Erste Ware 1984 mit dem Bulli aus Hamburg abgeholt

Wiedereröffnung: Twistringer Eine-Welt-Laden kehrt ins frühere Küsterhaus zurück

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Morgen ist Wiedereröffnung: Renate Menzel (r.) und Annette Lehmkuhl bestücken die Regale im Eine-Welt-Laden. 

Twistringen - Von Theo Wilke. „Die Idee für unseren Eine-Welt-Laden hatte 1984 Dekanatsjugendreferent Hermann Bernhold. Wir sind am Anfang mit dem Kirchenbulli nach Hamburg gefahren, um die erste Ware zu holen“, erinnert sich Annette Lehmkuhl, damals erst 18 und die Jüngste imTeam. Morgen wird der Eine-Welt-Laden der katholischen Kirche im ehemaligen Küsterhaus an der Steller Straße wiedereröffnet. Mit fair gehandeltem Kaffee aus Südamerika, Kakao aus Afrika, Gewürzen aus Indien, Honig aus Mexiko.

Vor dem Umbau befand sich der Eine-Welt-Laden bereits im Küsterhaus, siedelte für die Zeit der Sanierung ins alte Pfarrzentrum um. Heute freuen sich Renate Menzel und Annette Lehmkuhl mit gut einer Handvoll weiteren Ehrenamtlichen über den kleineren, aber modernen Verkaufsraum zur Straße hin. Nebenan ist Diakon Bernhard Sauer eingezogen. Dafür erhält das Laden-Team gegenüber noch einen Lagerraum. „Wir sind kein Verein“, betont Menzel, alles laufe über die Kirchengemeinde. „Wir werden dabei toll unterstützt“, fügt Lehmkuhl hinzu.

1984 ließen sich die Ehrenamtlichen von St. Anna im Weltladen in Barnstorf das Rüstzeug geben, an Wochenenden bildeten sie sich fort. Anfangs kam die fair gehandelte Ware noch aus Hamburg, inzwischen wird alles, vom Kaffee bis zu exotischen Aromen und Gewürzen aus Bremen geholt oder geliefert. Renate Menzel organisiert den Laden sowie die Außenstände des Teams, etwa im Bereich St. Anna an Sonntagen oder bei Festen, auf dem Weihnachtsmarkt, Bassumer Kartoffelfest oder wie jüngst beim Heiligenloher Bauernmarkt. „Dort haben wir alle Müslischalen verkauft“, freut sich Lehmkuhl.

Den erwirtschafteten Überschuss eines Jahres spende man an gemeinnützige Einrichtungen, zum Beispiel für rauchfreie Küchenöfen in Nepal. „In der Vergangenheit haben wir ingesamt 5000 bis 6000 Euro gespendet“, weiß Renate Menzel zu berichten. Allein 2000 Euro davon sei in ein OP-Mikroskop für einen Arzt in Nepal investiert worden, um damit unter anderem den Grauen Star zu behandeln.

Zum Kreis der Ehrenamtlichen gehören neben Menzel und Lehmkuhl Peter Hartjens, Beate Hammann, Edith Hammann, Anna Kunst und Barbara Brackmann. Auch deren Familien unterstützen den Eine-Welt-Laden.

Fairtrade hilft den Kleinbauern

Die Öffnungszeiten an der Steller Straße 2: freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 12 Uhr und sonntags ebenfalls von 10 bis 12 Uhr.

„Freitags und samstags ist mehr Betrieb. Und wir haben Stammkunden. Die brauchen wir auch. Wir freuen uns über jeden neuen Kunden, der in Zukunft fair gehandelten Kaffee aus Südamerika kauft, um damit die Kleinbauern vor Ort zu unterstützen“, betont die Hobbyimkerin Renate Menzel.

Die Ware kommt über die Vertriebsorganisation Gepa, Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der sogenannten Dritten Welt. Gepa ist europaweit das größte Fair-Handelshaus.

Hübsche Tassen und Körbe stehen neben Teesorten und Schokoladen im Regal. Zahnarzthelferin Lehmkuhl weist auch auf den leckeren Honig von indianischen Kleinbauern aus Mexiko sowie Zitrone-Thymian-Bonbons hin, auf Basmati-Reis aus Indien, Zimt aus Sri Lanka, auf ausgesuchte Weine, Südfrüchte, Tücher, O-Saft und Kerzen. Am besten läuft Kaffee. „Wir haben auch richtige Bohnen und Pads. Der entkoffeinierte Kaffee kommt besonders gut bei den Älteren an“, heißt es.

Zu Ostern und Weihnachten wird das Eine-Welt-Angebot um entsprechende Produkte erweitert. „Bald kommt der Adventskalender wieder ins Regal“, fällt Annette Lehmkuhl angesichts des schon herbstlichen Wetters ein. „Und ganz leckere Spekulatius.“

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