Grüne Welle? – Fehlanzeige!

Drei Ampeln auf 500 Metern bremsen Verkehr auf der B51 in Twistringen aus

Ampel Nummer 1: Die Ampel am Twistringer Rathaus. Rechtsabbieger fahren nach Wildeshausen.
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Ampel Nummer 1: Die Ampel am Twistringen Rathaus. Rechtsabbieger fahren nach Wildeshausen.

Drei Ampeln auf einem halben Kilometer Strecke bremsen den Verkehr auf der B51 in Twistringen regelmäßig aus. Damit wird die Durchfahrt auf der sowieso bereits stark befahrenen Strecke zur Geduldsprobe. Eine einfache Lösung des Problems sieht Harm-Dirk Hüppe, Erster Stadtrat Twistringens, nicht, eine grüne Welle sei nicht möglich

Twistringen – Jeden Tag schlängeln sich Tausende Autos und Lastwagen die Bundesstraße 51 durch Twistringen hindurch. Und immer wieder stockt der ansonsten fließende Verkehr. Schuld daran sind drei Ampelanlagen im Abstand von jeweils wenigen Hundert Metern. Grüne Welle? Fehlanzeige. Irgendwo steht man fast immer. Und das zieht weitere Probleme nach sich. Könnte eine andere Ampelschaltung Abhilfe schaffen?

Gerade zu Stoßzeiten morgens und am Nachmittag führen die Rotphasen der Ampeln zu Staus und Verzögerungen. Wer aus Richtung Barnstorf kommt, sieht die erste Ampel am Rathaus, wo von links der Verkehr aus Richtung Wildeshausen über die Westerstraße auf die B51 kommt.

Ampel Nummer 2: Die Ampel an der Kreissparkasse.

Knapp 350 Meter weiter befindet sich hinter der Geschäftsstelle der Kreissparkasse die nächste Ampel. Von ihr profitieren Autofahrer, die ebenfalls aus Richtung Wildeshausen von der Langenstraße auf die B51 fahren wollen. Und setzt sich der Verkehr wieder in Bewegung, ist häufig bereits nach 200 Metern erneut Stillstand angesagt. Auf Höhe der Bäckerei Weymann erhalten die aus Richtung Harpstedt kommenden Autofahrer die Gelegenheit, auf die Bundesstraße einzubiegen. Im schlimmsten Fall steht man also auf 550 Metern dreimal. Das kostet Zeit und Nerven.

Keine grüne Welle in Twistringen möglich

Die Frage, ob sich die Ampelanlagen anders schalten ließen, um den Autofahrern auf der B51 eine grüne Welle zu ermöglichen, verneint Erster Stadtrat Harm-Dirk Hüppe. Der Grund dafür ist in seinen Augen simpel: „Lediglich die Ampel am Rathaus ist gesteuert. Dort befindet sich eine Induktionsschleife im Boden. Die beiden anderen Ampeln“, sagt Hüppe, „sind Bedarfsampeln, also für Fußgänger. Die werden nur dann für den Verkehr rot, wenn jemand drückt.“

Entsprechend sind diese beiden Ampeln auch gar nicht als Auffahrhilfen für den motorisierten Verkehr gedacht. Am deutlichsten zu erkennen ist das daran, dass diese Ampeln kein grünes Licht geben, sondern nur „Gelb“ und „Rot“ anzeigen.

Der auffahrende Verkehr nutzt laut Hüppe zwar die Rotphasen der Fußgängerampeln, um sich auf die Bundesstraße zu schieben, doch normalerweise müsste dieser so lange warten, bis sich auch im fließenden Verkehr eine ausreichend große Lücke zum Abbiegen für ihn ergibt.

Ampel Nummer 3: Die Ampel an der Bäckerei Weymann. Links geht es Richtung Harpstedt.

Laut Thomas Röder von der niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sei eine Synchronisierung der beiden Bedarfsampeln, die Autofahrern eine grüne Welle ermöglichen könnte, nicht möglich und auch nicht sinnvoll, „da es nun mal Bedarfsampeln sind.“

15.700 Fahrzeuge rollen jeden Tag durch Twistringen

Dabei wäre ein fließender Verkehr wünschenswert für Twistringen: Die letzte Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 ergab eine tägliche Belastung von 15 .700 Fahrzeugen, darunter  1.400 Lastwagen. Gezählt wurde manuell in etwa auf Höhe der Kreuzung Kirchstraße. 940 Fahrradfahrer und weitere Fußgänger, die teilweise die Bundesstraße kreuzen, kommen an dieser Stelle noch hinzu. „Wobei Fahrradfahrer insofern problematisch für eine Zählung sind, als dass deren Anzahl sehr stark von Einflüssen wie dem Wetter abhängt“, gibt Frank Bräckelmann von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zu bedenken. Eine dauerhaft installierte Zählschleife unterhalb der Fahrbahndecke befinde sich auf der B51 südlich von Twistringen.

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Bereits seit April läuft eine neue Verkehrszählung, die im Normalfall alle fünf Jahre durchgeführt wird. Wegen Corona wurde sie auf dieses Jahr verschoben und soll im Oktober abgeschlossen sein. Die ausgewerteten Daten dazu würden, so Bräckelmann, im Herbst nächsten Jahres vorliegen. Prognostiziert werden weitere Anstiege der Verkehrszahlen. Auch der zusätzliche Verkehr durch Bau und Betrieb der Zentralklinik in Borwede dürfte für weitere Belastungen im Twistringer Ortskern sorgen – und damit für noch längere Schlangen vor den Ampeln.

Stehender Verkehr blockiert Kirchstraße

Und diese Schlangen sorgen gelegentlich für ein weiteres Problem. Denn von der Ampel an der Harpstedter Straße bis zur Kreuzung Kirchstraße sind es knappe 40 Meter. Da reicht bereits eine Handvoll Autos, die vor der roten Ampel halten, ehe der nachfolgende Verkehr im Kreuzungsbereich steht. Zwar hat die Stadt dort eine weiße Haltelinie aufgezeichnet, doch häufig genug unterschätzen Auto- und Lastwagenfahrer die Situation, fahren in den Kreuzungsbereich vor und blockieren diesen für den von rechts kommenden und für den von links auf die Kirchstraße abbiegenden Verkehr. Es entsteht ein Knoten, der sich erst mit dem Erlöschen des Ampel-Rots auflöst.

Eine Problematik, der sich auch Harm-Dirk Hüppe bewusst ist, der allerdings auch betont: „Im Großen und Ganzen funktioniert das.“ Letztlich sei die Vermeidung einer solchen Situation „eine Frage des Miteinanders und von Verhaltensweisen im Verkehr.“ Eine vierte Ampel könne, so Hüppe, in Twistringen schließlich niemand wollen.

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