Ballermann Ranch ernennt dreijährige Frieda zur ersten Botschafterin der geretteten Tiere

„Eine echte Aiderbichlerin“

Hat ein Herz für alle Lebewesen: die dreijährige Frieda aus Twistringen. Familie Engelhardt von der Ballermann Ranch zeichnet sie als erste Kinder-Botschafterin der geretteten Tiere aus.
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Hat ein Herz für alle Lebewesen: die dreijährige Frieda aus Twistringen. Familie Engelhardt von der Ballermann Ranch zeichnet sie als erste Kinder-Botschafterin der geretteten Tiere aus.

Twistringen/Blockwinkel – Da geht einem das Herz auf: Die kleine Frieda läuft munter zwischen Ponys und Eseln herum, streichelt sie. Die Tiere knabbern an ihrer Jacke oder schnüffeln an ihren Haaren – die Dreijährige fühlt sich pudelwohl inmitten der Equiden. Eine Eigenschaft, die sie als Kinder-Botschafterin der geretteten Tiere ausmacht. André und Annette Engelhardt von Gut Aiderbichl haben sie als erste dieser Art ausgezeichnet – und sind sichtlich stolz.

Stolz ist auch Friedas Mama Carmen Wiegmann, von der die Dreijährige wohl die Liebe zu Tieren mit auf den Weg bekommen hat. Wiegmann erzählt, sie hätte in der Vergangenheit auch schon mal versucht, ein Tier zu retten – und zwar ein Pferd, um genau zu sein ihr eigenes. Leider konnte das Tier jedoch nicht vor der Einschläferung bewahrt werden.

„Wir schauen hin, und nicht weg“, erklärt Wiegmann ihr Handeln. Und eben das will sie auch ihrer Tochter vermitteln – mit sichtbarem Erfolg. Frieda rettet nämlich jegliche Art von Tieren. Seien es Kohlmeisen, Kaulquappen oder Kellerasseln. Selbst Fische aus Omas Teich hätte sie in den eigenen verfrachtet, weil „bei Oma nicht so viel Platz ist“.

Kohlmeisen, die aus ihrem Nest gefallen sind, haben sie bei sich Zuhause aufgenommen und mit Mehlwürmern gefüttert. Eines von fünf Jungen hätte es trotz der Fürsorge nicht überlebt. „Da habe ich Frieda klargemacht, dass sie durch ihr Handeln trotzdem vier Meisen retten konnte“, erklärt Wiegmann. „Ansonsten wären alle fünf gestorben.“

Das erste Mal auf Gut Aiderbichl in Blockwinkel war Frieda im Dezember vergangenen Jahres. Dort hätte Annette Engelhardt eine Geschichte erzählt, die bei der Kleinen hängen geblieben ist – und die sie seitdem allen weitererzählt. Es geht um die Stute Hanna, die auf der Ballermann Ranch aufgenommen wurde. Hanna hatte zuvor auf einem saarländischen Hof ein Fohlen bekommen, dass „ausgetrocknet“ sei, weil der Hengst die Mama und Tochter wieder und wieder auseinandergetrieben hatte. Den Landwirt scherte das offensichtlich nicht. Das Fohlen verdurstete. Es kam weder von allein an die Muttermilch noch wurde ihm geholfen.

Carmen Wiegmann fragt ihre Tochter: „Und, wo ist das Fohlen jetzt?“ Frieda antwortet: „Im Pferdehimmel bei Gott.“ Immer und immer wieder würde Frieda diese Geschichte abspulen. „Das ist genau das, was eine Botschafterin ausmacht“, meint André Engelhardt.

Er freut sich, so jemanden wie Frieda auszeichnen zu dürfen. „Das Alter spielt dabei keine Rolle. Das Herz muss für Tiere schlagen“, erklärt André Engelhardt seine Entscheidung, Frieda als erste Kinderbotschafterin der geretteten Tiere auszuzeichnen. „Eine echte Aiderbichlerin.“

Die Idee, überhaupt jemanden als Botschafter auszuzeichnen, sei laut André Engelhardt zufällig und spontan entstanden. Er erzählt, dass er und seine Frau bei einem von Friedas Besuchen auf der Ballermann Ranch auf ihre Offenheit, die Fohlen-Geschichte in die Welt hinauszutragen, aufmerksam geworden seien. Dadurch sei der Stein ins Rollen gekommen, und die kleine Frieda sei direkt die beste Wahl gewesen.

Familie Engelhardt übergab Frieda am Donnerstag eine Urkunde und eine Tüte voll mit Süßigkeiten und einem Gut-Aiderbichl-Wandkalender. „Einen kleinen Stoff-Esel hat Frieda bei ihrem letzten Besuch schon bekommen“, so André Engelhardt.

Wenn es sich durch schöne Geschichten ergibt, können sich die Engelhardts vorstellen, jährlich einen Kinder-Botschafter auszuzeichnen. Dabei ginge es aber nicht um eine Verpflichtung. „Das Gefühl muss einfach stimmen“, legt André Engelhardt fest.

Am 1. August ist die Ballermann Ranch das nächste Mal öffentlich zugänglich. Auch Frieda will dann wieder dabei sein und sorgt laut Mutter Carmen Wiegmann schon dafür, dass alle anderen Familienmitglieder auch mitkommen: Mama, Papa, Oma und Opa. Ob Onkel Sebastian Wiegmann ebenfalls wieder mit dabeisein wird, wisse er noch nicht. Er wohnt in Süddeutschland. Die Übergabe der Urkunde hat er sich nicht entgehen lassen.

Von Lisa-marie Rumann

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