Twistringer Gymnasiasten beteiligen sich am Bildungsprogramm „Ackerdemia“

Erste Ernte: Intensiv und fester im Biss

Bis zum Herbst werden nach und nach Kürbisse, Tomaten, Zucchini, Gurken, Porree, Mais und vieles mehr auf dem Schulacker wachse.
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Bis zum Herbst werden nach und nach Kürbisse, Tomaten, Zucchini, Gurken, Porree, Mais und vieles mehr auf dem Schulacker wachse.

Twistringen – In deutschen Haushalten werden immer noch zu viele Lebensmittel in den Müll geworfen. Damit sich dies ändert, sollen Kinder bereits früh sensibilisiert werden, Lebensmittel wertzuschätzen. Hier setzt das Bildungsprogramm „Ackerdemia“ an, an dem deutschlandweit mehr als 75 000 Kinder an knapp 800 Kitas und Schulen teilnehmen. Das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium ist eine Einrichtung davon.

Das Bildungsprogramm „GemüseAckerdemie“ sollte bereits im vergangenen Jahr starten – wäre da nicht Corona dazwischen gekommen. Und auch in diesem Frühjahr standen die Voraussetzungen für die Umsetzung des Programms aufgrund der Corona-Verordnungen unter keinem guten Stern. Wären da nicht das Engagement der Lehrkräfte Sarah Stöger und Nicola Diedrichs sowie vieler Eltern gewesen. Gemeinsam bereiteten sie den Schulacker vor, damit am 23. April ein kleiner Teil des Neigungskurses „GemüseAckerdemie“ die erste Saat ausbringen konnte. „Für viele der Kids ist es das erste Mal, dass sie mit der Anpflanzung und Aufzucht von Gemüse in Verbindung kommen und lernen, wie man sie pflegen muss“, erläutert Acker-Coachin Josephine Wohlrab.

Die Nachhaltigkeitsmanagerin, die in einer solidarischen Landwirtschaft arbeitet, war bei der zweiten Anpflanzung in der letzten Woche zugegen, um zu unterstützen, Fragen zu beantworten und die erste kleine Ernte mit den insgesamt zehn Schülerinnen des Neigungskurses durchzuführen. Darunter die 15-jährige Isabel, die voll in dieser neuen Aufgabe aufgeht. „Ich habe ein paar Pflanzen, die wir auf dem Acker nicht unterbringen konnten, mit nach Hause genommen“, erklärt die junge Gärtnerin. „Es war spannend zuzusehen, wie wahnsinnig schnell sie wachsen.“ Dafür habe sie sogar ein Hochbeet gebaut und konnte den ersten Salat bereits genießen. „Er schmeckte viel intensiver und war viel fester im Biss als gekaufter Salat.“

Wie von den Profis empfohlen, wurden die Pflanzen bei ihr wie auch auf dem Schulacker dazu erzogen, mit wenig Wasser auszukommen. „Dann bilden diese viel längere Wurzeln und sind unempfindlicher“, erläutert Wohlrab die Vorgehensweise.

Die Nachhaltigkeitsmanagerin sparte an diesem Nachmittag nicht mit Lob über das Projekt. „Der Schulacker am Hildegard-von-Bingen-Gymnaisum sieht wirklich super und vorbildlich aus“, man merke, dass hier viel Liebe und Eifer und Engagement im Spiel sind. „Nur ein kleiner Hase, der gerne am Kohlrabi und den Salaten knabbert, macht uns ein klein wenig Ärger.“

Bis zum Herbst werden nach und nach Kürbisse, Tomaten, Zucchini, Gurken, Porree, Mais und vieles mehr auf dem Schulacker wachsen. „Dieses Projekt ist einfach schön, tut gerade in dieser für die Schülerinnen und Schüler schweren Zeit der Seele gut, macht sie glücklich und zufrieden“, erklärt Diedrich, die unter anderem die Umweltbeauftragte des Gymnasiums ist. Sie spart auch nicht an Lob für den Einsatz ihrer Kollegin Sarah Stöger, die den Neigungskurs leitet und es durch ihren Einsatz und mithilfe der Eltern geschafft hat, trotz Coronapandemie dieses Projekt durchzuführen.

„Nun hoffen wir, dass es ab der nächsten Woche voll losgehen kann“, ergänzt Stöger. Denn bisher konnten nur ganz wenige Kids alle vier anstatt alle zwei Wochen auf dem Acker arbeiten. „Vielen Dank an die Kollegen und Eltern, die uns in den Phasen, als keine Schule war, mit ihrer Arbeitskraft unterstützt haben.“ Für Isabel und ihre Mitstreiter ist eins ganz sicher: „Mehr Bio als mit diesem Projekt geht nicht.“

Von Sabine Nölker

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