Kommunalwahl

Fragen zur Wahl: Infrastruktur bezüglich Zentralklinik

Auf einer Fläche an der B 51 in Borwede soll die Zentralklinik entstehen.
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Auf einer Fläche an der B 51 in Borwede soll die Zentralklinik entstehen.

Twistringen – Welche Partei vertritt welche Position zu wichtigen Themen? Um eine Antwort darauf zu bekommen, haben wir einen Fragenkatalog verschickt. Die Antworten veröffentlichen wir in loser Reihenfolge. Dieses Mal geht es darum, dass 2026 die Zentralklinik eröffnet werden soll. Aktuell ist laut dem Landkreis geplant, dass dort rund 1000 Mitarbeiter arbeiten, hinzu kommen Patienten und Gäste. Das bringt Herausforderungen mit sich, zum Beispiel in Bezug auf die Verkehrsströme. Welches sind die dringendsten Maßnahmen, um die notwendige Infrastruktur in Twistringen vorhalten zu können?

CDU, Rolf Meyer: Wir sehen keinen akuten Handlungsdruck zur Schaffung der notwendigen Infrastruktur. Die gute Erreichbarkeit der Stadt für Auswärtige ist durch das überörtliche Straßennetz sowie einer sehr guten ÖPNV-Anbindung durch Busse und Bahn bereits gegeben, wobei durch die Zentralklinik die Umgehung der B51 eine besondere Bedeutung erlangt. Durch die Gründung eines Bürgerbusses soll innerhalb der Stadt eine verkehrliche Vernetzung zwischen Bahnhof, Innenstadt, den Ortschaften und der Zentralklinik geschaffen werden. Wichtig wird sein, ausreichend Wohnraum anbieten zu können. Dies kann mittels Verdichtung und Lückenbebauung, aber auch durch Ausweisung neuer Baugebiete erfolgen. Freizeit-, Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen sind in guter Quantität und Qualität vorhanden. Notwendige Anpassungen sollten in allen Punkten zeitnah auf den Weg gebracht werden.

FWG, Ulrich Helms: Wir haben bereits die Einholung eines aktuellen Verkehrswegegutachtens unter Berücksichtigung der vorgesehenen Planungen beantragt. Ebenso setzen wir uns nicht nur auf Ebene des Stadtgebietes, sondern auch im Landkreis Diepholz für eine baldige Umsetzung der geplanten Umgehungsstraße (B51) ein, um die Stadtmitte zu entlasten und andererseits die Erreichbarkeit der neuen Klinik zu vereinfachen und zu beschleunigen. Es werden derzeit auch auf unsere Anregung weitere möglichst klimaneutrale Baugebiete erarbeitet und ausgewiesen, wobei der soziale Wohnungsbau unbedingt berücksichtigt werden soll. Infolgedessen ist auch eine Ertüchtigung der Kläranlage erforderlich, wobei grundwasserneubildende Aspekte berücksichtigt werden müssen. Das Klärwasser ist der Grundwasserneubildung zuzuführen und nicht der Nordsee.

Die Grünen, Jan Hendrik Melcher: Klar ist, dass die Zentralklinik deutlich mehr Verkehr in die Stadt bringen wird. Erste Priorität sollte sein, dass der ÖPNV vom Bahnhof zur zukünftigen Klinik so gut ausgebaut oder getaktet wird, dass Mitarbeiter, Besucher und Patienten bereit sind, ihr Auto stehen zu lassen und die Bahn zu nutzen. Außerdem müssen auf allen politischen Ebenen die Bemühungen für den schnelleren Bau der geplanten Umgehungsstraße verstärkt werden, um zumindest den Lkw- und den landwirtschaftlichen Verkehr aus der Innenstadt herauszuhalten, damit Krankentransporte und Rettungsdienste nicht behindert werden. Wir Grüne setzen uns dafür ein, wohlwissend, dass durch die Umgehungsstraße wieder mehr Fläche versiegelt wird, was nicht unsere Intention ist, sehen dafür aber keine sinnvolle Alternative.

SPD, Arno Schönfeld: Wir unterstützen den Ausbau des ÖPNV-Angebotes. Gemeinsam mit dem Landkreis und dem Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen und mit Ehrenamtlichen sollten neue Verbindungen geschaffen und bestehende verbessert werden. Die Etablierung eines Bürgerbusses wird ebenfalls von uns unterstützt. Um einen Umstieg auf den ÖPNV zu fördern, sind günstige Tarife neben einem verbesserten Angebot unabdingbar. Zunächst ist parallel zum Klinikbau das Busnetz so umzustellen und zu ergänzen, dass die Klinik schnell und sicher auch per ÖPNV aus dem Umland erreichbar ist. Ein Shuttleverkehr vom Twistringer Bahnhof insbesondere für Mitarbeiter ist wünschenswert. Die Erreichbarkeit per PKW sollte überwiegend über die vorhandenen Bundes- und Landesstraßen (und nur ausnahmsweise über Kreis- und Gemeindestraßen) erfolgen. Mittelfristig wird Twistringen sich auf eine erhöhte Wohnungsnachfrage und damit verbundener Infrastruktur einstellen müssen. Dies bietet aber auch Chancen zur Aufwertung unserer Innenstadt.

FDP, Ansgar Wilkens: Die infrastrukturellen Maßnahmen im Zusammenhang mit der Zentralklinik bestehen aus Sicht der FDP in einer Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes (insbesondere auch für mobilitätseingeschränkte Personen), in der Planung eines ÖPNV vom Bahnhof zur Zentralklinik, in der Aufnahme von Gesprächen mit dem Eigentümer des Bahnhofs hinsichtlich des Gebäudezustandes, in der Abstimmung mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserband hinsichtlich der Kapazitäten der Kläranlage und in der Bereitstellung neuer Baugebiete. Des Weiteren ist die Prioritäteneinstufung der Umgehungsstraße nochmals neu zu thematisieren.

Die Linke, Marion Urbanski: Es muss angesichts der Mitarbeiter, Patienten und Gäste der Zentralklinik die Kläranlage in den Blick genommen werden, an der Stelle sind auch mögliche Medikamentenrückstände im Abwasser ein Thema. Am Wichtigsten ist aber, dass man die Verkehrsströme in den Griff kriegt. Mit der Zentralklinik wird voraussichtlich auch der Verkehr zunehmen. Man könnte in dem Zusammenhang noch mal über die Tangente nachdenken.

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