Aktion von Fair-Kauf: Gestecke für Senioren

Eine nachhaltige Weihnachtsüberraschung

60 kleine Gestecke, und keines gleicht dem anderen: Christiane Wolff und Sylvia Holste-Hagen mit den Geschenken für die Senioren.
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60 kleine Gestecke, und keines gleicht dem anderen: Christiane Wolff und Sylvia Holste-Hagen mit den Geschenken für die Senioren.

Twistringen – Es waren einmal viele kleine Pötte, die im Fair-Kauf-Twistringen nicht so recht über die Ladentheke gehen wollten. Aber wegschmeißen? Das war Christiane Wolff, die sich bei Fair-Kauf engagiert, zuwider. Also kam die gelernte Floristin auf die Idee, etwas Tannengrün zu nehmen und Gestecke aus den Pötten zu zaubern. Die kleinen Töpfe erstrahlten in neuem Glanz. Und so kam es, dass die Senioren der Wohnpflege St. Josef am Mörsener Kirchweg am Freitag eine schöne Weihnachtsüberraschung bekamen.

Rund 60 Gestecke brachten Christiane Wolff und Sylvia Holste-Hagen den Bewohnern vorbei, und keines glich dem anderen. Es war nicht die erste Aktion dieser Art: Bereits im vergangenen Jahr hatten die Fair-Kauf-Mitglieder den Senioren im Mörsener Altenheim und der AKB Sozialdienstleistungs GmbH mit weihnachtlichen Gestecken eine Freude gemacht.

Christiane Wolff lächelt, wenn sie an die erste Aktion zurückdenkt. „Die Senioren haben sich sehr gefreut. Das ist sehr ans Herz gegangen“, sagt sie. Vor einem Jahr bestand noch die Möglichkeit, die Gestecke persönlich zu übergeben. Angesichts der Pandemie ist das nun anders. Wolff und Holste-Hagen überreichten die Gestecke am Freitag daher auf einem Parkplatz an Verantwortliche der Wohnpflege. Die gaben sie an die Senioren weiter.

Wolff und Holste-Hagen hatten gemeinsam rund sechs Stunden in der Möbel-Außenstelle von Fair-Kauf an der Bahnhofstraße gewerkelt, um all die Gestecke für die diesjährige Aktion zu basteln. Neben den kleinen Pötten nutzten sie glänzende Kugeln, kleine Holzfiguren, Glitzersterne und mehr.

„Das sind alles Sachen, die gespendet wurden“, sagt Holste-Hagen. Um an die kleinen Deko-Elemente zu kommen, pflückten sie und Christiane Wolff zum Beispiel auch alte Weihnachtskränze auseinander. Und siehe da: Aus Dekoration, die ihre besten Tage hinter sich hatte, sind so hübsche Elemente für die Gestecke geworden. „Wir wollen nachhaltig sein“, betont Holste-Hagen.

Nachhaltigkeit – das gehört zum Konzept des sozialen Kaufhauses. Dort kann jeder einkaufen, egal ob bedürftig oder nicht. Allerdings bekommen Bedürftige einen Rabatt von 30 Prozent auf die ohnehin günstigen Waren.

Laut Wolff und Holste-Hagen geht das Konzept auf, und das Publikum ist bunt durchmischt. Wie andere Einzelhandelsgeschäfte hat Fair-Kauf aktuell geschlossen. Anfang der Woche war aber noch einiges los. „Wir haben vor Weihnachten hier immer gut zu tun“, sagt Holste-Hagen. Hier und da wird an Heiligabend also sicherlich etwas unter dem Tannenbaum liegen, das aus dem Laden stammt. Zuletzt hätten Kunden vermehrt Weihnachtsdeko oder Spielzeug gekauft, erzählt sie. „Viele haben sich zu Weihnachten auch mit Büchern eingedeckt.“ Diese haben im Laden keinen festen Preis, sondern werden gegen Spenden – egal wie groß oder klein – abgegeben. Denn das Fair-Kauf-Team ist der Meinung, dass es sich jeder leisten können soll, zu lesen.

Dinge, die noch nicht in den Laden eingeräumt sind, Saisonwaren oder Möbel werden in der Außenstelle gelagert – dort, wo auch die vielen Weihnachtsgestecke entstanden sind. Die Außenstelle gibt es seit August. Das Ziel des Fair-Kauf-Teams ist es, die Außenstelle wöchentlich zu geregelten Zeiten zu öffnen. Noch ist das nicht der Fall. Aber wem etwas im Schaufenster ins Auge sticht, kann sich im normalen Laden an die Ehrenamtlichen wenden.

Alle, die bei dem sozialen Kaufhaus arbeiten, machen das ehrenamtlich. Und alles, was bei Fair-Kauf verkauft wird, wurde gespendet. Gerade in diesem Jahr, in dem viele Menschen Kurzarbeit, Quarantäne oder Lockdown nutzten, um im Kleiderschrank oder Keller auszusortieren, hat Fair-Kauf viele Spenden erhalten. Laut Wolff war leider aber öfter mal etwas dabei, was kaputt oder dreckig war.

Aktuell hat Fair-Kauf knapp zehn wirklich aktive Mitglieder. „Wir könnten wirklich noch Unterstützung gebrauchen“, sagt Sylvia Holste-Hagen. „Wir sind hier am Limit“.

Von Katharina Schmidt

Eines der Weihnachtsgestecke
Christiane Wolff und Sylvias Holste Hagen im Fair Kauf

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