Überlegung: Schwimmmeister unterstützen Unterricht

Zahl der Nichtschwimmer unter Grundschülern liegt bei einem Viertel

Viele Kinder können nicht schwimmen.
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Viele Kinder können nicht schwimmen.

Früher konnten fast alle Kinder schwimmen, wenn sie zur Schule kamen. Heute ist das anders. Diese Entwicklung beschreibt die Twistringer Stadtverwaltung in den Unterlagen zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Erziehung, Senioren und Soziales. Die Sitzung wird sich unter anderem um die Frage drehen: Wie können möglichst viele Jungen und Mädchen im Schulunterricht Schwimmen lernen?

Twistringen - Der Lehrplan sieht Schwimmunterricht in der dritten und vierten Klasse vor. Von den veranschlagten Doppelstunden, 90 Minuten, verbringen die Kinder allerdings die meiste Zeit im Bus, beim Umziehen, Duschen und Föhnen. Im Wasser bleiben oft weniger als 30 Minuten.

Vor dem Hintergrund ist es umso problematischer, wenn viele Kinder noch überhaupt nicht schwimmen können. Nur einige wenige sind laut der Stadtverwaltung in der Lage, konkrete technische Übungen auszuführen. Gut die Hälfte halte sich irgendwie über Wasser, teils sehr unsicher. „Und ein Viertel der Schüler einer Klasse sind absolute Nichtschwimmer“, heißt es in den Unterlagen.

Eine Lehrkraft unterrichtet bis zu 26 Kinder

Hinzu kommt: Eine einzige Lehrkraft unterrichtet bis zu 26 Kinder. Schon alleine aufgrund der Aufsichtspflicht sei das zu wenig, führt die Stadt aus. „Die Lehrkraft darf nämlich nur ins Wasser, wenn alle anderen Kinder außerhalb des Wassers sind.“ Gruppen mit acht Kindern seien gerade noch sinnvoll und überschaubar.

Neben der Lehrkraft sei eine zweite Aufsichtsperson vorgeschrieben. Dabei könne es sich zum Beispiel um eine Aufsichtsperson vom Bad handeln. „Haben die Schwimmbäder keine Badeaufsicht, sind die Schulen dann in Not ... und wieder auf Eltern angewiesen, die die Klassen begleiten.“ Die Verantwortung für die Kinder und den Unterricht trage die Lehrerin beziehungsweise der Lehrer.

Schwimmmeister könnten Unterricht unterstützen

Um die Situation zu verbessern, gibt es die Überlegung, dass die Schwimmmeister des Twistringer Freibades den Unterricht unterstützen. Sie könnten den Nichtschwimmern die Grundlagen beibringen. Der Lehrer oder die Lehrerin hätte währenddessen Zeit, sich um die anderen Kinder zu kümmern. Der Unterricht soll vormittags im Schwimmpark erfolgen. „Dieser Vorschlag ist mit den Leitungen beider Grundschulen thematisiert worden und wird von dort befürwortet“, schreibt die Stadt.

Das Wichtigste aus dem Landkreis Diepholz: Immer samstags um 7:30 Uhr in Ihr Mail-Postfach – jetzt kostenlos anmelden.

Grundsätzlich sei es die Aufgabe der Eltern, ihren Kindern Schwimmen beizubringen – nicht die der Schule. Die Anmeldung der Kinder zu einem entsprechenden DLRG-Kurs unterbleibe aber zunehmend. Die Unterstützung des Schulschwimmens soll in der Arbeitszeit der Schwimmmeister erfolgen. „Sollte sich durch dieses Angebot die Entwicklung einstellen, dass die Eltern die Kinder nicht mehr im Vorschulalter zum Seepferdchen anmelden, müsste gegengesteuert werden, denn größer als zehn Kinder dürfen die Schwimmlerngruppen der Klasse nicht werden“, so die Stadt.

Die Sache mit dem Schwimmen ist nicht zum ersten Mal Thema in Twistringen. Die CDU hatte beantragt, allen Kindern aus den Grundschulen in Twistringen, die am Ende der Grundschulzeit noch kein Freischwimmerabzeichen erworben haben, in den Sommerferien einen kostenlosen Kurs im Schwimmpark zu ermöglichen. Die Gruppe Grünen / Die Linke hatte zuvor im Zuge der Diskussion um die Sportförderrichtlinie gefordert, die Stadt solle Kosten für Schwimmunterricht übernehmen.

Sitzung im Gymnasium: Anmeldung erforderlich

Der Ausschuss für Bildung, Erziehung, Senioren und Soziales trifft sich am Donnerstag, 30. September, um 18 Uhr im Hildegard-von-Bingen-Gymnasium. Neben dem Schulschwimmen geht es dann um die Änderung der Benutzerordnung und der Öffnungszeiten der Bücherei sowie um einen Hol- und Bringdienst in Scharrendorf. Die Zahl der Zuhörerinnen und Zuhörer ist auf zehn Personen beschränkt. Wer teilnehmen möchte, muss sich bis zum 29. September im Rathaus anmelden unter 04243/413 101 oder per E-Mail an g.rasche@twistringen.de. Zur weiteren Minderung des Infektionsrisikos bittet die Verwaltung darum, eine OP- oder FFP2-Maske zu tragen. Der Abstand und die gebotene Hygiene sind einzuhalten.

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