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Kulturarbeit: Kurt soll Aufgaben der Stadt übernehmen

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Von: Katharina Schmidt

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Aktive aus den Reihen der Kurtis zusammen mit dem Ersten Stadtrat Harm-Dirk Hüppe (l.) und Bürgermeister Jens Bley (r.).
Aktive aus den Reihen der Kurtis zusammen mit dem Ersten Stadtrat Harm-Dirk Hüppe (l.) und Bürgermeister Jens Bley (r.). © Katharina Schmidt

Der Verein Kurt soll kulturelle Aufgaben der Stadt Twistringen übernehmen. Der Fachausschuss hat schon mal keine Bedenken.

Twistringen – Na, wenn das mal nicht runterging wie Öl: Nachdem der Kulturverein Kurt sich am Dienstagabend im Ratssaal dem Ausschuss für Senioren, Gleichstellung, Tourismus, Kultur und Schwimmpark vorgestellt hatte, hagelte es Lob. „Wenn es euch nicht schon gäbe, müsste man euch erfinden“, sagte beispielsweise der Ausschussvorsitzende Jürgen Schulze (Grüne).

Am Ende verwunderte nicht, dass sich der Ausschuss einstimmig dafür aussprach, Kulturaufgaben der Stadt Twistringen an Kurt zu übertragen. Vorgesehen ist, dass die Stadt dem Verein jährlich ein Budget von 12 500 Euro zur Verfügung stellt. Im Gegenzug soll Kurt Veranstaltungen auf die Beine stellen und koordinieren.

Dem Verein schwebt schon so einiges vor. Für April plant er zum Beispiel gemeinsam mit dem Strohmuseum eine Ausstellung der Künstlerin Dagmar Richard, samt musikalischer Vernissage. Im Mai soll das zweite Twuster Festiwäldchen im Hochzeitswald folgen. Außerdem angedacht: ein maritimer Frühschoppen mit Shantys, Fischbrötchen und Flammlachs. Kinder sollen ebenfalls auf ihre Kosten kommen, zum Beispiel bei Theatervorstellungen und einer neuen Auflage des Kindersommerfestes. Auch Senioren will der Verein nicht zu kurz kommen lassen.

Aktuell nutzen die Kurtis die coronabedingte Veranstaltungs-Flaute, um eine Internetseite inklusive Twistringer Veranstaltungskalender zu erstellen. Der soll verhindern, dass sich Events überschneiden. In den vergangenen Jahren habe es zu viele unnötige Kollisionen gegeben, so Ingrid Rasche vom Vorstandsteam. Der Verein will auch einen Flyer mit einer Übersicht aller Veranstaltungen drucken.

Freude über Hauptsponsor

Kultur kostet Geld. Umso mehr freut sich Kurt, in der Kreissparkasse einen Hauptsponsor gefunden zu haben, „Die Tinte ist gerade trocken“, berichtete Sabine Nölker, die ebenfalls zum Vorstandsteam gehört, freudig im Ausschuss.

In dem Namen des Gremiums kommt zwar das Wort Kultur vor, einen Vertreter der Kulturschaffenden gibt es bisher jedoch nicht. Die Idee, das zu ändern, fand am Dienstag Anklang.

Jens Bley, Bürgermeister und Beisitzer im Vorstand von Kurt, betonte, dass sich eine Stadt durch ihre Kulturarbeit hervorheben könne. Er dankte jenen, die sich für die Kultur in Twistringen einsetzen: „Ich glaube, wir können uns glücklich schätzen, solche Personen zu haben.“

Udo Helms findet: Für Kurt muss immer Geld da sein

Der aktuelle Entwurf für den Vertrag zwischen der Stadt Twistringen und dem Verein Kurt sieht vor, das Geld für den Verein Jahr für Jahr vorbehaltlich der Haushaltsberatungen zu genehmigen. Nachdem sich der Verein Kurt auf locker-flockige Art präsentiert hatte, meinte Udo Helms (FWG): „Eine bessere Vorstellung konnten wir uns gar nicht vorstellen. Deswegen sollten wir den Passus streichen, dass wir die 12500 Euro nicht zur Verfügung stellen können, wenn kein Geld im Haushalt da ist. Das können wir uns nicht erlauben. Die müssen immer da sein. Ich weiß, wie viel Arbeit da drin steckt, wenn man so was in Gang schieben will.“

Am Ende des Abends hatten die Kurtis nicht nur grünes Licht vom Ausschuss, das Kulturprogramm der Stadt mit zu schultern, sondern auch vier Mitglieder mehr. Im September ging der Verein mit 22 Gründungsmitgliedern an den Start, nachdem die Kurtis zuvor schon als Kulturkreis viel Erfahrung gesammelt hatten. Die Zahl der Mitglieder hat sich seit der Vereinsgründung mehr als verdoppelt. Weitere sind willkommen – egal, ob es Privatpersonen sind, Firmen oder andere Vereine.

Von Katharina Schmidt

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