Eltern fühlen sich „verarscht“

Keine Mobilbauten nach den Ferien für Twistringer Grundschule

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Die Twistringer Grundschule am Markt aus der Vogelperspektive – nach den Ferien auch weiter räumlich beengt.

Twistringen - Von Theo Wilke. Aufgebrachte Eltern von neuen Erstklässlern rennen der Stadtverwaltung quasi die Türen ein: Nach den Sommerferien wird es keine Mobilbauten an der Außenstelle in Scharrendorf geben.

Eigentlich sollte damit die größte Raumnot für die Twistringer Grundschule am Markt beseitigt werden. Bürgermeister Martin Schlake hat aber Schulleiterin Marita Schröder-Geisler informiert, dass der Verwaltungsausschuss (VA) des Rates entschieden habe, jetzt keine Mobilbauten zu kaufen, weil viel zu teuer, sondern die kleine Lösung um ein Jahr zu verschieben.

Richtig sauer äußert sich zum Beispiel eine Twistringerin. Sie und andere enttäuschte Eltern der künftigen Klasse 1b fühlen sich von der Politik verschaukelt: „Dieses Thema ist ja nicht erst seit heute ein Problem, sondern wird von Wahlperiode zur Wahlperiode geschoben. Nach dem Motto: Irgendwer wird sich schon damit befassen. Da werden Wahlkampf-Plakate aufgehängt und Reden gehalten, was wer verspricht. Und als Wähler geht man davon aus, dass dieses Versprechen gehalten wird“, so die Mutter im Gespräch mit dieser Zeitung.

VA: Firmenangebote zu teuer – vertagt

Am Ende komme aber immer wieder dasselbe dabei raus: Zu viele Köche verderben den Brei. Und: „Wir Eltern fühlen uns von der Stadt im wahrsten Sinne des Wortes verarscht, und dies hat nichts mehr mit Emotionen zu tun, sondern man fühlt sich betrogen und angelogen.“ Die Twistringerin geht davon aus, dass ein oder zwei Eltern das nicht stört, aber der größte Teil wisse nicht mehr, was noch von Wahlversprechen zu halten sei. Es gehe doch nicht nur „um unsere Kinder allein, sondern auch um die nachfolgenden Generationen“.

Bürgermeister Martin Schlake hat bereits einige Anrufe von erbosten Eltern bekommen. In seinem Schreiben vom Mittwoch an die Schulleitung erklärt er unter anderem, dass sich Rat und Verwaltung zunächst für die Mobilbauten in Scharrendorf entschieden hätten, für zwei allgemeine Unterrichtsräume sowie Nebenräume und ein Lehrerzimmer. „Leider hat sich nach der Ausschreibung keine Firma dazu bereit erklärt, die Mobilbauten zu einem adäquaten Preis zum Schuljahresbeginn zu liefern“, heißt es weiter.

Obergrenze nicht eingehalten

Nach dem Beschluss des Rates im Mai war eine Obergrenze festgelegt worden – bis zu 310 000 Euro. Was dann an Angeboten im Rathaus eintraf, lag laut Stadtverwaltung deutlich darüber. Der Markt macht eben den Preis.

Da habe sich der VA entschlossen, die Ausschreibung zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu wiederholen, „damit ein realistischer Preis erreicht wird“.

Nun muss die Maßnahme komplett neu berechnet werden. Damit ist es nicht getan. Es müssen vorbereitende Arbeiten zum Untergrund und für die Versorgungsleitungen erledigt werden.

So könnten die Mobilklassen nach den Sommerferien 2018 für den Unterricht zur Verfügung stehen. Begründet wird dies damit, dass mit der Aufstellung von Mobilbauten auch eine emotionale Belastung der Grundschüler verbunden sei, insbesondere mitten im Schuljahr.

Schulleiterin Schröder-Geisler bedauert „diese missliche Situation sehr“. Sie hat den Eltern der Klasse 1b unter anderem gemailt, nun würden deren Kinder doch am Markt in Twistringen eingeschult. Nach der Begrüßung im Schulzentrum am 5. August kommen die Eltern mit den Erstklässlern zur Schule am Markt. So wird sich an der angespannten Raumsituation zum Schuljahresbeginn nichts ändern.

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