Musste er wirklich weg?

Das Ende des alten Apfelbaums

Der Baum ist weg: Renate und Peter Lux stehen an dem Fleck, wo jahrzehntelang ein Apfelbaum stand.
+
Der Baum ist weg: Renate und Peter Lux stehen an dem Fleck, wo jahrzehntelang ein Apfelbaum stand.

Abbenhausen – Viel ist nicht geblieben. Nur ein brauner Fleck Erde und ein paar Äste erinnern noch an den alten Apfelbaum, der jahrzehntelang am Üssinghäuser Weg in Abbenhausen stand. Vor Kurzem wurde er beseitigt. Laut dem Amt für regionale Landesentwicklung befand sich der Baum in einem schlechten Zustand. Peter und Renate Lux aus Abbenhausen sind da anderer Ansicht.

„Generationen von Abbenhauser Bürgern pflückten hier im Herbst Äpfel“, schildern die beiden in einem Brief an unsere Redaktion. „Er stand auf öffentlichem Grund. Von allen Bürgern akzeptiert und unangetastet. Er gehörte einfach zum Dorf.“ Weiter führen die beiden aus: „Dann kam die Flurbereinigung. Dann kam der Bagger.“ In ihrem Brief zitieren sie aus dem Lied „Mein Freund der Baum“ der deutschen Sängerin Alexandra: „Mein Freund der Baum ist tot. (...) Du wirst dich nie mehr im Winde wiegen.“

Sie haben deutliche Worte für diejenigen, die zu verantworten haben, dass es den Baum nicht mehr gibt: „Schämt euch – wenn ihr könnt.“ Sie sind überzeugt: Der Baum stand dort seit Jahrzehnten sicher, und er hätte dort auch noch viele weitere Jahre stehen können.

Peter und Renate Lux würden an der gleichen Stelle gerne wieder einen Apfelbaum pflanzen, am liebsten eine alte Sorte. Dahingehend könnten sie sich eine Zusammenarbeit mit dem Ortsrat vorstellen. Den Baum würden die beiden Abbenhauser auch spendieren.

Carsten Walter vom Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser bestätigt, dass ein Bagger den Apfelbaum im Rahmen der Flurbereinigung entfernt hat. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, verdeutlicht er. Doch ob der Baum den nächsten Herbst überhaupt noch überstanden hätte, sei zweifelhaft gewesen. „Er war beiderseits komplett beschnitten“, führt er aus. „Außerdem wurden die Wurzeln hochgepflügt.“ Dies sei keinesfalls widerrechtlich passiert. Der Baum habe nun einmal sehr nahe an der Grenze zu einer landwirtschaftlichen Fläche gestanden.

Laut Carsten Walter kommt es bei Flurbereinigungen immer mal wieder vor, dass Bäume entfernt werden. Im Gegenzug für diese und weitere Eingriffe nehme die Behörde Ausgleichsmaßnahmen vor. So tue sie zum Beispiel auf einer Fläche von 12,5 Hektar rechts und links der Delme etwas für die Natur. Insgesamt ist Walter der Meinung: Bei der Flurbereinigung kommt unter dem Strich eine Menge für die Natur raus.

Dass der Baum für Abbenhausen so eine Bedeutung hat, war neu für ihn. Er nimmt die Kritik aber zum Anlass, um zu schauen, ob es vielleicht möglich ist, in Zusammenarbeit mit der Stadt an anderer Stelle einen neuen Baum zu pflanzen. Zudem verweist er auch auf die Förderung privater Pflanzmaßnahmen. Dabei handelt es sich um ein Angebot des Amtes für Landentwicklung für Teilnehmer von Flurbereinigungsverfahren.

Von Katharina Schmidt

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu

Mann bedroht Frauen mit Schusswaffe – nach Stunden greift das SEK zu
Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde

Schwerer Zusammenprall auf der Bundesstraße 61 bei Heerde
Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück

Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück

Kater legt 250 Kilometer vom Harz nach Bassum zurück
Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag

Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag

Schärfere Corona-Regeln im Kreis Diepholz: Dies gilt ab Samstag

Kommentare