Anwohner in die Pflicht nehmen?

Das unliebsame Unkraut – und was fehlt, ist ein Konzept dagegen

Unkraut wuchert an der B 51 in Twistringen.
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Unkraut wuchert an der B 51 in Twistringen.

Das Unkraut sprießt am Straßenrand der B 51 munter vor sich hin. An manchen Stellen hat es eine stattliche Höhe erreicht. Einige Twistringer stören sich an dem wuchernden Grün.

Doch wer soll es wegzupfen? Die Stadt, Anwohner oder lieber eine externe Firma? Der Ortsrat Twistringen fordert ein Konzept – nicht nur für die B 51, sondern für alle Straßen. Außerdem dürften demnächst die Anwohner vom Limbusch Post vom Ortsrat kriegen. Dabei geht es allerdings nicht darum, Wildwuchs zu bremsen, sondern um das Thema Verkehrsberuhigung.

Fritz Wüppenhorst sprach das Problem mit dem Unkraut am Dienstag im Ortsrat an. Er wies auf den Wildwuchs an der Bundesstraße hin. Stadtbürgermeister Jens Bley erklärte daraufhin: „Das Recht sieht vor, dass die Anwohner das zu säubern haben. Aber ich bin der Auffassung, dass man Anwohner nicht verpflichten kann, auf der B 51 herumzuturnen.“

Eine weitere Option ist, eine externe Firma zu beauftragen. In Twistringen wäre das nicht zum ersten Mal der Fall – in der Regel ist es vor dem Schützenfest soweit.

Die Wege in Wildeshausen würden regelmäßig mit einem Fahrzeug mit Kehraufsatz gereinigt, erzählte Ortsratsmitglied Silke Dubbert. Das säbele das Unkraut einfach ab. „Es ist vielleicht auf Dauer günstiger, wenn sich die Stadt einmal selbst so einen Aufsatz kauft, anstatt immer vor dem Schützenfest eine Firma zu beauftragen“, meinte sie.

Solche Arbeiten müssten auf einer Straße wie der B 51 entsprechend abgesichert werden, merkte Wüppenhorst an. Und Bley verdeutlichte: Die Stadt habe nicht genug Mitarbeiter, um sich selbst um die Reinigung der Straßenränder zu kümmern.

Nicht nur an der B 51 wächst das Unkraut. Ortsbürgermeisterin Katrin Schwarze warf ein, dass man unter den gegebenen Umständen vielleicht über den „unangenehmen Weg“ nachdenken müsse: die Anwohner stärker in die Pflicht nehmen. „Es geht nicht darum, jede Woche zu fegen“, verdeutlichte Schwarze. Wenn das Gras schon fast einen Meter hoch stehe, sei aber offensichtlich länger nichts passiert.

Letztlich beschlossen die Ortsratsmitglieder einstimmig, folgenden Antrag zu stellen: Sie wollen, dass ein Konzept zur Pflege der Straßenränder und Gossen in Twistringen ausgearbeitet wird – auch mit Blick auf eine eventuelle Bürgerbeteiligung. Ausnahmen sollten ihrer Meinung nach möglich sein, zum Beispiel für die viel befahrene B 51.

Sollten die Anwohner stärker verpflichtet werden, bleibt noch die Frage, wer das kontrolliert. Auch da gilt laut Bley: Die Stadt kann das ohne zusätzliches Personal nicht leisten.

Der Bürgermeister sprach in dem Zusammenhang von der Überlegung, Ortsratsmitglieder zu Ehrenbeamten zu ernennen. Dann könne die Stadt ihnen Aufgaben übertragen.

Anwohner vom Limbusch wollen Bodenschwellen

Die Anwohner der Straße am Limbusch ärgern sich weniger über Unkraut als über die Verkehrsteilnehmer, die sich nicht an die gebotene Schrittgeschwindigkeit auf der Spielstraße vor ihrer Haustür halten. Sie wünschen sich daher breite, gemauerte Bodenschwellen.

„Wir haben kleine Kinder. Wir haben schon Bobbycars und Roller an die Straße gestellt und ein ,Achtung Kinder!‘-Schild aufgestellt. Es hilft alles nichts“, sagte eine Anwohnerin bei der Sitzung.

„Das Problem ist, dass die Straße damals viel zu breit gebaut wurde“, schilderte Bley. „Wir können über solche Schwellen sprechen. Aber nur, wenn alle Anwohner geschlossen dahinterstehen.“ Wie berichtet, rät die Verwaltung eigentlich von Bodenschwellen ab – sie würden laut Fachleuten zu einer höheren Lärmbelastung führen und könnten ein Hindernis für Fußgänger und Radfahrer darstellen.

Die Polizei regt an, Fußgänger und Radfahrer sollten – wie es ihnen auf einer Spielstraße zusteht – die gesamte Fahrbahn nutzen und so Autofahrer zum Einhalten der Höchstgeschwindigkeit zwingen. Dieser Satz habe sie als Mutter getroffen, sagte Silke Dubbert, die auch Anliegerin ist: „Du hast nichts davon, wenn du recht hast und liegst unter dem Auto.“

Der Ortsrat will nun alle Anwohner fragen, ob sie Bodenschwellen befürworten.

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