Eberhard Gienger berichtet beim CDU-Bürgerdialog über das Ehrenamt und regt Mentorenprogramme an

Vom Deppen zum Helden der Nation

Der frühere Kunstturner Eberhard Gienger lädt Axel Knoerig zum Fallschirmsprung ein. Foto: Martin Möhring

Twistringen - Von Martin Möhring. Positive Nachrichten zur Stärkung des Ehrenamtes überbrachten Eberhard Gienger und Axel Knoerig am Freitagabend in Twistringen beim Bürgerdialog des CDU-Stadtverbands. Die beiden befreundeten CDU-Bundestagsabgeordneten wirkten maßgeblich an der Erhöhung der Übungsleiterpauschale von 240 auf 300 Euro pro Monat mit, hieß es. „Eine klare und starke Botschaft zur Stärkung des Ehrenamtes“, sagte Knoerig in seinen einführenden Worten. „Wir sollten das Ehrenamt aber nicht nur auf den Sport reduzieren.“

Anhand von Beispielen erläuterte er die vielen gesellschaftlichen Bereiche, in denen ehrenamtliche Arbeit geleistet werde. Auf Initiative von Knoerig konnten die zahlreichen Besucher im Aktiv&Vital Fitnesscenter einen sehr gut aufgelegten ehemaligen Welt- und Olympiasieger im Reckturnen erleben.

Der 36-malige Deutsche Meister hatte eine Menge aktueller Informationen dabei, wie ganz konkret das Ehrenamt in Deutschland gestärkt werden soll. So werden mehrere Bundesprogramme zur Förderung deutlich aufgestockt und eine neue Stiftung auf Bundesebene in Neustrelitz gegründet.

Die Stiftung soll dazu beitragen, einen besseren Überblick über alle Fördermöglichkeiten und Förderprojekte in Deutschland zu bieten und die Ehrenamtlichen zu beraten.

„Wir wollen das bewährte System der Ehrenamtlichkeit in Deutschland sichern und weiter ausbauen“, so der sportpolitische Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion Gienger zur Zielrichtung der Initiative.

Das Ehrenamt bringe rund 50 Milliarden Euro jährlich als Ehrenamtsbruttosozialprodukt in Deutschland. „Unser Staat könne diese Aufgaben gar nicht alle leisten“, sagte Gienger. Die Freiwilligkeit sei ein wichtiger Grundpfeiler der Gesellschaft und Demokratie. Daher würden auch die Freiwilligendienste mit deutlich mehr Mitteln ausgestattet. Gerade der Bundesfreiwilligendienst habe sich bewährt.

Gienger regte Mentorenprogramme für Jugendliche an, um sie an diese Tätigkeiten heranzuführen, dafür zu schulen und langfristig zu unterstützen. Erste Modelle dazu gebe es bereits in einigen Bundesländern.

Früher seien die Ehrenamtlichen als „Deppen der Nation“ bezeichnet worden, heute seien sie aus seiner Sicht die „Helden der Nation“. „Ohne sie wäre unsere Zivilgesellschaft gar nicht mehr funktionsfähig“, so der Sportler des Jahres 1974.

Er selbst habe einige Ehrenämter, die ihm viel Freude bereiten und sein Leben bereichern würden.

Sorge mache er sich um die Kinder und deren sportliche Fähigkeiten. Das Problem des Übergewichtes würde immer größer werden. Hier müsse die Gesellschaft unbedingt etwas tun. „Wir brauchen die tägliche Sportstunde“, um die Gesundheit zu fördern und zu erhalten. Für sportliche Betätigung sei man nie zu alt. Man müsse nur auf eine altersgerechte Bewegung achten. Seinen Giengersalto solle man allerdings nicht mehr im Seniorenalter ausführen. Er selbst würde noch intensiv Sport treiben, dies täte ihm unheimlich gut. Besonders gerne würde er Fallschirmspringen. Zu dem Angebot Giengers, seinen Bundestagskollegen Axel Knoerig zu einem Sprung aus 4000 Metern Höhe mitzunehmen, äußerte sich Knoerig am Freitagabend nicht mehr.

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