Das Soziale Kaufhaus hilft Menschen mit schmalem Geldbeutel

Fairkauf kommt auch ins Haus

Das Fairkauf-Team bietet auch Haushaltsauflösungen und Umzüge an. Im Bild (v.l.) Gazmen Berisa, Fabian Russmann, Dirk Birkholz und Ralf Herzberg. - Foto: Wilke

Twistringen - Von Theo Wilke. „Wir fahren jetzt zu einer Haushaltsauflösung“, sagt Gazmen Berisa und steigt mit seinem Kollegen Ralf Herzberg in den Sprinter. Die Beiden arbeiten zumeist im Außendienst für das Soziale Kaufhaus in Twistringen, das seit acht Jahren existiert und inzwischen „Fairkauf“ heißt. Eine Einrichtung für Menschen mit schmalem Geldbeutel. Die große Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr hat das Team etwa bei Wohnungseinrichtungen zusätzlich gefordert.

Herzberg, Berisa und Co. sind jeden Tag unterwegs. „Wir haben im Schnitt 30 bis 40 Aufträge pro Woche“, zählt der verantwortliche Gazmen Berisa auf. Angebotene Second-Hand-Möbel – nach dem Motto „Verwenden statt vernichten“ – würden angeschaut, geholt, in der Einrichtung gekaufte Möbel auch nach Hause geliefert. Da seien bisweilen auch ganz schicke Sachen dabei. Aber nicht alles könne man abnehmen, heißt es.

Im Januar und Februar sei es ruhiger, aber dann würden wieder die arbeitsintensiven Monate kommen. Der Einzugsbereich erstreckt sich von Diepholz bis Bremen. Sogar nach Ahlhorn und Vechta fährt das Fairkauf-Team. Das stecke mehr Arbeit dahinter, asl man auf den ersten Blick sehe. Und besonders ältere Menschen würden sich über die Hilfe freuen. „Pro Fahrzeug – wir haben einen Sprinter, einen VW-Bus und einen Anhänger – legen wir im Jahr so um die 60.000 bis 70.000 Kilometer zurück“, betont Berisa. Die Fahrzeuge sind nicht neu. Reparaturkosten fallen deshalb häufiger an. „Wir müssen verkaufen, damit sich das Kaufhaus finanziell trägt“, ergänzt Ulrike Rehling-Laur, Geschäftsführerin beim Verein Lebenswege, der gemeinsam mit der Caritas den Fairkauf trägt.

Im Sozialen Kaufhaus gibt es erschwingliche, gebrauchte, gespendete Dinge des täglichen Bedarfs: Möbel, Kleider, Spielzeug, Hausrat, Bücher und vieles mehr. Jeder kann hier günstig einkaufen. Menschen mit Arbeitslosengeld  II, Grundsicherung oder auch Wohngeldbezieher erhalten bei Nachweis 25 Prozent Rabatt.

„Das Soziale Kaufhaus hat sich etabliert und ständig weiter entwickelt.“ Aber auch nach acht Jahren muss Ulrike Rehling-Laur gegen Vorurteile und Misstrauen in der Bevölkerung kämpfen. Dabei: „Es ist ein gemeinnütziger und nicht gewinnorientierter Beschäftigungsbetrieb, bei dem die Menschen im Mittelpunkt stehen. Wir häufen hier keine Reichtümer an. Übers Jahr gesehen, geht die Rechnung so gerade auf“, betont Rehling-Laur. Sie ist auch verantwortlich für zurzeit sieben sozialversicherungspflichtig sowie für zwei geringfügig Beschäftigte an der Westerstraße. Zusätzlich kommen Erwerbslose, die das Jobcenter schickt. Herzlich willkommen sind auch ehrenamtliche Helfer.

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