Campus-Charakter und eigene Identität

Jury entscheidet Architektenwettbewerb für Haupt- und Realschule

Blick vom Schulzentrum in Richtung Hohe Straße: der Wettbewerbssieger-Entwurf. Foto: NPC Ingenieure und Architekten aus Bremen
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Blick vom Schulzentrum in Richtung Hohe Straße: der Wettbewerbssieger-Entwurf.

Die Entscheidung der Jury fällt einstimmig aus: Die Bremer NPC Ingenieure und Architekten gewinnen den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb für die Erweiterung der Haupt- und Realschule in Twistringen. Drei neue, markante Gebäude – eigenständig, aber miteinander verzahnt – sollen zwischen Hohe Straße und Hauptschulgebäude entstehen.

Twistringen - Bei etwa 5,6  Millionen Euro an Projektierungskosten wird der Landkreis als Schulträger auch eine Mensa errichten, sofern sich die Schule für einen Ganztagsbetrieb entscheidet. Mit einer Mensa würden sich die Baukosten auf etwa 3,3 Millionen Euro belaufen, ohne auf rund 2,5  Millionen. Frühestens Ende 2020 wird mit dem Baubeginn gerechnet.

Die Jury unter Vorsitz des Architekten Harm Haslob aus Bremen hatte laut Pressemitteilung des Landkreises neun Wettbewerbsbeiträge auf dem Tisch. Im hochkarätig besetzten Preisgericht saßen neben renommierten Architekten unter anderem Landrat Cord Bockhop, die Schulleitung, Twistringens Bürgermeister Jens Bley sowie Kreistagsmitglieder. Auch von Twistringer Seite sei man sichtlich zufrieden mit dem Ergebnis, weiß Mischa Flaspöhler vom Kreisfachdienst Liegenschaften.

Der Entwurf des Siegerbüros, heißt es weiter, habe sich in der Qualität deutlich von den übrigen Bewerbern abgehoben. Um die Wertigkeit zu verdeutlichen, sei auch kein zweiter Preis vergeben worden. Auf dem dritten Platz landeten Architekten aus Frankfurt/Main sowie ein Architektur- und Urbanistik-Büro aus Saarbrücken. Eine Anerkennung gab es für ein Büro aus Kassel.

Insgesamt 75 Architekturbüros hatten sich beworben. Zehn Büros wurden ausgelost, davon reichten neun ihne Unterlagen ein. Die Vorgabe war, einen Erweiterungsbau mit sechs allgemeinen und drei Fachunterrichtsräumen sowie Differenzierungs- und Büroräumen auf insgesamt 900 Quadratmetern Nutzfläche zu entwerfen. Daneben bestand die Aufgabe darin, eine Mensa für 100  Schüler zu planen, die bei Bedarf zusätzlich errichtet werden kann.

Die Mensa könnte in einem der drei neuen Häuser, direkt am Hauptgebäude, entstehen. Flaspöhler: „Das hat den Vorteil: Jetzt ist die Schule noch im 16er-Trakt untergebracht. Wir würden erst den gesamten Neubau ohne die Mensa errrichten. Dann könnten wir den 16er-Trakt zurückbauen und bräuchten keine Container. Wenn sich die Schule dafür entscheidet, errichten wir die Mensa.“

Zum möglichen Zeitfenster: Kurzfristig sollen die Architektenentwürfe entweder in Twistringen oder im Kreishaus öffentlich vorgestellt werden. Geld für die Schulerweiterung steht zur Verfügung. In diesem Jahr noch wird der Landkreis die Planer beauftragen. Es sei etwa ein Jahr Planungszeit nötig, mit Baugenehmigung und allem. Danach würde die Bauzeit rund eineinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Mitte 2022 dürfte der Neubau fertig sein.

Im ersten Schritt werden Altbau und Turnhalle abgerissen. Laut Landkreis wahrscheinlich Ende 2020, Anfang 2021. Sollte die Stadt Twistringen die Turnhalle noch ein halbes Jahr länger nutzen wollen, ist das auch möglich.

Über den prämierten Sieger-Beitrag sagt Mischa Flaspöhler: „Der markante und eigenständige Entwurf überzeugt durch seine städtebauliche Setzung und vermittelt dabei zwischen der nachbarschaftlichen Wohnbebauung und den großmaßstäblichen Schulgebäuden. Durch seine Positionierung schafft er einen neuen Campus-Charakter, entwickelt dabei aber eine eigene Identität.“

Landrat Bockhop hat der Entwurf absolut überzeugt. Durch den Erweiterungsbau entwickele sich der Standort Twistringen einmalig weiter und biete neben der Mensa-Option auch multifunktionale Nutzungsmöglichkeiten über den Schulbetrieb hinaus.

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