Aktion der Krippe und Kita St. Anna: Wie St. Martin seinen Mantel teilte, so teilen die Kinder gebastelte Laternen

Ein bisschen Licht in Corona-Zeiten

Die Mädchen und Jungen der Kita St. Anna präsentieren mit ihren Erzieherinnen ihre Lichter, die sie in Twistringen verteilen werden.
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Die Mädchen und Jungen der Kita St. Anna präsentieren mit ihren Erzieherinnen ihre Lichter, die sie in Twistringen verteilen werden.

Twistringen – Bereits am Donnerstag herrschte Aufregung in der Krippe und Kita St. Anna. Denn am Freitag wollen die Mädchen und Jungen mit ihrer Aktion „Wir tragen ein Licht in die Welt hinein“ mit einem Windlicht ein bisschen mehr Helligkeit in das Corona-Dunkel bringen. In den vergangenen Wochen hatten sie sich intensiv auf das St. Martinsfest vorbereitet. Dabei kamen sie auf die Idee, doch etwas für andere Menschen zu tun.

„Die Laternen sind für arme Menschen, die kein Licht haben“, erklärt die vierjährige Melina für ihre Freunde aus der Kita. „Wir mögen die Laternen sehr gerne, weil wir die verschenken können.“

Was Melina meint, erklärt Kita-Leiterin Christel Büscherhoff. „Wie St. Martin seinen Mantel mit dem Bettler teilte, so wollen die Mädchen und Jungen ihre gebastelten Lichter mit anderen teilen.“ Der Einfall kam von einem der Knirpse: „Ich darf gerade meinen Opa nicht besuchen, können wir ihm nicht ein Licht bringen?“ Und schon war die Idee geboren.

„Wir bringen Licht dorthin, wo es gebraucht wird“, erklärt die stellvertretende Leiterin Marlene Huntemann. Rund 80 Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren, 14 Erzieherinnen und zwei FSJler mussten sich etwas überlegen, da das Martinsfest angesichts der Coronakrise in anderer Art und Weise ausgetragen werden musste. Zwar haben sie im Vorfeld Laternen gebastelt und die Geschichte von dem heiligen Mann gehört, aber der Umzug fiel aus.

„Stattdessen sind die Krippenkinder im abgedunkelten Kindergarten mit ihren selbst gebastelten Laternen gelaufen“, so Huntemann weiter. Die Erzieherinnen schlüpften in die Rollen des Reiters und des Bettlers und es gab für alle selbst gebackene Martinsgänse zum Frühstück.

„Die Kindergartenkinder haben hingegen einen kleinen Umzug durch die Stadt unternommen“, fügt Bücherhoff hinzu. Ein Halt habe es in der St.-Anna-Kirche gegeben, wo Leonie und Leopold die Rollen des Bettlers beziehungsweise des St. Martin übernahmen. Auch für sie gab es danach Martinsgänse. „Ihre Laternen nahmen sie im Anschluss mit nach Hause, um auch dort das Licht zu verbreiten“, so Huntemann.

Doch damit ist noch nicht Schluss. Am heutigen Freitagvormittag machen sich die Mädchen und Jungen auf den Weg zur Seniorenpflege in Stelle, zur Wohnpflege St. Josef sowie zum Bürgermeister. „In die Altenheime, damit es dort etwas heller wird für die alten Leute, die ja gerade so allein sind“, erklärt der fünfjährige Lennox stolz.

Jede Gruppe hat ein großes Glas gestaltet, in dem dann eine Kerze leuchtet. „Die Firma Dauelsberg bekommt auch ein Licht“, erläutert Huntemann. „Die Kinder lieben es, dort vor den Schaufenstern zu stehen, wenn wir unsere Spaziergänge machen.“ Vor allem die Bücher und das Kinderfenster würden kräftig bestaunt. Auch die Stadtbücherei erhält ein Licht. „Weil wir dort zur Zeit nicht hinkönnen und das den Mädchen und Jungen wirklich schwerfällt.“

Pastor Joachim Kieslich, das Pfarrbüro und die St.-Anna-Kirche werden auch bedacht. „Hier hatten die Kinder die Idee, dass dann ganz viele Menschen bei ihren Besuchen im Gotteshaus und Pfarrbüro das Licht sehen.“

Von Sabine Nölker

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