Neuer Vintage-Laden in Heiligenloh

Den Dingen ein zweites Leben schenken

Auf der rosafarbenen Bank vor dem neuen Lädchen in Heiligenloh: Betreiberinnen Joanna Bultjer-Hillmann (v.l.) und Inge Wehmeyer-True.
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Auf der rosafarbenen Bank vor dem neuen Lädchen in Heiligenloh: Betreiberinnen Joanna Bultjer-Hillmann (v.l.) und Inge Wehmeyer-True.

In Heiligenloh gibt es ein neues Second-Hand-Geschäft: das „Lädchen“. Gebrauchte Dinge erhalten dort die Chance auf ein zweites Leben. Am 3. Oktober wird der kleine Laden offiziell der Öffentlichkeit präsentiert.

Heiligenloh – Edela Böhringer fährt mit ihren Fingern über die feinen Glieder einer Halskette. Ein Lächeln breitet sich auf dem Gesicht der Apelstedterin aus. Sie löst ihren Blick von dem Schmuckstück und schaut hoch. „Schön, oder? Hach, ich komme so gerne hier her.“

Sichtbar entzückt steht sie in dem kleinen Vintageladen in Heiligenloh, der vor Kurzem an der Alten Dorfstraße 20 eröffnet hat. Neben ihr: Betreiberinnen Inge Wehmeyer-True aus Borwede und Joanna Bultjer-Hillmann aus Twistringen. Sie wollen gebrauchten Dingen ein zweites Leben schenken.

Die Idee dazu schwirrte ihnen schon etwas länger im Kopf herum. „Es fing damit an, dass wir beide sehr viel gehortet hatten“, erzählt Inge Wehmeyer-True mit ihrer quirligen Art. Im Frühsommer dieses Jahres fassten die beiden dann den Entschluss, nach geeigneten Räumen für einen kleinen, feinen Laden zu suchen. Und plötzlich ging alles ganz schnell.

Mit Hilfe der Familie Sander landeten sie an der Alten Dorfstraße in Heiligenloh. Dort steht nun eine rosafarbene Bank vor dem Schaufenster, und über der Eingangstür hängt ein Schild mit der Aufschrift „Lädchen“. Es ist von Hand geschrieben, ebenso wie alle Etiketten in dem Vintageladen.

Etwa 50 Quadratmeter misst das Geschäft. In einem großen Schrank, der einst in einem Töpferladen an der Bahnhofstraße stand, stehen Kelchgläser, anderes Geschirr und Behältnisse. Alles für kleines Geld. Daneben baumeln an einem grün gestrichenen Regal Küchenutensilien, von denen Jüngere gar nicht mehr wissen, wozu sie mal dienten – als Deko machen sie sich auf jeden Fall gut. Mittig hängen an einem Kleiderständer Klamotten. Auch eine Kinderecke gibt’s. Darin finden Besucher unter anderem Spielzeuge und Bücher. Zur preislichen Orientierung: Die Bücher kosten zum Beispiel zwischen 1 Euro und 3,50 Euro.

„Wir haben auch festgestellt, dass Leinenhandtücher wieder gekauft werden“, erzählt Joanna Bultjer-Hillmann. Sie blickt sich um: „Das sind alles Sachen, die Geschichte haben.“ Nicht zuletzt spiele der Nachhaltigkeitsgedanke eine Rolle.

Manches ist aus Haushaltsauflösungen, anderes von Flohmärkten. Die meisten Sachen stammen direkt von Inge Wehmeyer-True und Joanna Bultjer-Hillmann. Langsam würden Leute aber auch anfangen, ihnen mit gut erhaltenen Sachspenden den Start des Second-Hand-Ladens zu erleichtern, berichten die beiden. Die Betreiberinnen nehmen nichts in Kommission.

Kundin Edela Böhringer schaut sich Geschenkverpackungen an. Inge Wehmeyer-True hat sie aus bedruckter Pappe gefaltet, die sie zum Wegschmeißen viel zu schade fand.

„Unser langfristiges Ziel ist es, einen Teil von dem, was wir überbehalten, zu spenden“, erzählt Wehmeyer-True. Sie würden gerne Projekte vor Ort unterstützen.

Für beide ist das Lädchen ein Herzensprojekt, aber nicht Hauptberuf. Inge Wehmeyer-True, 59 Jahre alt, ist Krankenschwester. Joanna Bultjer-Hillmann, 47, arbeitet als selbstständige Dolmetscherin. Sie haben sich vor einiger Zeit durch die ehrenamtliche Arbeit im Sozialen Kaufhaus kennengelernt. Ebenfalls Teil des Lädchen-Teams: Andrea Lichthorn.

Die Frauen sind in dem Geschäft immer für einen Schnack zu haben. So auch am Sonntag, 3. Oktober. Nachdem sie erst langsam mit ihrem Laden gestartet sind, wollen sie ihn dann noch einmal offiziell der Öffentlichkeit präsentieren. Von 11 bis 16.30 Uhr sind sie vor Ort.

Reguläre Öffnungszeiten: Donnerstag 10 bis 18.30 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr

Von Katharina Schmidt

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