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Der Quellstein in Twistringen blitzt wieder hervor

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Von: Sabine Nölker

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Der freigelegte Quellstein.
Hübsch verziert: Der freigelegte Quellstein. © Sabine Nölker

Der Delmequell erstrahlt aufgrund einer Reinigung von fünf Frauen der Frauenunion in neuem Glanz. Sogar der Quellstein ist wieder zu sehen.

Twistringen – Dem aufmerksamen Betrachter mag nicht entgangen sein, dass der Delmequell in neuem Glanz erstrahlt. Dank fünf engagierter Frauen von der Frauenunion, die gleichzeitig der Klimaschutzgruppe „Grüne Lunge“ und dem Projekt Lebensraum Wasser angehören sowie der Ortsbürgermeisterin Anja Thiede kann man nun sogar den Quellstein sehen.

„Der Ortsrat Twistringen ist für die Reinigung der Quelle zuständig, was lange Zeit von Ehrenamtlichen ausgeführt wurde“, so Thiede. Ebenso für das Mahnmal der Synagoge. „Ich habe nun einen Plan aufgestellt, damit alle drei Monate ein Team diese Aufgabe durchführt.“

44 Kilometer von der Quelle bis zur Mündung

Der Delmequell ist keine sprudelnde Wasserquelle, weshalb man einen Quellstein gesetzt hat. Warum das so ist, erklärt Martin Lütjen vom Heimat- und Bürgerverein Twistringen so: „Die Quelle eines Tieflandbaches ist natürlicherweise ein Sumpfbereich, aus dem sich bei ehemals vorhandenem hohen Grundwasserstand Wasser sammelte, das sich irgendwo rinnsalmäßig einen Weg sucht, so auch die Delme.“ Von dieser Quelle bis zur Mündung in den Fluss Gräfte sind es 44 Kilometer. Dies zeigt auch ein Findling in unmittelbarer Nähe zur Quelle. Fließt der Fluss in Twistringen auch unterirdisch, ist er auf seinem weiteren Weg über Harpstedt nach Delmenhorst mit vielen idyllischen Plätzen versehen.

In Twistringen, dort wo die Delme unterirdisch beginnt, haben sich nun interessierte Gruppen, die Stadtverwaltung und der Ortsrat entschlossen, den Bereich zum Schutz von Natur und Landschaft nicht ständig zu räumen. Dazu gehört laut Lütjen auch, dass nicht beide Ränder gleichzeitig gemäht werden. Vielmehr soll sich auf einer Seite des Grabens die Vegetation entwickeln, um Insekten, Vögeln und Kleinsäugern Schutz-, Nahrungs- und Fortpflanzungsbereiche zu gewähren. „Die Seiten werden jährlich gewechselt“, so Lütjen weiter.

Neben Thiede und der Vorsitzenden der Frauenunion Claudia Sander, waren Birgit Hartmann, Daniela Masurenko und Katrin Schurbert das erste Team, das die Delmequelle von Unrat, Laub und Schlick befreite.

Die Helferinnen der Frauenunion
Der Delmequell erstrahlt dank diesen Helferinnen in neuem Glanz. © Sabine Nölker

Nun soll laut Sander ein Wettbewerb unter den Kitas ausgeschrieben werden. Dabei geht es um einen Todholzhaufen, der in unmittelbarer Nähe angelegt werden wird. Die Kinder sollen beschreiben – entweder mit Bildern, Zeichnungen und/oder Texten – welche Tiere hier ihren Lebensraum finden und wozu so ein Todholzhaufen eigentlich gut ist. „Die Einladungen dazu gehen in Kürze an die Kitas im Stadtgebiet raus“, so Sander weiter. Die beste Beschreibung erhält am Ende einen tollen Preis.

„Wir möchten mit solchen Aktionen der Klimaschutzgruppe schon die Jüngsten auf die Wichtigkeit der Natur hinweisen – und dass man sorgsam mit ihr umgeht“, erklärt die FU-Vorsitzende weiter. Der Landschaftspark „Obere Delme“ sei dafür, wie viele andere Orte im Stadtgebiet, geradezu prädestiniert.

„Eine neue Infotafel ist auch bereits in Planung“, berichtet die Ortsbürgermeisterin Thiede. Die „alte“ soll dann einen neuen Platz im weiteren Verlauf des Parks bekommen.

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