Stadtradel-Pate Peter Schwarze im Interview

Drei Wochen ohne Auto

Gymnasiumsleiter Peter Schwarze (Mitte) ist der diesjährige Stadtradel-Pate. Er freut sich, dass das 270 Personen starke Schulteam „Hilde“ so gut mitzieht – deswegen dürfen ein paar Schüler nicht auf dem Bild fehlen.
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Gymnasiumsleiter Peter Schwarze (Mitte) ist der diesjährige Stadtradel-Pate. Er freut sich, dass das 270 Personen starke Schulteam „Hilde“ so gut mitzieht – deswegen dürfen ein paar Schüler nicht auf dem Bild fehlen.

Twistringen – Endspurt! Noch bis Sonntag ist es in Twistringen möglich, Kilometer für das Stadtradeln zu sammeln. Dann endet der dreiwöchige Aktionszeitraum – und damit auch die Zeit, in der Peter Schwarze komplett aufs Auto verzichtet. Der Leiter des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums ist diesjähriger Stadtradel-Pate und hat daher seinen Autoschlüssel freiwillig abgegeben. Ob er ihn schon vermisst, verrät er im Interview.

Herr Schwarze, das Stadtradeln läuft seit zweieinhalb Wochen. Wie läuft’s?

Die 200 000 Kilometer haben wir in Twistringen bereits erreicht! Eine sensationelle Leistung des ganzen Ortes. Ich finde es super, dass beim Stadtradeln so viele unterschiedliche Vereine, Gruppierungen, Organisationen, Teams und auch Privatleute mitmachen. Es macht einen Heidenspaß, und man sieht unglaublich viele Radfahrer unterwegs. Die gute Stimmung in Twistringen ist überall spürbar. Und ich finde auch die Aktionen super, die die GUT und der SCT in diesem Jahr gestartet haben („Ich radle für ein GUTes Klima“ und „Twuster Rallye“, Anm. d. Redaktion).

Wie viele radeln im Gymnasiums-Team Hilde mit?

Wir haben 270 Radelnde an unserer Schule. Das freut uns total! Der Autoparkplatz ist jetzt sichtbar leerer. Schüler, Lehrer, Beschäftigte aus dem Sekretariat, der Hausmeister, die Schulsozialarbeit – alle ziehen mit. Bisher haben wir im Team Hilde rund 28 000 Kilometer gesammelt. Drei Kollegen aus Steinfeld, Lohne und Vechta haben sich zum Beispiel gemeinsam mit dem Fahrrad auf dem Weg zur Schule gemacht und sind nachher auch wieder zurückgefahren. Und wir haben einen Kollegen, Michael Fischer, der alleine schon fast 1 000 Kilometer zusammen hat. Elisabeth Borchers aus dem 13. Jahrgang hat zudem fast 800 Kilometer für unser Gesamtteam geradelt. Im aktuellen Abiturjahrgang wurde tatsächlich am meisten geradelt, obwohl die Schüler ja im Prinzip schon aus der Schule raus sind und viele schon Autofahren könnten. Ich freue mich, dass sich die Schülerinnen und Schüler auch nach dem Abitur noch mit ihrer Schule verbunden fühlen. Wir haben einen Leitsatz ausgegeben für das ganze Schuljahr: „Unseren Planeten schützen – global denken, lokal handeln.“ Lokal handeln, das gelingt zum Beispiel mit einem Projekt wie dem Stadtradeln. Neben dem Umweltaspekt gibt es aber noch einen weiteren: das Radeln an sich, sportlich unterwegs zu sein. Sonst haben wir immer Sportturniere veranstaltet, bei denen auch die Gemeinschaft gefördert wird. Der Pandemie ist geschuldet, dass wir das aktuell nicht machen können. Alternativ dazu loben wir einen kleinen Wettbewerb aus: Jede Klasse eines Jahrgangs mit den meisten Fahrrad-Kilometern wird ausgezeichnet und bekommt eine kleine Überraschung.

Vermissen Sie Ihr Auto denn schon?

Nein, ich bin tatsächlich auch noch nirgendwo mitgefahren. Man wundert sich, wie viele Dinge funktionieren, bei denen man vorher dachte: Ohne Auto geht das ja gar nicht. Ein Beispiel: Am vorletzten Wochenende hatten wir die Kommunionsfeier von meiner jüngsten Tochter Carolin. Wir haben die Gäste coronabedingt auf mehrere Tage verteilt eingeladen. Da ging es dann darum, dass wir ein paar Besorgungen machen mussten, wie Getränke und Essen. Ich hatte den Ehrgeiz und die Verpflichtung, das nicht mit dem Auto zu machen. So bin ich mit zwei großen Fahrradtaschen losgefahren und musste eben drei- oder viermal losfahren. Aber es ging! Außerdem hatte meine Schwägerin Geburtstag, die wohnt in Goldenstedt-Einen. Da wäre ich sicherlich sonst mit dem Auto hingefahren. Aber letztlich war es ganz schön, die Strecke mit dem Fahrrad zurückzulegen. Ein anderes Beispiel: Ich musste ein iPad aus Wildeshausen abholen. Auch da war mein Ansporn: Das machst du mit dem Fahrrad! Das ging. Das ging sogar gut.

Gibt es irgendeine Ecke in Twistringen, in der Sie am liebsten radeln?

Durch das Radfahren kriegt man viel bewusster mit, was wir hier für eine tolle Umgebung haben. Am Beerenlehrpfad ist zum Beispiel eine schöne Ecke, oder ich fahre gerne zum Schwimmpark. Beim Kiosk gibt es jetzt ja auch eine neue Außenterrasse, um Rast zu machen. Die üblichen Ausflugsziele finde ich auch immer wieder toll und anfahrenswert, zum Beispiel die Hünenburg.

Team E-Bike, oder lieber ein normales Fahrrad?

Das muss ich zugeben: Seit drei Jahren fahren ich und meine Frau Katrin E-Bike. Wir fahren dadurch auch mehr Fahrrad, weil sich der Radius natürlich deutlich erweitert. Ein E-Bike ist schon hilfreich, wenn man mehr sehen will.

Infos zum Stadtradeln: www.stadtradeln.de/twistringen

Von Katharina Schmidt

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