Carlos Martinez in Twistringen

Carlos Martinez im Gymnasium: Pantomime mit eigener Bibel

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Carlos Martinez (links) bekam von Lehrer Klaus Schüle und der Kulturbeauftragten Katja Bischoff nach seiner Vorstellung ein Präsent. Während der Aufführung galt Fotografierverbot.

Twistringen - Von Sabine Nölker. Die Faszination der Pantomime erlebten rund 80 Gäste am Freitagabend im Forum des Hildegard-von-Bingen-Gymnasiums. Mit Carlos Martinez trat ein Künstler auf, der so vielseitig ist, wie seine Bühnenprogramme. „Ich bin jedes Mal aufs Neue begeistert“, sagte Klaus Schüle, Lehrer am Gymnasium.

Gemeinsam mit Katja Bischoff, der Twistringer Kulturbeauftragten, war es ihm gelungen, den Künstler, ehemaligen Fabrikarbeiter und Pastor in die Stadt zu holen. „Carlos Martinez verkörpert verschiedene Charaktere auf wunderbare Weise“, so Schüle. Und auch Bischoff freute sich über den Erfolg dieser Veranstaltung.

„Ich bin ohne jede Vorstellung hierhergekommen und positiv überrascht, wie vielseitig Pantomime ist“, lobte eine Zuschauerin, die gemeinsam mit ihrer neunjährigen Tochter und ihrer Schwiegermutter den Abend genossen hatte – ein Programm für alle Generationen also. „Ich fand es einfach witzig“, strahlte die Tochter. Andere Gäste nutzten Adjektive wie „faszinierend“, „einfühlsam“, „lustig“ und „traurig“.

Vorangegangen war das Programm „Meine Bibel“. Zunächst herrschte völlige Stille und Dunkelheit. Nur der kleine Raum auf der Bühne, den Carlos Martinez für seine Geschichten benötigte, war ausgeleuchtet. Ganz in Schwarz und mit weißer Maske betrat der Pantomime die Bühne, zeigte mit den zwei Szenen „Die Garderobe“ und „Das Geschenk“ die Vielseitigkeit seiner Kunst und brachte das Publikum erstmalig zum Lachen.

Dann wurden die Anwesenden Zeuge, wie Gott den Himmel und die Erde erschuf, bevor mit „Es ist nicht gut, dass der Mann alleine sei – in der Küche“ ein weiterer lustiger Part folgte. Weiter ging es durch die Bibel, mit den Geschichten „Arche Noah“, „Abraham und Isaak“ – der wohl traurigsten Darbietung des Abends – sowie „Die drei Weisen aus dem Morgenland“, immer wieder unterbrochen durch humorvolle Passagen.

Welt der Pantomime ist „gar nicht so einfach“

„Wir fanden den Glaskasten am besten“, waren sich die Freundinnen Laura und Isabel am Ende einig. „Ich könnte nicht mal das, was uns Herr Martinez in seinem Kurzworkshop gezeigt hat“, gab Laura zu. Denn auch das gehörte am Ende zum Programm, einen kleinen Einblick in die Welt der Pantomime. „Gar nicht so einfach.“

Mit dem Psalm 23, in dem es heißt „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln…“ spielte Martinez das Lieblingspantomime-Stück seiner Mutter. „Mein Vater konnte nichts mit Pantomime anfangen“, fuhr er fort. Deshalb habe er eigens für ihn „Die Bushaltestelle“ kreiert. Dieser Part aus dem alltäglichen Leben sorgte für Unterhaltung auf hohem Niveau.

„Zwei Träume hatte ich als Kind. Schauspieler zu sein und alle Sprachen der Welt sprechen zu können“, erklärte Martinez gegen Ende. „Beide Träume habe ich mir mit der Pantomime erfüllt.“ Sprache spiele dabei keine Rolle, auch keine Requisiten. Der Pantomime ließ alleine durch seine Mimik und Gestik die Tiere auf die Arche Noah einziehen, Gott die Erde erschaffen, Adam von der verbotenen Frucht essen und eine Küche zum Schlachtfeld vor geistigen Augen der Zuschauer Wirklichkeit werden.

Als Zugabe spielte er auf Zuruf noch drei weitere biblische Figuren. Die Eva, Moses und Judas. Ein donnernder Applaus am Ende und die Gespräche mit den Gästen und Veranstaltern nach der Vorstellung waren für Martinez „ganz wichtige Momente“.

„Es gibt die Bibel, und es gibt meine Bibel. In meiner ist es erlaubt, zu lächeln“, klärt Martinez nach der Vorstellung über den Titel des Programms auf.

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