Kommunalwahl am 12. September

Erst Start-up, jetzt Sitz im Rat? Geschäftsführer Mirsad Berisha (24) kandidiert

Mirsad Berisha in den neuen Räumen seiner Firma MB-Smart an der Wildeshäuser Straße. Der 24-jährige ist Geschäftsführer und studiert nebenbei an der Uni in Bremen Betriebswirtschaftslehre.
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Mirsad Berisha in den neuen Räumen seiner Firma MB-Smart an der Wildeshäuser Straße. Der 24-jährige ist Geschäftsführer und studiert nebenbei an der Uni in Bremen Betriebswirtschaftslehre.

Mirsad Berisha kandidiert bei der Kommunalwahl am 12. September für die Grünen in Twistringen. Ihm liegen die Themen Integration, Nachhaltigkeit und Stadtentwicklung am Herzen. Der 24-Jähriger ist Geschäftsführer seines Unternehmens MB-Smart und studiert Betriebswirtschaftslehre an der Uni in Bremen.

Twistringen – Waldbrände in Südeuropa, Hochwasser im Ahrtal ... „Ich merke immer mehr, dass Nachhaltigkeit und Umweltschutz wichtiger sind, als viele glauben“, sagt Mirsad Berisha. Er sitzt in den neuen Räumen seiner Firma MB-Smart an der Wildeshäuser Straße in Twistringen. Weil der Platz am alten Standort an der Bahnhofstraße zu eng wurde, ist der 24-jährige Geschäftsführer mit seinem Unternehmen vor wenigen Tagen umgezogen. Er selbst will nun in den Twistringer Rat einziehen.

Mirsad Berisha kandidiert bei der Kommunalwahl am 12. September für die Grünen – weil das in seinen Augen die Partei ist, die beim Thema Nachhaltigkeit auf dem besten Weg ist.

Integration ist Mirsad Berisha ein wichtiges Anliegen

Eigentlich wollte der Twistringer schon bei der vorherigen Wahl antreten. Ein Lehrer brachte ihn damals auf die Idee. „Ich konnte aber nicht kandidieren, weil mir die deutsche Staatsbürgerschaft gefehlt hat“, erzählt er. Seine Eltern stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien, aus Montenegro. Im Jahr 1990 kamen sie nach Deutschland. Mirsad Berisha ist also hier geboren und aufgewachsen. Die entsprechende Staatsangehörigkeit habe er aber erst mit 18 beantragen können, schildert er.

Mirsad Berisha und seine Brüder, insgesamt sieben Jungs, haben früh Verantwortung übernommen. Der Vater musste die Schule in der siebten Klasse abbrechen, um zu arbeiten, die Mutter ist nicht zur Schule gegangen. Dementsprechend haben sich die Geschwister zum Beispiel beim Lernen viel gegenseitig unterstützt.

„Unserer Familie wurde damals von anderen geholfen“, erinnert sich der Twistringer. „Was wir bekommen haben, will ich auch zurückgeben.“ Das spornte ihn an, sich nach seinem Abitur bei der Caritas als ehrenamtlicher Asylbegleiter zu engagieren. Und es ist auch ein Grund dafür, warum er sich politisch unter anderem für das Thema Integration einsetzen möchte. So ist es ihm ein Anliegen, dass die Twistringer Flüchtlingsarbeit bei der Caritas angesiedelt bleibt: „Ich habe das immer als positiv empfunden.“

Nach dem Abi Lehre zum Bankkaufmann, später eigenes Unternehmen

Mirsad Berisha hat eine Ausbildung zum Bankkaufmann absolviert und war bei der Volksbank bundesweiter Ausbildungsbotschafter. Später stieg er bei dem Start-up seines Bruders ein, der zusammen mit einem Studienkollegen eine App für digitales Bestellen und Bezahlen in der Gastronomie entwickelt hatte.

Mit MB-Smart hat Mirsad Berisha sein eigenes Unternehmen auf die Beine gestellt. Außerdem studiert er an der Uni in Bremen Betriebswirtschaftslehre.

Smartphones und Tablets ein zweites Leben schenken

Die Firma MB-Smart ist seit 2019 im Bereich des IT-Remarketing und Recycling aktiv. Zusammen mit einer Handvoll Mitarbeiter kauft Mirsad Berisha gebrauchte Smartphones und Tablets von Unternehmen und bereitet sie auf. Sie löschen die Daten mit einem zertifizierten Verfahren und verkaufen die Geräte anschließend zu einem günstigen Preis weiter. „Wir schenken Smartphones und Tablets ein zweites Leben“, sagt Berisha. Das schone Ressourcen.

Mit dem IT-Remarketing ist MB-Smart international tätig. Lokaler ist da ein Handyreparaturshop, der überdies zum Unternehmen gehört.

Ziel: Jüngere Motivieren, selbst politisch mitzumischen

Für Twistringen steht für Mirsad Berisha die Frage im Vordergrund: „Wie können wir nachhaltig die Stadtentwicklung vorantreiben?“ Interessant seien da auch städtebauliche Themen wie die Umgehungsstraße. Er findet zudem, „dass man als Außenstehender noch stärker mitbekommen sollte, was im Rat passiert.“

Nicht zuletzt möchte er andere mit seiner Kandidatur motivieren, in der Politik mitzumischen. „Wenn ich mir die Kandidatenlisten anschaue, fehlt es an Jüngeren, die mitwirken und mitbestimmen wollen.“

Von Katharina Schmidt

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