Diebstahl von neun Photovoltaik-Wechselrichtern vor Gericht / Fehlende Zeugen

„Ich habe um meine Existenz gebangt“

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Das Amtsgericht in Syke

Twistringen - Von Dieter Niederheide. Neu aufgerollt werden muss ein Strafprozess vor dem Syker Amtsgericht gegen zwei Angeklagte. Die Staatsanwaltschaft wirften ihnen vor, an einem Wochenende im Februar 2010 in Binghausen neun Wechselrichter (Stromumwandler) einer Photovoltaikanlage im Wert von 36 000 Euro entwendet zu haben.

Weil zwei Zeugen nicht erschienen, wurde das Verfahren nach fast drei Stunden abgebrochen. Da sich Strafrichterin und Verteidiger nicht auf einen Fortsetzungstermin, der innerhalb der Frist von drei Wochen hätte stattfinden müssen, einigen konnten, wird der Prozess 2015 ganz von vorn beginnen.

Laut Anklage sollen die Angeklagten, um an die Wechselrichter der Photovoltaikanlage – auf einem größeren Hühnerstall montiert – zu kommen, Gitterstäbe durchtrennt und sich damit eines schweren gemeinschaftlichen Diebstahls schuldig gemacht haben. Die Männer bestreiten den Vorwurf.

Einer der Angeklagten, der im Bereich Photovoltaikanlagen beruflich tätig ist und aus Melle stammt, gab an, dass er den Mitangeklagten zur angegebenen Tatzeit noch gar nicht gekannt haben will. Erst ein Jahr später habe man sich kennengelernt. Dies bestätigte der zweite Beschuldigte.

Geschädigter ist ein Twistringer, von dem der Meller den Auftrag hatte, die Photovoltaikanlage einzurichten. Als Zeuge bezifferte der Twistringer die Kosten für die Anlage mit 240 000 Euro. Zwischen dem Twistringer Auftraggeber und dem Angeklagten aus Melle gibt es zivilrechtliche Auseinandersetzungen. Der Zeuge gab an, dass er den Meller von Anfang an in Verdacht hatte. Ein Gutachter habe, so der Geschädigte, jede Menge Mängel an der installierten Photovoltaikanlage festgestellt. Und: „Ich habe um meine Existenz gebangt.“

Laut Anklagevorwurf soll der Mann aus Melle dem Mitangeklagten 500 Euro versprochen haben, wenn er sich an dem Diebstahl in Binghausen beteilige.

Keine gute Figur als Zeuge machte im Gerichtssaal der Inhaber eines Bedachungsunternehmens aus Dortmund. Er soll für den Meller die Anlage in Binghausen mit installiert haben. Im Gerichtssaal gab der Zeuge an, dass ihm der Meller noch Geld für die geleisteten Arbeiten schulde. Von ihm soll der Hinweis gekommen sein, der die Angeklagten mit dem Diebstahl in Verbindung brachte.

Die Strafrichterin hielt ihm vor, dass seine Aussage vor Gericht nicht übereinstimme mit den Angaben, die er im Protokoll bei der Polizei gemacht und unter schrieben habe. Einer der Verteidiger hielt ihm vor: „Ihre Angaben waren wesentlich für das Anklageverfahren. Sie sind sich ihrer Verantwortung hier nicht bewusst.“

Seitens der Verteidigung wurde schließlich, um das Verfahren abzukürzen, eine Einstellung ohne Auflagen ins Spiel gebracht. Ohne Erfolg.

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