ihr Kinderlein kommet‘ singen und dann heimlich die Pille nehmen“, warf Mia ihrer Freundin vor.

Die wohl mutigste Bütt des Abends kam von Neuling Nadine Lüllmann. Selber als Lehrerin an einer Hauptschule tätig, berichtete sie, manchmal bewusst übertrieben, von ihrem Schulalltag. „Das Rohmaterial, das aus den Grundschulen angeliefert wird, ist auch nicht immer das Wahre.“ Sie gab zu bedenken, dass Deutschland täglich nicht an den Grenzen, sondern an den Schulen verteidigt werde.

Eine weitere Idee der Lehrerin: Werbeblöcke einführen, da die Kids sich nicht lange am Stück konzentrieren können. Ein Teil der Tafel könnte wie eine Werbetafel rotieren. Zudem könnten Lehrer von Sponsoren eingekleidet werden.

Schule sei heute anders als früher. So gab es früher Beziehungen, heute Netzwerke. Früher Keuchhusten, heute Raucherhusten. Früher sei es die größte Angst gewesen, beim Petting schwanger zu werden. Heute, sich beim Spielen mit dem Handy einen Klingelton einzufangen.

Hilde Rußmann wusste trefflich zu berichten, was alles passieren kann, wenn man Geschriebenes und Gesprochenes zu wörtlich nimmt. Marion Berger, eigentlich Gast im Saal, gab als Putzfrau ihre Meinung über das Pfarrzentrum in Twistringen zum Besten.

Den Höhepunkt setzten „Die Glorreichen“ mit ihrem Auftritt, der sich um die Sparmaßnahmen in Altenheimen drehte.

Christa Dieckmann palaverte als Magda über Helene Fischer. „Manchmal habe ich morgens Angst, wenn ich den Klodeckel hochklappe“, denn Helene sei allgegenwärtig. „Frauen heißen übrigens jetzt Lebewesen mit Menstruationshintergrund“, klärte sie die Damen im Saal auf.

Frauenkarneval in Marhorst

Die „Wilden Puschel“ setzten mit eindrucksvollen und vor allem sehenswerten Tanzdarbietungen den Schlusspunkt des Abends.

Im Anschluss und in den Pausen sorgte DJ Jensine Hannekum für eine volle Tanzfläche.

Preise gab es für die besten Kostüme: Freuen konnten sich Manuela Wiese sowie die Gruppe „Die Narren“.

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