Gotteshaus in Marhorst

Eine Kirche wird 100

Marhorster Kirche im Jahr 1948.
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Kirche im Jahr 1948.

Heute vor 100 Jahren feierte Marhorst die Einweihung der St.-Marien-Kirche. Das Gotteshaus bekommt anlässlich dieses besonderen Jubiläums bald einen neuen Anstrich und bequemere Bänke. Für viele ein weiterer Grund zur Freude: Demnächst sind die Gottesdienste wieder sonntags.

Marhorst – Bunte Fähnchen, Tannengrün und Bögen aus Heidekraut schmücken am 16.  August 1921 das ganze Dorf. Jung und Alt haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um Marhorst für den großen Tag herauszuputzen. Auch von außerhalb kommen zahlreiche Besucher, um den ersten Gottesdienst in der neuen St.-Marien-Kirche zu feiern.

Schon bei den Bauarbeiten für die katholische Kirche hatten die Marhorster und Nachbarn fleißig geholfen. „Auch evangelische Landwirte spendeten Holz“, erzählt Markus Tegeler. Er ist heute, 100 Jahre später, im Kirchenvorstand der St.-Marien-Gemeinde. Er selbst war damals natürlich noch nicht dabei. In der Chronik der Kirchengemeinde ist aber ausführlich geschildert, was für ein langer Weg es bis zur Einweihung vor 100 Jahren war.

Demnach soll bereits um 1870 der Bau einer Kapelle in Marhorst erwogen worden sein. Danach zogen noch 50 Jahre ins Land, bis der erste Stein der Kirche gelegt wurde. Mehrmals gab es Bemühungen und Spendensammlungen. Erst scheiterte es am Geld, dann bremste der Krieg das Vorhaben.

Das Thema wurde immer wieder angestoßen, nicht zuletzt, weil es in der Twistringer Kirche eng wurde. So regte Pfarrer Ganseforth in einer Neujahrspredigt 1919 an, das Kirchenprojekt wieder aufzunehmen, weil sonst der Bau einer zweiten Kirche in Twistringen notwendig würde.

Zu Beginn des Sommers 1920 begannen schließlich die Bauarbeiten nach den Plänen von Architekt Heinrich Willenbrink aus Twistringen. Die verliefen nicht pannenfrei. Während der Bauphase stellte sich heraus, dass die Kirche wohl zu klein geraten war. Man riss die noch niedrigen Mauern wieder ab und verlängerte sie. Was lange währte, wurde endlich gut.

Im Inneren: Daniela Masurenko (v.l.), Hilde Rußmann, Albert und Marlen Schwarze

Viele Hände packten freiwillig mit an, wie auch in späteren Jahren bei Renovierungen. Die erste große erfolgte 1948/49. Der Turm wurde abgerissen, ein neuer errichtet und das Kirchenschiff um 3,50 Meter verlängert. Kurz darauf bekam das bis dato eher trist anmutende Gotteshaus eine Klinkerfassade.

1967 wurde der Chorraum mit gelben Marmorplatten ausgelegt, außerdem bekam die Kirche einen neuen Altar und statt der Kanzel einen Ambo (erhöhtes Pult). Die Kommunionbank kam weg, als Zeichen für die Gemeinschaft von Priestern und Gläubigen.

Der Kirchenraum mit der ursprünglichen Ausmalung.
Schwarz-Weiß-

1990 stand die Sanierung der Seitenfenster an. Ein bis zwei Jahre später gab es eine neue Orgel, bevor 1999 dann die große Sanierung folgte: Fußboden und Heizung mussten dringend erneuert werden. Die Kirchengemeinde nahm das zum Anlass, noch stärker auf die neue Liturgie in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils einzugehen – zum Beispiel, indem sie den Altarraum weiter ins Schiff versetzte. Aus dem alten Altar entstand ein deutlich kleinerer, der dichter an der Gemeinde platziert wurde.

Während dieser Sanierung diente für kirchliche Veranstaltungen ein Festzelt. Nicht nur dessen Aufbau, auch die Arbeiten an der Kirche selbst waren geprägt von enormen Engagement. Damals schrieb die Kreiszeitung: „Mehr als 20 Kirchen hat der Architekt Ulrich Recker bereits renoviert und saniert. ,Aber was hier passiert, habe ich noch nie erlebt‘, staunt er täglich. ,Die Marhorster bringen sich mit Begeisterung in die Rundum-Erneuerung ihres Gotteshauses ein.‘“ Küster Albert Schwarze denkt heute noch gerne daran: „Jeder kam mit irgendeinem Werkzeug an.“

Nächste prägende Veränderungen stehen bevor. Die bisherigen Bänke weichen bald bequemeren. Die neuen sind eine Spende aus Belm. Sie waren über, weil die dortige Josefkirche in ein Teilkolumbarium umgewandelt wird. Die Länge der Bänke passt der Kirchenvorstand in Eigenarbeit an. Passend zum Jubiläum bekommt die Kirche demnächst zudem eine Ausmalung. Die Orgel wird gereinigt und gestimmt.

Zu den Herbstferien lässt sich die Kirche auch wieder bei Sonntagsgottesdiensten bestaunen. In den vergangenen Jahren gab es in der Marhorster Kirchengemeinde, im Übrigen laut Tegeler in den 80ern die erste ohne eigenen Priester im Bistum, samstags die Vorabendmesse. „Wir als Gemeinde empfinden, dass dieser Zeitpunkt nicht gut für die Gemeinde ist“, schildert Daniela Masurenko vom kirchlichen Ortsausschuss.

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