Tennet: Leitung transportiert Energie aus Windkraft

Erneut Gegenwind für Stromtrasse: Twistringerin will Baubeginn stoppen

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Diese Hochspannungsleitung von Netzbetreiber Tennet steht bei Beckedorf im Landkreis Schaumburg .

Twistringen - Von Anke Seidel. Sylvia Holste-Hagen will kämpfen. Die Twistringerin, die für die Grünen im Stadtrat mitarbeitet, will den Bau der 380 kV-Höchstspannungsleitung zwischen den Umspannwerken Ganderkesee und St. Hülfe nicht hinnehmen.

Deshalb hat sich die Kommunalpolitikerin an Bundes-Umweltministerin Barbara Hendricks gewandt und eine Internet-Petition gestartet. Die umstrittene, vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig aber zweifelsfrei bestätigte Leitung steht kurz vor der Verwirklichung. Mitte Dezember soll der Bau beginnen.

„Trotz mächtigen Widerstandes der betroffenen Bevölkerung werden Hochspannungstrassen durch Deutschland gebaut, die völlig überdimensioniert sind“, schreibt Sylvia Holste-Hagen an die Bundes-Umweltministerin. „Zudem wird der Bevölkerung vermittelt, Trassen würden für die Energiewende benötigt. Dabei ist bekannt, dass zwei von drei Trassen für die Weiterleitung von Kohlestrom vorgesehen sind.“

In ihrem Brief an Hendricks beklagt die Twistringerin, dass die Trasse Ganderkesee – St. Hülfe „keinen Anschluss an einen Offshore-Standort hat. Sie vernichtet natürliche Ressourcen und belastet die dort wohnhafte Bevölkerung.“ Wenn das Klimaschutzabkommen von Paris eingehalten werden solle, „müssten unter anderem die 20 umweltschädlichsten Kohlekraftwerke sofort abgeschaltet werden. Hierfür darf dann nicht vergessen werden, den Trassenbau sofort zu stoppen“, mahnt die Twistringerin. „Dieser sollte aufgrund geänderter Voraussetzungen auf Sinnhaftigkeit überprüft werden.“

Drei bis vier Jahre Bauzeit

Für die rund 60 Kilometer lange Trasse Ganderkesee – St. Hülfe ist eine Bauzeit von drei bis vier Jahren vorgesehen. Bei der rund 48 Kilometer langen Freileitung entstehen Masten in einem Abstand zwischen 300 und 400 Metern. Die Bauzeit für einen einzelnen Masten gibt das zuständige Unternehmen Tennet mit drei bis vier Monaten an. 13 Kilometer der Trasse verlaufen – in verschiedenen Abschnitten – als Erdkabel. Dafür ist eine Bauzeit von rund einem Jahr vorgesehen.

Nach Informationen dieser Zeitung hat Tennet bereits ein Haus im Raum Twistringen-Rüssen angekauft, um einen neuralgischen Punkt in der Abstandsregelung zu entschärfen. Das bestätigte Inga Wilken als Bürgerbeteiligungsreferentin bei Tennet – und genauso, dass mit weiteren Eigentümern Gespräche geführt werden. Es gehe darum, in jedem Fall die optimale Lösung zu erreichen. Der Ankauf von Häusern sei dabei eine von verschiedenen Optionen.

Windenergie sei vorrangige Quelle

Zur Frage des fehlenden Offshore-Anschlusses der Trasse verwies sie an Tennet-Pressesprecher Mathias Fischer. Transportiert die Trasse tatsächlich keine regenerative Energie? Fischer stellt klar: „In Niedersachsen ist Windenergie die vorrangige Quelle für Strom aus erneuerbarer Energie. 

Niedersachsen ist das Windstromland Nr. 1. Die Leitung Ganderkesee – St. Hülfe ist ein wichtiges Projekt im Rahmen der Energiewende zur notwendigen Verstärkung und zum Ausbau des vermaschten Drehstromnetzes, also zum Transport von vorrangig genau dieses Windstroms von Niedersachsen in Richtung Süden und Westen Deutschlands.“

Die Bauarbeiten für die Trasse sollen in der 50. Kalender-Woche beginnen – an mehreren Stellen gleichzeitig. Derweil sammelt Sylvia Holste-Hagen auf der Internet-Seite avaaz.org (Bürger-Petitionen) Unterschriften und erklärt: „Der Bau muss gestoppt und auf Sinnhaftigkeit überprüft werden.“

https://secure.avaaz.org/de/petition/Bundesumweltministerium_Stopp_des_HochspannungsTrassenbau/?launch

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