Erste Jungkompanie im Schützenverein / Viele „erblich vorbelastet“

Clique, Feier und Tradition sind die Motivation

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Nach einem Jahr Vorarbeit wird die Jungschützenkompanie im Juli mitmarschieren.

Twistringen - Von Sabine Nölker. Zum Twistringer Schützenfest im Juli gibt es eine Premiere: Mehr als 30 Jugendliche werden die erste Jungschützenkompanie bilden. Weitere Mitglieder sind willkommen. Was reizt junge Menschen eigentlich, in einen Schützenverein einzutreten?

Die Beweggründe sind sehr unterschiedlich. Offenbar sind es zunächst die Clique und das Feiern, dann aber auch der Erhalt von Tradition und Brauchtum. Ist es denn in Zeiten der Globalisierung und des Internets noch „in“, sich mit Brauchtum und Traditionen eines Schützenvereins auseinanderzusetzen?

Der 17-jährige Niklas Brauer möchte mal schauen, wie es in einem Schützenverein so abläuft, und „auch, wie die Leute so drauf sind“. Niklas lebt erst seit fünf Jahren in Twistringen und will neue Menschen kennenlernen.

„Ich bin bereits als Kind beim Schützenfest mitmarschiert und möchte dabei bleiben“, sagt Oliver Jürgens (16), der sich für den Posten des stellvertretenden Kompanieführers zur Verfügung stellt. Durch die Einführung der Jungschützenkompanie könne er schon mit 16 und nicht erst mit 18 Jahren in den Verein eintreten. Er sei „erblich vorbelastet“, wie viele andere, etwa durch Vater und Opa.

Daniel Pille (21) engagiert sich seit einigen Jahren im Schützenverein und dies aus Überzeugung. „Die Gründung einer Jungschützenkompanie finde ich eine sehr gute Idee. Die Tradition muss erhalten bleiben.“

Wahlen sind 2016 geplant. Für den Posten des Kompanieführers ist Christoph Geitner vorgesehen. Der 22-Jährige wirkt seit einigen Jahren im Twistringer und im Mörsener Schützenverein mit. Geitner sieht einen großen Vorteil in der Jungschützenkompanie: Durch den Wegfall von Hut und Schützenjacke sei es für die jungen Männer lockerer. Mit nur einem halben Jahresbeitrag sei die Mitgliedschaft auch finanzierbar.

Das Ziel von 700 Mitgliedern im Twistringer Schützenverein dürfte mit dem Eintritt von mehr als 30 Jungschützen erreicht sein. Nach rund einem Jahr Vorarbeit, zunächst durch Norbert Wessels und David Nordmann und dann federführend durch Ralf Siemers, trafen sich jetzt rund 20 Teilnehmer in der Schützenhalle zum ersten Appell. „Ralf hat mächtig was bewegt“, zeigten sich Nordmann und Schießsportleiter Henrik Dames beeindruckt. 40 Namen stehen zurzeit auf der Anmeldeliste.

Ralf Siemers berichtet, dass am ersten Mittwoch im Juli das erste Kompanieschießen angeboten wird. Beim Stadtschützenfest in Marhorst am 5. Juli soll es den ersten offiziellen Auftritt der neuen Kompanie geben. „Sozusagen als Generalprobe für unser Schützenfest zwei Wochen später“, erklärt Siemers.

16- bis 25-Jährige, die in die Jungschützenkompanie eintreten möchten, melden sich bei Ralf Siemers unter 04243/5027909 oder Christoph Geitner unter 0162/7508527.

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