Mehr Wohnraum schaffen

Ortsrat votiert für Bebauungsplan „Gelände Spradau“

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Heiligenloher Historie: Der Branntweinkeller Harms um 1902 auf dem Großplakat, dahinter Spradaus ehemaliger Bullenstall an der Hauptstraße. Dort könnten unter anderem Grundstücke für bauwillige junge Familien entstehen.

Heiligenloh - Von Theo Wilke. Großflächige Fotos erinnern an der Hauptstraße an die einst florierende Brennerei Spradau, an den Molkereibetrieb und mehr als ein Dutzend ehemalige Höfe in Heiligenloh. Dahinter liegt der frühere Bullenstall. Besitzer Hans Spradau aus Worpswede bietet die Halle und zwei weitere Flächen an der Bockstedter Straße für neue Wohnbaugrundstücke im Dorf an.

Der Ortsrat hat sich diese Woche einmütig für die Aufstellung eines Bebauungsplanes „Gelände Spradau“ ausgesprochen. Dies freut besonders Ortsbürgermeisterin Anke Borchers. Sie setzt sich schon länger für eine Nachnutzung der brachliegenden Flächen ein. Heiligenloh brauche mehr Wohnraum – darüberhinaus hat Borchers die Vision einer ortskernnahen generationenübergreifenden Begegnungsstätte. 

Hans Spradau hat dies aufgegriffen und betont in seinem Antrag und Brief an Borchers und die Stadt Twistringen: „Für den Ort Heiligenloh wäre es ein großer Gewinn, wenn diese Bebauung im Ortskern ermöglicht würde.“

Spradau ist auch Eigentümer des Hofgrundstücks neben dem Bullenstall. Die Immobilie steht seit 2002 leer. Der heutige Worpsweder ist nicht nur bereit, das Gelände an der Hauptstraße zur Verfügung zu stellen, sondern auch das ehemalige Biogasanlagen-Areal zwischen Bockstedter und Poststraße – im Volksmund „Spradaus Lagune“ sowie gegenüber eine Grünfläche (alter Tennisplatz). 

Der Eigentümer willigt außerdem ein, die Bereiche Bullenstall und Biogasanlage auf Bodenverunreinigungen untersuchen zu lassen. Hans Spradau geht aber davon aus, dass es dort keinerlei Verunreinigungen gibt.

Ortsbürgermeisterin Borchers sieht die große Chance, bereits an der Bockstedter Straße wenigstens 15 bis 16 neue Bauplätze zu schaffen.

Der Twistringer Ratsausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft wird sich in der kommenden Woche mit dem Antrag Spradaus beschäftigen.

Beschleunigtes Verfahren möglich

Der Antrag zur Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes sowie Änderung des Twistringer Flächennutzungsplanes enthält drei Bereiche. Bullenstall und Lagune sind im F-Plan noch als gemischte Baufläche ausgewiesen, der dritte Bereich ist als Grünfläche dargestellt. Dazwischen liegt ein Wald, und angrenzend befindet sich ein Landschaftsschutzgebiet.

In der Sitzungsvorlage hat Christian Gelhaus vom Fachbereich im Rathaus unterstrichen, dass zwar in Teilen schon Lückenbebauung denkbar sei. Aber „für einen verlässlichen Rahmen und zur städtebaulichen Neuordnung empfiehlt sich jedoch für den gesamten Bereich die Aufstellung eines Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes.“ Für die Areale Bullenstall und ehemalige Biogasanlage sei ein beschleunigtes Verfahrens laut Baugesetzbuch möglich.

Was die alte Grünfläche angeht, werden die Wiedernutzbarkeit von Brachflächen und eine behutsame Nachverdichtung „für eine ortskernnahe Wohnbebauung angestrebt“. Außerdem, so Gelhaus weiter, könne im beschleunigten Verfahren der Innenentwicklung ein neuer Bebauungsplan auch vor der Änderung des F-Planes aufgestellt werden. Der werde später nur angepasst.

Die Stadtverwaltung befürwortet den Plan „Gelände Spradau“. Nach dem Fachausschuss am 14.  Juni wird der Verwaltungsausschuss am 21.  Juni entscheiden. Dann wird der Bauleitplan für die frühzeitige Beteiligung erstellt, danach unter anderem erneut der Heiligenloher Ortsrat angehört.

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