Christiane Wieczorek ist seit Mai Kita-Fachberaterin der Caritas / Wenn sie einen Job macht, dann mit Volldampf

„Ich habe Lust auf Veränderung“

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Christiane Wieczorek ist seit Anfang Mai Kita-Fachberaterin der Caritas.

Twistringen - Von Theo Wilke. „Wenn ich einen Job mache, dann mit Volldampf. Halbe Sachen machen mir keinen Spaß“, sagt Christiane Wieczorek. Die humorvolle Twistringerin hat sich nach neun Jahren als Kita-Leiterin beruflich verändert. Die 45-Jährige ist seit dem 1. Mai Caritas-Fachberaterin für 65 Kitas im Landkreis Osnabrück. Im Interview spricht Wieczorek über Abschiedstränen, herausragende Teamarbeit und die neuen Herausforderungen.

Nach etwa neun Jahren haben Sie die Kita St. Marien verlassen. Was waren Ihre Gründe, Ihre Motivation?

Christiane Wieczorek: Ich habe meine Arbeit immer gerne gemacht. Mit meinem Mann Valentin bin ich schon öfter umgezogen. Und ich wusste, dass ich mich weiter qualifizieren wollte, und ich wusste, dass die Kita-Leitung nicht die letzte Station sein würde. Ich habe Lust auf Veränderung. Ich habe mich nebenher, drei Jahre lang, an der Katholischen Hochschule in Münster zur Sozialmanagerin weitergebildet. Was ich dort gelernt habe, kann ich jetzt gut gebrauchen: Organisationsentwicklung, Personalmanagement, Marketing, Rechnungswesen, Moderne Soziale Arbeit. Ich war auch noch nicht ausgelastet (lacht).

Danach habe ich mir eine Pause gegönnt. Die Krippe war ja fertig, das Studium abgeschlossen. Das hat mir die Augen geöffnet für eine berufliche Veränderung. Als die Stelle bei der Caritas ausgeschrieben wurde, habe ich gesagt: Okay, versuch' das mal. Das passte für den Caritasverband und auch für mich.

Ist Ihnen der Wechsel auch ein bisschen schwer gefallen – weg von der Basis?

Wieczorek: Der Wechsel ist mir sehr schwer gefallen. Das ist auch nicht so einfach, wenn das Herz an der Kita und natürlich an den Kindern hängt – und am lernfreudigen und dynamischen Team, das ich hier in Twistringen hatte. So etwas kriegt man so schnell nicht wieder. Es war ein schöner Abschied, da gab es auch Tränen. Über die geschenkte Ballonfahrt habe ich mich sehr gefreut.

Welche Aufgaben haben Sie nun als Kita-Fachberaterin, und was reizt Sie daran?

Wieczorek: Mein Arbeitsplatz ist bei der Caritas in Osnabrück. Im Moment läuft noch die Einarbeitungszeit. Ich bin zuständig für 65 katholische Kindertageseinrichtungen im Landkreis Osnabrück.

Zu meinen Aufgaben gehört, die neuen rechtlichen, pädagogischen und politischen Entwicklungen sowie Qualitätsanforderungen vor Ort in den Kitas weiterzugeben. Ich berate neben den Trägern die Einrichtungsleitungen inhaltlich-pädagogisch und rechtlich, begleite sie bei neuen Prozessen, etwa bei einem Kita-Umbau, bei Personalentwicklung, Entwicklung von Dienst- und Raumplänen – und helfe dabei, bei veränderten Bedarfen neue Angebote zu entwickeln und deren Umsetzung zu begleiten. Bistum und Caritas arbeiten hier eng verzahnt.

Müssen Sie jetzt viel pendeln, oder können Sie zeitweise auch von Twistringen aus arbeiten?

Wieczorek: Ich arbeite auch von zu Hause aus. Was mich sehr freut. Der Caritasverband ist ein familienfreundlicher Arbeitgeber. Als Fachberaterin im Außendienst bin ich unterwegs von Bersenbrück im Norden bis nach Bad Iburg und Glandorf im Süden des Bistums.

Die Fahrerei stört mich nicht. Das muss man mögen. Und zu Hause ist es wie vorher auch: Wer da ist, macht, was nötig ist.

Was nehmen Sie aus Ihrer leitenden Arbeit in St. Marien mit, was werden Sie in Zukunft vermissen?

Wieczorek: Die Arbeit zunächst in St. Josef und später in der Kita St. Marien hat bei aller Herausforderung schon echt Spaß gemacht. Das sage ich aus tiefster Überzeugung. Es war schön, Kinder und ihre Familien ein Stückchen zu begleiten. Immer ein Ohr bei den Eltern zu haben, ist hilfreich. Die Kolleginnen und die Kinder werde ich vermissen. Inzwischen bin ich aber gut beschäftigt. Was ich mitnehme? Besonders die Erfahrung, viel bewegen zu können, wenn ein Team seine vielfältigen Fähigkeiten einsetzt, und dass engagierte Ehrenamtliche im Vorstand des Kita-Trägers dem Erzieherteam den Rücken stärken und ihnen Vertrauen in deren eigenverantwortliche Arbeit schenken. Und Transparenz ist immer wichtig.

Und wenn Erwachsenen der Spruch „Hier geht's ja zu wie im Kindergarten“ beim Schimpfen über die Lippen kommt, dann denke ich immer noch: Ja schön! Viele Menschen mit unterschiedlichsten Begabungen, die Spaß miteinander haben – und miteinander und voneinander lernen.

Zur Person

Christiane Wieczorek, geboren 1969 in Sögel (Emsland), verheiratet, drei Kinder, wohnhaft in Twistringen

1988: Nach Schule und Abitur Studium zur Sozialpädagogin in Münster

Ab 1992: Erziehungsberatung in Meppen tätig, ab 1995 an der Ganztagsschule in Nordhorn.

1997: Elternzeit und freiberufliche Tätigkeit.

2006-2015: Zunächst Leiterin der katholischen Kita St. Josef in Twistringen, Aufbau der ersten Kinderkrippe an der Steller Straße, Leitung unter dem Dach der Kita St. Marien in Twistringen und Marhorst.

1. Mai 2015: Wechsel zum Caritas-Fachbereich „Tageseinrichtungen für Kinder“, Osnabrück.

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