Twistringer F-Plan auf den Prüfstand / Neue Baugebiete müssen warten

„Das ist ein ganz heißes Eisen“

An der Langen Reege in Binghausen sind zwei Wohnhäuser geplant. Im Rahmen einer Außenbereichssatzung ist das kein Problem. Am Abbenhauser Dorfrand geht Lückenbebauung nicht. Ein Bebauungsplan ist nötig. 
Foto: Theo Wilke
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An der Langen Reege in Binghausen sind zwei Wohnhäuser geplant. Im Rahmen einer Außenbereichssatzung ist das kein Problem. Am Abbenhauser Dorfrand geht Lückenbebauung nicht. Ein Bebauungsplan ist nötig.

Twistringen – Mehrere Wohnbauprojekte in der Twistringer Ortschaft Abbenhausen haben vor Kurzem im Ortsrat die Kernfrage aufgeworfen, wie viel Bauland jede Ortschaft eigentlich noch benötigt. Und: Was macht planerisch überhaupt keinen Sinn mehr? Während das Vorhaben, an der Langen Reege in Binghausen zwei neue Wohnhäuser zuzulassen, kein Problem ist, wird es ein neues Baugebiet im Bereich Zur Mühle am Abbenhauser Dorfrand so schnell nicht geben.

Denn die Stadt Twistringen stellt zurzeit alles auf den Prüfstand – aufgefordert vom Landkreis. Das heißt: Bevor die Kommune ein neues Baugebiet ausweisen darf, muss sie an anderer Stelle beziehungsweise in einer anderen Ortschaft eine entsprechende Vorratsfläche im städtischen Flächennutzungsplan (F-Plan) streichen.

Bürgermeister Jens Bley betont: „Das ist ein ganz heißes Eisen.“ Es gehe um die Frage, was in den Ortschaften überhaupt noch möglich sei. Und: „Je schneller die Einigung mit den Ortsräten klappt, desto eher sind neue Wohnbauflächen möglich. Dies geschieht nach einem festen Kriterienkatalog“, so der Bürgermeister weiter. Im Flächennutzungsplan gebe es noch Flächen, die nie Baugrundstücke werden könnten. Zunächst müsse alles raus aus dem F-Plan, um zu sehen, wo noch Flächen seien, die die Chance hätten, irgendwann einmal Bauland zu werden. Es sei nur fair, erst einmal alles rauszunehmen.

Dem stimmte Abbenhausens Ortsbürgermeister und CDU-Stadtratssprecher Bernhard Kunst ganz klar zu: „Egal, wo es ist, alles kommt jetzt auf den Prüfstand.“

Stadtplaner Christian Gelhaus erläuterte in der Sitzung des Ortsrates unter anderem, dass die Neuordnung des F-Plans seine Zeit brauche. Ausgelöst worden sei dies durch die Planung des neuen Baugebietes an der Bremer Straße und die Diskussion über kaum noch vorhandene Ausgleichsflächen auf Twistringer Stadtgebiet. Alle Ortschaften würden angefragt, wo Flächen – bislang noch für eine Wohnbebauung vorgesehen – aufgegeben werden könnten. Der Fachausschuss des Stadtrates werde sich damit beschäftigen, und danach der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss. Das ganze Prozedere wird laut Gelhaus etwas zwei Jahre dauern, vielleicht auch länger.

Dies beantwortet die Frage aus dem Ortsrat nach einem Zeitfenster für den Antrag der Kreissparkasse Syke zur Aufstellung eines B-Plans für Wohnbauflächen an der Straße Zur Mühle, südlich Abbenhausen in Richtung Harpstedter Straße. Die Bank hat Anfang 2020 die entsprechenden Flächen beiderseits der Straße erworben, insgesamt rund 1,6 Hektar. Sie befinden sich im Außenbereich und sind im F-Plan für die Landwirtschaft dargestellt. Der Ortsrat habe ein großes Interesse an einer Weiterentwicklung Abbenhausens, heißt es.

Der Ortsrat stimmt auch für den Antrag von Laurenz Meyer aus Binghausen, der die Aufstellung einer Außenbereichssatzung an der Langen Reege zwischen den Häusern Nr. 14 und 28 beantragt. Meyer möchte dort ein Einfamilienhaus und ein Mehrparteienhaus mit zwei mal drei Wohneinheiten „in einer an die Umgebung angepassten Bauweise“ errichten lassen. Noch handelt es sich um Flächen für die Landwirtschaft. Daran grenzt das Landschaftsschutzgebiet „Rote Riede“. An der Langen Reege gibt es einige Wohnhäuser. Laut Stadt spricht nichts gegen eine Lückenbebauung.

Von Theo Wilke

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