„SolidAHRität“-Aktion läuft noch weiter

Fast 7000 Euro für Betroffene der Flutkatastrophe

Menschen stehen zwischen den Säulen vor dem Rathaus in Twistringen
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Sabine Nölker und Christian Masurenko (v.r.) bedanken sich bei den Spendern, darunter der Hühnersuppenclub des SV Twistringen mit Dieter Kathmann und Peter Jürgens sowie Birger Schröder von der Volksbank.

Fast 7000 Euro sind schon bei der „SolidAHRität“-Spendenaktion in Twistringen zusammengekommen. Das Geld kommt Betroffenen der Flutkatastrophe im Ahrtal zugute. Wer ebenfalls Spenden will, hat noch die Gelegenheit dazu.

Twistringen – Viele Menschen im Ahrtal hatten kein schönes Weihnachtsfest, da muss man nicht drum herumreden. Fast ein halbes Jahr ist es nun her, dass die Flut ganze Häuser mit sich gerissen hat. Etliche Gebäude liegen noch in Trümmern. Hinzu kommen die seelischen Wunden: Manche haben Familie und Freunde verloren, Menschen ertrinken sehen und Leichen aus dem Wasser geholt.

Es ist bedrückend, wenn Sabine Nölker und Christian Masurenko von der Lage im Flutgebiet sprechen. Mitte Dezember waren sie dort, um Pfarrer Jörg Meyrer von der katholischen Pfarrgemeinde St. Laurentius Ahrweiler das Geld von der „SolidAHRität“-Spendenaktion zu überbringen. Zu dem Zeitpunkt stolze 5 355 Euro.

Mit „SolidAHRität“ sollte eigentlich Anfang Dezember ein Benefizkonzert in Twistringen überschrieben sein. Das Organisationsteam um Sabine Nölker, Christian Masurenko, Marc Weber, den Kulturverein Kurt und die katholische Jugend hatten es jedoch schweren Herzens abgesagt – Corona. Um den Menschen im Ahrtal trotzdem zu helfen, starteten sie den Spendenaufruf.

Mit Erfolg. Das Geld fließt in einen kirchlichen Fonds, um Sozialarbeiter im Ahrtal zu finanzieren. Diese sollen die Menschen dabei unterstützen, traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. Eine Aufgabe, die vermutlich Jahre dauern wird.

Seit Christian Masurenkos und Sabine Nölkers Besuch im Ahrtal sind bereits weitere 1450 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. Unterm Strich sind also schon fast 7000 Euro zusammengekommen. Das Konto bleibt bis zum Twuster Festiwäldchen am 14. Mai geöffnet. Wie berichtet, soll auch der Erlös des Events im Hochzeitswald den Opfern der Flutkatastrophe zugutekommen. Karten für das ausgefallene Benefizkonzert behalten ihre Gültigkeit für das Festiwäldchen.

Weitere Spenden kann das Ahrtal gut gebrauchen. „Das ist eine Riesen-Baustelle, sowas habe ich noch nicht gesehen“, erzählt Sabine Nölker von einem Gang durch Ahrweiler. Sämtliche Erdgeschosse – zerstört. In manchen würden aktuell schon die Maler arbeiten, in anderen klafften noch riesige Löcher. „Da ist kein Geschäft, kein Supermarkt, kein Café, nichts.“ Mangels eigener Küche seien viele Personen auf eine Essensausgabe angewiesen. Und überall liege Schlamm, auch Monate nach der Katastrophe.

„Es ist unglaublich, was da schon geschafft wurde – aber Wahnsinn, was da noch zu tun ist“, sagt Masurenko. Er befürchtet, dass solche verheerenden Naturereignisse angesichts der Klimakrise künftig häufiger vorkommen werden.

Was er und Sabine Nölker im Ahrtal neben der bedrückenden Atmosphäre wahrgenommen haben, ist unendlich viel Dankbarkeit. Das Geld sei mit großer Freude entgegengenommen worden, ebenso wie Spiele, die sie als zusätzliche Spenden mitgenommen hatten.

Zu den Spendern gehören neben vielen Einzelpersonen auch Firmen und Gruppen, darunter Funke, Apotheke Uhlhorn, Werder-Fanclub Grün-Weiß, Lions-Club, Vetterkind, Volksbank, Kreissparkasse, Huntegold Kartoffelanbau, Konpro aus Bohmte und der Hühnersuppenclub des Schützenvereins Twistringen.

Wer spenden will, erfährt die Bankverbindungsdaten zum Spendenkonto von Kurt e.V. bei Sabine Nölker (0163/ 6452628 oder E-Mail an noellies@aol.com).

Von Katharina Schmidt

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