„AfD-Zuwachs tut schon weh“

Eine Wahlnachlese der Twistringer Parteien

Twistringen - Von Theo Wilke. Knapp drei Wochen vor der Landtagswahl äußern sich Twistringer Parteien auch besorgt nach der Bundestagswahl am Sonntag. „Die Stimmung ist zweigeteilt“, meint CDU-Stadtrats-Sprecher Bernhard Kunst.

Axel Knoerig habe sich deutlich durchgesetzt. Allerdings büßte die CDU rund sieben Prozentpunkte ein. Und die, so Kunst, habe man nicht nur an FDP oder Grüne verloren. Dass die AfD so zugelegt habe, „tut schon weh“.

„Das Wahlergebnis ist sehr gut. Wir können zufrieden sein. Auf Bundesebene ist es schon eine Enttäuschung, und unsere Spitzenpolitiker müssen klare Signale setzen, dass dieses Ergebnis verstanden wurde“, meint derCDU-Stadtverbandsvorsitzende Frank Hömer. Eine Koalition mit den Grünen sei für ihn nur schwer vorstellbar, nachdem sie „in Niedersachsen mit Minister Meier viel Bockmist gebaut haben“. Nun müssten die etablierten Parteien in Niedersachsen alles daran setzen, dass sie dem rechten Flügel keinen Platz im Landtag bieten.

„Mich hat nix überrascht. Ich habe damit gerechnet“, sagt Friedrich Nordmann, für die SPD im Stadtrat. „Unser Kandidat Tevfik Özkan ist nicht angekommen.“ Auch Sozialdemokraten hätten aus Protest wohl die AfD gewählt.

Für Bündnis 90/Die Grünen ist die Wahl mit rund acht Prozent gut gelaufen. „Wir freuen uns über den Stimmenzuwachs“, so Fraktionsvorsitzender Hermann Niederwestberg. Im Vergleich zu anderen Kommunen habe die AfD hier noch nicht so stark gewonnen. Trotzdem sei das Abschneiden bedenklich. Niederwestberg: „Das Ergebnis vom Sonntag zeigt, wenn es überhaupt vergleichbar ist: Wir machen hier einen guten Job.“

Die Linke ist zufrieden mit ihrem Abschneiden in Twistringen. „Wir sind im Aufwärtstrend“, freut sich Ulrike Lampa-Aufderheide, Sprecherin für Die Linke im Landkreis. Ihre Partei werde bis zur Landtagswahl noch einen Zahn zulegen, um noch mehr Menschen zu überzeugen. Hausbesuche seien geplant, ebenso eine größere öffentliche Veranstaltung, vielleicht in Twistringen. „Die Gesundheit geht den Bach runter, es herrscht Pflegenotstand, es gibt keine Geburtsstation mehr“, so Lampa-Aufderheide zu einem Problem.

Von der FDP war gestern keine Stellungnahme zu bekommen.

Rubriklistenbild: © dpa

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