Flüchtlinge: Turnhalle bisher noch nicht belegt

Türkische Mitbürger eine große Hilfe

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Flüchtlingsunterkunft in Twistringen.

Theo Wilke - Twistringen - Die ersten 33 von insgesamt 153 Flüchtlingen haben bereits am Tag nach ihrer Ankunft Twistringen wieder verlassen, am Freitag sind es schon 50 Menschen – auf dem Weg zu ihren Verwandten in Europa. Dies hat Bürgermeister Martin Schlake am Donnerstagabend dem Stadtrat berichtet. Bislang hätten Landkreis und DRK noch nicht die kleine Turnhalle belegen müssen. Weiter teilte Schlake mit, dass die Stadt am Bahnhof eine mobile Toilette aufgestellt hat.

Die „ganz bewegenden Momente“ der ersten Stunden würden noch stark nachwirken, gestand der Bürgermeister. Wenn man die Menschen erlebe nach ihrer entbehrungsreichen Reise und dann in deren glückliche Gesichter schaue. Schlake war bis nach Mitternacht in der Erstaufnahme-Unterkunft an der Hohen Straße. Viele Familien habe er gesehen bei den zumeist aus Syrien stammenden Ankömmlingen, darunter nur einige Afghanen, sogar eine Frau um die 80 Jahre alt. Beeindruckt hat ihn ebenso, dass einige türkische Mitbürger aus Twistringen „eine große Hilfe gewesen“ seien.

Mobile Toilette

am Bahnhof

Aus Vorgesprächen weiß der Bürgermeister, dass ein Teil der Flüchtlinge bereits vor der Ankunft fest entschlossen war, nicht in Twistringen zu bleiben. Als Ziele nannte Schlake zum Beispiel Berlin, Düsseldorf, Norddeutschland, aber auch Frankreich und Schweden.

Twistringens Fachbereichsleiter für Entwicklung und Ordnung, Carsten Werft, erklärte im Rat, dass die Stadt sich aufgrund von Erfahrungen aus anderen Kommunen dazu entschlossen habe, am Bahnhof eine mobile Toilette aufzustellen – für weiterreisende Flüchtlinge. Damit wolle man in der Nachbarschaft Ärger und Unmut vorbeugen. Denn wenn syrische oder andere Mitmenschen aus dem Ausland sich nicht auskennen, würden sie in ihrer Not wohl auch Grünanlagen aufsuchen.

Das DRK hat angekündigt, in der kommenden Woche eine Annahmestelle für Kleiderspenden einzurichten. Dazu meinte Grünen-Ratsfrau Sylvia Holste-Hagen: Wenn neben Spendenaufrufen mehr Twistringer in die Flüchtlingshilfe eingebunden seien, dort wo Personal knapp sei, beispielsweise auch bei der Essenausausgabe, dann könnten Ängste und Vorbehalte abgebaut werden.

Der Rat äußerte am Ende seinen Dank, Respekt und seine Anerkennung an alle hilfsbereiten Ehren- und Hauptamtliche sowie Bürgermeister und Verwaltung.

Der erste Aufruf an die Bevölkerung: Das DRK braucht Kleiderspenden

Das Twistringer DRK sammelt ab Montag, 2. November Kleiderspenden für die Flüchtlinge in der Notunterkunft. Angenommen werden die Spenden im Bauhof der Stadt Twistringen in Scharrendorf (hinter dem Bahnhof) montags und mittwochs jeweils nur in der Zeit von 10 bis 11.30 Uhr.

Besonders gesucht werden warme Winterbekleidung für Erwachsene und vor allem auch für Kinder jeglichen Alters. Die Spenden müssen sauber sein und sollten am besten schon vorsortiert abgegeben werden. Wichtig noch: Decken, Bettbezüge oder ähnliches werden nicht angenommen.

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