Fördervereinsvorsitzende kritisiert Stadt und Bücherei-Leitung

Sabine Nölker tritt zurück: „Die Chemie stimmt nicht“

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Sabine Nölker kündigt ihren Rücktritt als Vereinsvorsitzende an.

Twistringen - Von Theo Wilke. Nach knapp sechs Jahren Vorsitz im Förderverein der Twistringer Stadtbücherei wirft Sabine Nölker das Handtuch. Bei der Jahresversammlung am kommenden Mittwoch wird sie zurücktreten. „Die Chemie stimmt nicht mehr zwischen Vereinsvorstand und Stadtbücherei-Leitung“, beklagt sie. Bibliothekarin Monika Schröder mochte sich gestern nicht dazu äußern.

Die scheidende Vorsitzende wirft Schröder und der Stadt mangelnde Wertschätzung der Ehrenamtlichen im Verein und Desinteresse an einer weiteren konstruktiven Zusammenarbeit vor. „Wir hatten immer mehr das Gefühl, Eindringlinge zu sein, nur noch geduldet zu werden, und wir mussten immer mehr Kraft und Zeit investieren, um Streitigkeiten und Kompetenzgerangel aus dem Weg zu schaffen“, erklärt Nölker.

Vor etwa zwei Jahren habe es die ersten Differenzen gegeben. „Kleinigkeiten, die aufgebauscht wurden, aber hauptsächlich hatte ich das Gefühl, dass es sich um etwas Persönliches handelt.“

Immer wieder seien Gespräche mit dem damaligen Bürgermeister Karl Meyer sowie Anke Raven und Sonja Rabbe vom Fachbereich im Rathaus gelaufen. Damals wollte Nölker schon hinwerfen. Im Dezember 2014 das letzte Gespräch, ohne Erfolg. Im Januar kündigten Sabine Nölker, die Mitvorsitzende Ute Schumacher und Schriftführer Dieter Kalberlah in einem Brief an Bürgermeister Martin Schlake den Rücktritt der Vorsitzenden an. Der übrige Vorstand, hieß es, werden sein Engagement zurückfahren, keine hochkarätigen Veranstaltungen mehr organisieren, aber laufende Projekte wie Leselernhelfer, Lesepaten und Beutel-Bobos-Bücher-Babys weiter unterstützen.

Enttäuscht zeigt sich die Fördervereinsspitze, dass die Stadt beziehungsweise der Bürgermeister auf das Schreiben bis heute nicht reagiert hat. Fachbereichsleiterin Sonja Rabbe verwies gestern auf Nachfrage an den Bürgermeister, der allerdings für eine Stellungnahme nicht erreichbar war.

Wie es nun weitergeht, soll die Jahresversammlung am Mittwoch (19.30 Uhr, Bücherei) entscheiden. Der Vortrag „Galapagos Islands“ mit Fotografin Linda Peinemann am 27. April wird die vorerst letzte gemeinsame Veranstaltung von Förderverein, VHS, Bücherei und Stadt sein. Ab Mai müsste sich die Bücherei selbst um Lesungen und Vorträge kümmern.

Dabei hatte es für den heute 85 Mitglieder starken Förderverein 2009 so gut begonnen. Sofort nach der Gründung hatten Sabine Nölker und Mitvorsitzende Ute Schumacher Verwaltung und Politik von der Notwendigkeit neuer Büchereiräume überzeugt. „Gemeinsam mit Monika Schröder“, betont Nölker, hätten sie sich sehr engagiert, auch bei der Suche nach einer neuen Immobilie. „Ohne uns gäbe es die heutige Bücherei nicht.“

Mit Monika Schröder habe sie als Vereinsvorsitzende auch die Einrichtung geplant. Die Stadt habe Bücher und Regale beigesteuert. 2011 wurde für den Umzug von der Hohen Straße zur Brunnenstraße sogar eine Menschen-Bücher-Kette gebildet. Ein Sponsorenlauf brachte später 12000 Euro für Mobiliar ein.

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