Umzug nach Bersenbrück

Kaplan Jan Witte der Pfarrei St. Anna verlässt Twistringen

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Freut sich, dass er noch die Einweihung des Pfarrzentrums (freier Blick durchs Fenster auf die Kirche) mitfeiern kann: Kaplan Jan Witte wird neuer Pfarrer in Bersenbrück.

Twistringen - Von Theo Wilke. Seine Diakon- und Kaplan-Jahre bleiben dem 43-Jährigen durchweg positiv in Erinnerung: Jan Witte verlässt nach zwei Jahren und vier Monaten zum 1. September die Twistringer Pfarrei St. Anna. Der Kaplan wird neuer Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft “Hasegrund” (Alfhausen, Bersenbrück, Lage/Rieste und Vörden).

„Ein ganz schöner Brocken für einen Anfänger“, sagt der gebürtige Hagener. Jan Witte wird am Sonntag, 13. August, um 11 Uhr in der St.Anna-Kirche offiziell verabschiedet. Seine Einführung in Bersenbrück ist für den 10. September vorgesehen.

Er freut sich sehr auf seine erste Pfarrstelle. „Dort werde ich nicht mehr Graswurzelarbeit betreiben, sondern auch managen, koordinieren und Strukturen schaffen, “, meint der Seelsorger, der sich selbst eher als kirchlichen Handwerker denn als Theologen sieht. Als Kaplan in Lingen drehte er mit Jugendlichen Schweineschulter durch den Fleischwolf und zeigte ihnen, wie Bratwürste produziert werden.

Ein theologischer Handwerker

„Wie Sie es möchten: Handwerker, Theologe – Sie können mich auch als theologischen Handwerker bezeichnen“, lacht der 43-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Handwerker, weil er in jungen Jahren Fleischer gelernt und seinen Meister gemacht hat. Der Betriebswirt arbeitete in einem mittelständischen Unternehmen und engagierte sich in der Hagener Kommunalpolitik. 2005 zog Witte die Reißleine, gab seinen Beruf auf und studierte sechs Jahre Theologie. 2012 wurde er vom Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode als 38-Jähriger zum Priester geweiht.

Der Spätberufene nun vor seinem Abschied aus Twistringen: „Ich merke, ich bin aus dem Bereich der Dekanatsjugendseelsorge herausgewachsen. Und ich bin kein Berufsjugendlicher. Ich habe aber weiter eine große Affinität zur Jugendarbeit“, betont der Kaplan. Die vielen Erfahrungen werden ihm als neuen Pfarrer helfen.

Besuch des Bischofs im März überzeugt Witte

Was kommt auf Jan Witte zu? Nun, eine ganze Menge an Arbeit und Verantwortung für vier Pfarreien, vier Kirchenvorstände, drei Pfarrgemeinderäte, sechs Kindergärten und zwei Altenheime. Zwei Priester unterstützen ihn, auch ein Subsidiär, ein Priester im Ruhestand. Keine Frage, sagt Witte, eine große Herausforderung.

Im März habe ihn der Bischof ausgesucht. „Innerhalb von ein bis zwei Stunden habe ich zugesagt“, erinnert sich Witte. Vorausgegangen war an einem Sonntag der Anruf von Personalreferent Ulrich Beckwermert: „Jan, du wirst Pfarrer, aber ich kann dir noch nicht sagen, wo.“ Er solle am Montagmittag nach Osnabrück kommen. „Da habe ich noch an eine Anfängerstelle gedacht.“

Am nächsten Morgen rief der Personalreferent erneut an. Der Kaplan möge sofort kommen. Und der sah sich dann dem pastoralen Koordinator der Pfarreiengemeinschaft aus Bersenbrück, Matthias Lemper, gegenüber. Der Bischof wollte wissen, ob die Chemie zwischen den beiden stimme. Das passte. Der Kaplan überlegte nicht lange.

Auch der Priester hat jemandem, dem er sich anvertraut

Was nimmt Jan Witte aus Twistringen mit? „Viele gute Erfahrungen, auch im Umgang mit Erwachsenen“, erzählt er. In erster Linie sei es ja Aufgabe, Gottesdienste zu feiern und Menschen zu beerdigen – vom Kind bis zum betagten Menschen. Aber: „Ein Kind zu beerdigen, und dann in einem so kleinen Sarg – das ist richtig krass.“ So etwas geht nicht spurlos an ihm vorüber. Um das zu verarbeiten, hat Witte einen vertrauten Menschen, mit dem er darüber sprechen kann.

Sein Wirken als Priester macht für den Hagener Sinn, weil er Menschen helfen kann, beispielsweise Angehörigen von Verstorbenen in ihrer Not und Verzweiflung Trost spenden. Aber auch die Sterbebegleitung. „Wenn etwas gelungen ist, ist es ein schönes Gefühl, etwas bewirkt zu haben.“

Für seine erste Pfarrstelle nimmt sich Witte vor, pastoral mehr auf junge Eltern zuzugehen, ihnen Angebote zu machen, auch Freizeiten für Väter und Mütter, dabei Männer im erzieherischen Bereich wahrnehmen. Schließlich: junge Menschen ernst nehmen, ihnen Chancen geben. „Das kann Kirche – manchmal streng, aber großherzig“, so der Kaplan.

In Gedanken packt Jan Witte schon seine Koffer. Sein Ziel ist das Bersenbrücker Pfarrhaus. Rund 4 000 Gläubige gibt es dort, und gut 9 500 im gesamten Bereich der Pfarreiengemeinschaft.

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