Eingangskontrolle im Kreis Diepholz

Negative Corona-Schnelltestergebnisse für Präsenzunterricht notwendig

Ihren Coronatest sollen Schülerinnen und Schüler nicht mit in die Schule bringen. Gefragt ist ein von den Eltern unterschriebenes Dokument, auf dem das Testergebnis genannt wird.
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Ihren Coronatest sollen Schülerinnen und Schüler nicht mit in die Schule bringen. Gefragt ist ein von den Eltern unterschriebenes Dokument, auf dem das Testergebnis genannt wird.

Mit dem Ende der Osterferien hat für Schülerinnen und Schüler – mal wieder – ein neuer Alltag begonnen. Der Besuch des Präsenzunterrichts bedarf jetzt eines negativen Corona-Testergebnisses. Wir haben vier Schulen gefragt, wie das Prozedere angelaufen ist.

Landkreis Diepholz – Die Realschulen Diepholz und Syke, das Hildegard-von-Bingen-Gymnasium Twistringen und das Gymnasium Sulingen standen zunächst vor der Aufgabe, dass die Schülerinnen und Schüler Tests benötigen. Daher wurde der Montag nach den Ferien zum Abholtag erklärt. „Das hat am Montag total super funktioniert“, erklärt Matthias Bahr, Leiter der Realschule Diepholz, auch wenn die Abholung durchaus eine logistische Herausforderung darstellt. In Diepholz sind für drei Eingänge Abhol-Pläne erstellt worden, in Sulingen sind die Klassenräume und die Mensa als Ausgabepunkte verwendet worden, das Twistringer Gymnasium hat auf neun verschiedene Ausgabestellen gesetzt. „Das hat sich über den Tag wunderbar verteilt“, erzählt Schulleiter Peter Schwarze. „Wir haben den Tag auch genutzt, um mit den Schülern ins Gespräch zu kommen und Fragen zu beantworten.“

Verfügbarkeit von Corona-Schnelltests war in Syke eher ein glücklicher Zufall

Dass genügend Tests zur Verfügung standen, war an der Realschule Syke einem „glücklichen Umstand geschuldet“, schildert Schulleiterin Antje Jorek. Die Schnelltests, die vor den Ferien in der Schule benutzt werden sollten, waren zu spät gekommen. „Nur deshalb hatten wir jetzt genug“, erklärte Jorek. Auch für die kommende Woche stehe derzeit erst ein Test pro Kind zur Verfügung.

Schülerinnen und Schüler sehen sich zu Beginn ihres Arbeitstages nun einer Einlasskontrolle gegenüber, bei der ein von den Eltern bestätigter Nachweis über ein negatives Testergebnis vorgezeigt werden muss. Schwarze lobt das „sehr disziplinierte Verhalten von Schülern und die gute Zuarbeit von den Eltern“. Am ersten Tag hätten von rund 760 Schülern nur drei den Zettel vergessen. In den Fällen habe die Schule bei den Eltern angerufen und sich nach dem Ergebnis erkundigt.

Schnelltests werden zukünftig vor dem Wochenende ausgegeben

Die Realschule Syke erlaubt derzeit noch eine Nachtestung in der Schule, falls der Test vergessen wurde. Sollte dieser positiv ausfallen, nimmt die Sozialarbeiterin der Schule das Kind in Obhut, Eltern und Gesundheitsamt werden informiert.

In Diepholz werde versucht, flexibel und mit individuellen Lösungen zu reagieren. „So können Eltern zum Beispiel die Bestätigung per Foto auf das Handy des Schülers schicken“, erläutert Schulleiter Bahr. Die Sulinger Schule hatte den Eltern angekündigt, dass Kinder ohne Nachweisdokument das Gelände verlassen müssen.

In den kommenden Wochen wird es nicht mehr notwendig sein, einen einzelnen Tag pro Woche den Präsenzunterricht auszusetzen, denn die Schulen planen, den Kindern und Jugendlichen Tests mit nach Hause zu geben.

Nur wenige Eltern lehnen Teilnahme am Präsenzunterricht ab

Bleibt noch eine Frage: Was ist mit den Schülerinnen und Schülern, die nicht am Unterricht teilnehmen sollen oder es aufgrund eines positiven Tests nicht können? Es habe besorgte Eltern gegeben, die von der Möglichkeit Gebrauch gemacht haben, ihr Kind vom Präsenzunterricht abzumelden, erklärt Matthias Bahr: „Wir haben etwa 20 Abmeldungen. Das ist bei knapp 600 Schülerinnen und Schülern eine gute Quote.“

In der Realschule Syke lag der Anteil der Eltern, die den Selbsttest ablehnen und ihr Kind lieber im Distanzunterricht ließen im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Schulleiterin Antje Jorek hält die Kombination aus Szenario B – der Beschulung in zwei voneinander getrennten Gruppen – und dem Distanzunterricht für schwierig umzusetzen. „Wir können nicht auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen“, mahnt sie. Für die Schulqualität sei diese Mischregelung „kein glücklicher Zustand“.

Präsenz- und Distanzunterricht sind gleichzeitig nicht zu leisten

Schwarze und Bahr erklären gleichermaßen, dass Schülerinnen und Schüler, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, mit Aufgaben zur eigenverantwortlichen Bearbeitung ausgestattet werden. Für Rückfragen stehen den Kindern in Diepholz Sprechstunden der Lehrkräfte zur Verfügung. Matthias Bahr: „Obwohl wir digital gut ausgestattet sind, ist die digitale Infrastruktur für eine digitale Übertragung des Unterrichts nicht ausgelegt. Im Rahmen unseres Erweiterungsbaus wird aber auch die digitale Infrastruktur verbessert. Aktuell ist der Landkreis Diepholz dabei, unser Haus mit neuen Datenleitungen auszustatten. Nun ist eine Beschulung der Kinder im Distanzlernen aber auch abhängig von Personalressourcen.

Was die Testpflicht nicht bedeutet, betonen alle Schulen, ist ein Verzicht auf die geltenden Hygieneregeln wie das Maske-Tragen. Die Tests seien ein guter Schritt für noch mehr Sicherheit, betont Peter Schwarze, sie machen andere Schritte aber nicht überflüssig.

Kreisschülersprecher sieht die häufigen Corona-Tests positiv

Die Testpflicht vor dem Schulunterricht scheint in ihrem Ablauf also zu funktionieren. Wie aber wird sie von den Betroffenen, den Schülerinnen und Schülern, wahrgenommen? „Die verpflichtenden Tests stoßen auf allgemein positives Feedback“, erklärt Georg Beverborg, Kreisschülersprecher im Landkreis Diepholz auf Nachfrage. Das Thema werde derzeit stark diskutiert. Besonders groß sei die Hoffnung darauf, dass die Testpflicht es ermöglicht, dass der Präsenzunterricht aufrechterhalten werden kann und Szenario C – also reiner Distanzunterricht – nicht wieder notwendig wird.

Auch der tägliche Gang zur Schule fällt einfacher, die Sorgen werden zumindest für einige Personen geringer, betont Beverborg: „Das Sicherheitsgefühl steigt definitiv.“ Auf 100 Prozent sei es aber nicht, denn tägliche Tests sind nicht vorgesehen. Je nach Schule und vorhandenem Testkontingent werde dem Kreisschülersprecher zufolge wöchentlich, zweimal, dreimal oder täglich getestet. „Logischerweise steigen das Sicherheitsgefühl und die Akzeptanz bei häufigeren Tests.“ Und vielleicht, so die Hoffnung, erlaubt das Testen auch die Rückkehr in das Szenario A – Präsenzunterricht für alle zur gleichen Zeit.

„Es kommt durchaus die Frage auf, warum man sich nicht früher um genügend Tests gekümmert hat.“

Da die Tests nicht erst seit Kurzem existieren, hinterfragt der Kreisschülersprecher bisherige politische Entscheidungen: „Es kommt durchaus die Frage auf, warum man sich nicht früher um genügend Tests gekümmert hat. Die Verantwortlichen kennen die Pandemie ja auch schon seit mehr als einem Jahr.“

Gegenüber den weiterhin geltenden Hygieneregeln beweise die Schülerschaft, ein Abbild der Gesellschaft zu sein. Mancherorts halte man sich stark daran, so Beverborg, andernorts sehe man das gelassener. Dass nun getestet wird, habe auf die Akzeptanzfrage der Hygieneregeln keinen Einfluss.

Kritisch seien die Schülerinnen und Schüler allerdings, was den Sportunterricht angehe. Dieser ist weiterhin ausgesetzt. „Wenn man sich negativ getestet hat, möchte man auch gerne Sportunterricht haben. Vor allem, da aktuell ja wenig Sportangebote in der Freizeit vorhanden sind und ein gesunder Mensch auch Bewegung braucht“, argumentiert Georg Beverborg.

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