Expressionist Holger Hertwig stellt im Petit Musée aus

Wen die Muse küsst

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Seine Lebensgefährtin Konnie hat der Maler Holger Hertwig in expressionistischen Werken dargestellt.

Bissenhausen - Von Sabine Nölker. Mehr als 100 Jahre nach der ersten Ausstellung von Brücke-Künstlern zeigt der Bremer Expressionist Holger Hertwig seine Werke unter dem Namen „Modell K.“ im Petit Musée von Jochen Tiemann. „Modell K.“ lehnt sich dabei nicht, wie von einigen angenommen, an den berühmten Expressionisten Ernst-Ludwig Kirchner an, sondern ist die Abkürzung für Konnie, die Muse des Künstlers.

Als Hertwig vor mehr als drei Jahrzehnten mit der Malerei begann, widmete er sich zunächst der klassischen Worpsweder Malerei. Nach einer Ausstellung der Künstlergruppe „Die Brücke“ im Oldenburger Augusteum war er von deren Arbeiten so ergriffen, dass er sich von da an dem Expressionismus zuwandte.

„Seither hat sich seine Palette grundlegend geändert“, erklärte Jochen Tiemann alias Bafuß bei seiner Eröffnungsansprache. Von nun an leuchten die Farben. „Und wie beim klassischen Expressionisten findet Holger Hertwig seine Motive in Landschaften und Figuren.“ Dafür verwende er ausschließlich Acrylfarben.

Im Mittelpunkt der Ausstellung „Modell K.“ steht sein Lieblingsmodell, seine Lebensgefährtin Konnie. „Für mich ist aus dem guten Maler Hertwig, der Bilder im expressionistischen Stil malt, der Expressionist Hertwig geworden“, so das Lob Tiemanns.

Hertwig selber zeigte sich stolz, im kleinsten Museum im Umkreis eine Auswahl seiner Werke präsentieren zu können. Zu ihnen gehören „Akt K. nach der Dusche“ oder auch „Reiterin K. mit roter Hose“.

Wer nun das Modell mit den Bildern vergleicht, dem stellt sich leicht die Frage, ob dieses denn auch mit der Darstellung einverstanden ist. „Ich bin stolz, Holgers Muse zu sein und finde seine Bilder sehr ausdrucksstark“, sagt das „Modell K“. Denn anders als beim Impressionismus, bei dem der Künstler versuche, das, was er sieht, zu malen, wird beim Expressionismus das, was der Künstler innerlich sieht, aufs Papier gebracht.

Die mehr als 20 Eröffnungsbesucher zeigten sich von den ausgestellten Werken begeistert und nutzten den Nachmittag, um mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen.

Hertwig, der an der Haupt- und Realschule in Twistringen als Lehrer unter anderem die Kinder und Jugendlichen in Kunst unterrichtet, stellt seine Werke noch bis zum 4. Juli aus. Das Museum ist von Sonnenaufgang bis -untergang geöffnet.

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