Haus Bollweg

Tagespflege öffnet Anfang Mai - Senioren-WG im Juni bezugsfertig

Freuen sich, bald die Türen des Haus Bollweg öffnen zu können: Torsten und Maren Gerk, Frank Ehlers, Cord-Hinrich Hespe (unten v.l.) sowie Jutta Seelhoff und Tanja Hartmann (auf dem Balkon von links).
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Freuen sich, bald die Türen des Haus Bollweg öffnen zu können: Torsten und Maren Gerk, Frank Ehlers, Cord-Hinrich Hespe (unten v.l.) sowie Jutta Seelhoff und Tanja Hartmann (auf dem Balkon von links).

Heiligenloh – Das Haus Bollweg hat Geschichte: 1929 erbaut, kennt es wohl jeder, der schon einmal durch Heiligenloh gefahren ist. Leicht erhöht thront es an der Hauptstraße, direkt gegenüber der Kirche. Gaststätte und Kaufladen waren hier früher untergebracht, dann eine Sparkassenfiliale. Einige Jahre schien es, als bliebe dem dunkelroten Backsteingebäude nur noch der Verfall.

Doch dann kam die Kehrtwende – nun beginnt eine neue Zukunft für das Haus Bollweg.

Diese Zukunft steht auf drei Beinen: Tagespflege, Senioren-WGs und Kneipe sind in dem Gebäude untergebracht. Vor zwei Jahren begannen die vier privaten Investoren aus der Region – Maren und Torsten Gerk, Frank Ehlers und Cord-Hinrich Hespe – mit den Planungen, gut ein Jahr wurde nun gebaut. Das alte Wohnhaus mit Kneipe im Erdgeschoss wurde kernsaniert, die Nebengebäude wurden abgerissen. Der neue Anbau passt sich optisch dem Altgebäude an.

Bereits fertig ist die Kneipe. Bereits vor Corona war die Gaststätte schon beliebter Anlaufpunkt für Wochenendausflügler. Und ließ ahnen, was den Betreibern wichtig ist: Die Geschichte und den Charme des Hauses weiterzutragen. Davon zeugen die alten Möbel, die Gemälde mit Heiligenloher Motiven an den Wänden, die dunkelbraune, halbhohe Holzvertäfelung darunter. „Diese Holzvertäfelung zieht sich durchs gesamte Haus“, erklärt Torsten Gerk. Die Gastwirtschaft wird, sobald es wieder möglich ist, zunächst sonntags öffnen. Für Feierlichkeiten kann sie an jedem Tag gebucht werden – auch von den Bewohnern des Hauses Bollweg.

Aus der Kneipe geht es in den großen Flur und dann durch den Durchbruch in den Anbau. Hier ist die Tagespflege untergebracht. 19 Plätze gibt es, zunächst ist sie montags bis freitags von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr geöffnet, bei Bedarf wird erweitert. Der ländliche Pflege- und Sozialberatungsdienst aus Heiligenloh betreibt die Tagespflege. Pflegedienstleiterin Jutta Seelhoff und ihre Stellvertreterin Tanja Hartmann gehen durch die noch leeren Räume und zeigen begeistert, was in den kommenden Tagen eingerichtet wird. „Hier die offene Küche, dann kommt der Essbereich, dann ein Bereich mit Sofas und Sesseln, wie zuhause in der guten Stube.“ Die bodentiefen Fenster geben den Blick auf die großzügige Terrasse frei. Untergebracht sind auch ein Therapie- und Ruheraum, Badezimmer, Mitarbeiterräume, Schließfächer für Gäste und Mitarbeiter, Kühlraum – die Liste ist lang. Anfang Mai werden die ersten Gäste kommen – beziehungsweise mit dem Tagespflege-Bus abgeholt werden.

Ein enger Zeitplan ist es, bis dahin alle Arbeiten abgeschlossen zu haben – aber die Betreiber haben Vertrauen in die Handwerker, die alle aus der Region kommen. „Die haben gut mitgezogen, gerade auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie“, sagt Frank Ehlers.

Noch gibt es freie Plätze für einen oder mehrere Tage in der Tagespflege. Hier werden nach dem gemeinsamen Frühstück Aktivitäten angeboten – Gymnastik, Spaziergänge, gemeinsames Basteln und Werkeln. „Je nach Wunsch der Bewohner“, erläutert Tanja Hartmann, die gemeinsam mit Pia Bredehorst die Tagespflege leiten wird. Eine Hauswirtschafterin bereitet die Mahlzeiten mit frischen, regionalen Zutaten zu und freut sich, wenn die Gäste mithelfen möchten beim Waschen und Schnibbeln an der Kücheninsel. Deshalb gibt es beispielsweise auch extra tiefe Arbeitsplätze für Rollstuhlfahrer.

Der dritte Bereich vom Haus Bollweg sind die beiden Senioren-WGs. Alle Räume der zwölf WG-Zimmer im Erdgeschoss haben bodentiefe Fenster. Noch stehen sie leer, aber schon im Juni ziehen die Bewohner ein. Sie bringen ihre eigenen Möbel mit – „durch die Einrichtung werden die Zimmer individuell und persönlich“, sagt Jutta Seelhoff. Überall sind Rufknöpfe und -ketten, sodass die Mieter jederzeit Hilfe holen können. Die WG im Erdgeschoss ist für demente Bewohner konzipiert und bereits komplett ausgebucht.

Im Obergeschoss zieht die WG vom Neu- in den Altbau. Aufgrund der Dachform sind die Räume individueller geschnitten, haben aber ebenso wie die im Erdgeschoss alle ein eigenes Bad. Fünf Zimmer haben einen Balkon, eines hat eine Dachterrasse. Zudem ist eine große Dachterrasse an den Gemeinschaftsraum der WG angeschlossen. Die obere WG wird im Spätsommer bezugsfertig sein.

Und der Unterschied zwischen Pflegeheim und Senioren-WG? „Die Bewohner leben selbstbestimmt – wir als Pflegedienst sind nur zu Gast“, erklärt Jutta Seelhoff. Was gegessen und getrunken wird, wie eingerichtet wird, wie der Alltag abläuft, das entscheiden die WG-Bewohner. „Und wie in einer Studenten-WG wird es sicherlich auch mal Streit geben“, ergänzt Tanja Hartmann. Damit wenigstens Abwasch und Garten keine strittigen Themen werden, sind in beiden Wohngemeinschaften Hauswirtschafterin und Reinigungskräfte angestellt. Und die Hausmeistertätigkeiten sind auch in festen Händen. Der Pflegedienst wird Tag und Nacht vor Ort sein.

Hier wird – sobald Corona es zulässt – die Begegnungsstätte sein. Jutta Seelhoff, Tanja Hartmann, Cord-Hinrich Hespe, Torsten und Maren Gerk sowie Frank Ehlers hoffen auf gemütliche Stunden an der Kneipentheke.

Genauso wichtig: Keiner muss frieren. Von Frühjahr bis Herbst läuft die Energieversorgung autark über Erdwärme und eine Fotovoltaikanlage, für Notfälle und die Spitzen im Winter gibt es eine Gasheizung. Zudem sind die Räume zwangsbelüftet, Brandmeldeanlage und akkubetriebene Notbeleuchtung sorgen für Sicherheit. Moderner Komfort also im alten Gebäude. Übrigens in Original-Möbeln: Einige Sofas, Sessel, Tische und Stehlampen wurden von der Familie Bollweg übernommen und warten schon auf ihre neue Zukunft.

Von Charlotte Wolframm

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