Ehemaliges Gelände beschäftigt Stadt und Ortsrat

Kläranlage Heiligenloh: Noch kein Nachnutzer in Sicht

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2013: Das Schild des Wasserverbandes ist inzwischen abgebaut.

Heiligenloh - Von Theo Wilke. Immer noch auf der Suche nach einem Nachnutzer für das ehemalige Kläranlagengelände sind der Ortsrat Heiligenloh und die Eigentümerin, die Stadt Twistringen. Auf Nachfrage von Ortsratsmitglied Dieter Plate aus Borwede hat jüngst Erste Stadträtin Birgit Klingbeil erklärt, dass es zurzeit keinen Pächter gibt.

Das alte Hinweisschild mit dem Logo des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes ist inzwischen verschwunden. Am Eingangszaun empfängt Passanten eine Wildnis. Die Natur holt sich Stück für Stück das Areal zurück. Birgit Klingbeil ist Ansprechpartnerin für potenzielle Nutzer. Einige Angebote liegen inzwischen vor, aber noch keine Entscheidung. Die Jahresmiete: 480 Euro.

Vor drei Jahren gab es bereits einen öffentlichen Aufruf – und schon die ersten Ideen: Fischaufzuchtbecken, Zeugnisse des Urdorfs oder auch eine Lagerstätte für den Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) im Südosten Heiligenlohs. Die Stadt hatte das Klärwerksareal den Heiligenlohern zur freien Nutzung überlassen.

„Wir haben das Thema schon rauf und runter diskutiert. Der Ortsrat muss die Sache neu überlegen“, meinte Ortsbürgermeisterin Anke von der Lage-Borchers damals, nachdem der VVV-Vorstand dankend abgelehnt hatte. Gerd Austerhoff, auch Mitglied des Ortsrates, seinerzeit: Der Vorstand habe sich das Gelände angesehen, aber dann Bedenken geäußert. Das ehemalige Klärwerkgelände sei zu weit vom Ortskern entfernt und zu unsicher als Lagerplatz für Vereinsgerätschaften.

Austerhoff hatte 2011 im Ortsrat gefragt, was denn aus dem Grundstück werde – nach der Rückgabe durch den OOWV aus Brake an die Stadt Twistringen. Eine verlockende, aber eher utopische Idee war, das Gelände touristisch zu nutzen. Die Überlegung: Modell-Dorf einer frühgeschichtlichen Siedlung. Vor vier Jahren hatten Archäologen auf der Trasse der neuen Erdgas-Pipeline Reste einer Germanensiedlung aus der Zeit nach Christi Geburt und eines Gräberfeld aus der Bronzezeit zu Tage gefördert. Am Kuhlenmoor entdeckten sie unter anderem Gewandspange, Scheibenfibel, Spielstein, Webgewichte, Graburnen- und Knochenreste. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Heiligenloh vor 763 Jahren.

Die Kläranlage wurde 1968/69 gebaut und bis Ende 2009 vom OOWV genutzt. 530.000 Euro kostete die 8,93 Kilometer lange Druckrohrleitung von Heiligenloh zur Twistringer Kläranlage. Der OOWV hatte 2003 die Abwasserklärung auf Stadtgebiet übernommen.

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