Aussicht auf Fördergelder

Bürgerbeteiligung: Ideen für den Centralplatz in Twistringen

Der Centralplatz in Twistringen. Kinder spielen an einer Kletterwand. Im Vordergrund ist eine Sitzbank.
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Der Centralplatz in Twistringen. Bürger wünschen sich unter anderem mehr Spielgeräte und Sitzmöglichkeiten.

Die Stadt Twistringen hat eine Bürgerbeteiligung gestartet. Das Motto lautet: „Wir gestalten gemeinsam unseren Centralplatz“. Fördergelder können wahrscheinlich dabei helfen, Ideen zu verwirklichen.

Twistringen – Wie soll sich der Centralplatz in Twistringen entwickeln? Bei dieser Frage holen Politik und Stadt die Bevölkerung mit ins Boot. Im Zuge einer Bürgerbeteiligung hat jeder bis Ende Oktober die Möglichkeit, sich einzubringen. Kaum hatte die Stadt am Mittwochabend zur Teilnahme aufgerufen, kamen die Twistringer mit zahlreichen Ideen um die Ecke.

Ein Wasserspielplatz, neue Sitzgelegenheiten, Outdoor-Fitnessgeräte oder mehr Platz für Kultur – die Anregungen gehen in verschiedene Richtungen. Eines haben alle gemeinsam: Sie kosten Geld. Zwecks Finanzierung hat sich die Stadt bei dem Förderprogramm „Perspektive Innenstadt“ beworben. Niedersachsen unterstützt dabei Kommunen mit insgesamt 117 Millionen Euro aus EU-Corona-Hilfen. Twistringen wurden 345 000 Euro in Aussicht gestellt.

Bürgermeister Jens Bley erklärt: „Ziel des Fördergebers ist es, dass wir wieder mehr Leben in unsere Innenstadt bekommen und damit die Pandemie, die uns doch arg getroffen hat, ein wenig hinter uns lassen können. Gleichzeitig sollen dadurch die Gastronomen und der Einzelhandel gestärkt werden.“

Die Fördersumme soll laut Bley in drei Projekte fließen. Der Centralplatz ist eines davon. „Einen weiteren Teil möchten wir dafür einsetzen, einen digitalen Marktplatz und digitale Standortgutscheine zu entwickeln“, führt der Bürgermeister aus. Mit dem letzten Teil würde die Stadt gerne das Abstellen abschließbare Fahrrad-Boxen ermöglichen, ganz im Sinne klimaneutraler Mobilität. Bevor Twistringen das Geld bekommt, müssen die Projekte genehmigt werden.

Die Bürgerbeteiligung läuft vor dem Hintergrund, dass die Politik in Twistringen kürzlich entschieden hat, die Einwohner stärker einzubinden – „was ich persönlich als sehr wichtig und gut empfinde“, so Bley.

Über eine Onlineplattform kann nun jeder Ideen mitteilen, diskutieren oder mit einem Klick auf einen Herzchen-Button für gut befinden.

Jeder Vorschlag sei willkommen, betont Bley. „Wir werden dann letztendlich die Vorschläge annehmen, für uns bewerten und diese dann wiederum der Politik vorlegen. Daraus entwickeln wir einen Handlungsleitfaden.“ Was der Bürgermeister von vornherein sagt: Ein Parkdeck wird’s wohl eher nicht. Twistringen habe einen sehr schönen Centralplatz. Es gehe darum, ihn „noch besser zu machen, als er schon ist.“

Laut den ersten Nutzern der Onlineplattform könnte das zum Beispiel durch Spielgeräte gelingen. So wünscht sich jemand „einen Kinderspielplatz mit vielen verschiedenen Möglichkeiten zum Klettern, Buddeln und Toben.“ Es ist nicht der einzige Eintrag dieser Art. Vorgeschlagen werden unter anderem auch ein Holzschiff oder Babyschaukeln. Manche wünschen sich aufgrund der Nähe zur B51 einen kleinen Zaun zum Schutz der Kinder. Andere befürchten, so etwas sähe aus wie ein Käfig.

Apropos B 51: Einige Teilnehmer der Bürgerbeteiligung fänden einen Lärmschutz toll, vielleicht in Form von Büschen oder künstlerischen Elementen. Ein anderer Vorschlag lautet: „Insektenfreundliche Beete anlegen, die den Bereich optisch aufwerten und der Natur in diesem stark durch Bebauung versiegelten Bereich etwas zurückgeben.“

Weitere Ideen: Mehr Events, öffentliche Toiletten, Möglichkeiten zum Babywickeln, ein Rad- und Fußgängersystem, ein Parkleitsystem, die Erweiterung der Fahrrad-Luft-Tankstelle um Werkzeug zu einer Reparaturstation, eine E-Bike-Ladestation, Autoladestation, Schläuche und Kabel unterirdisch verlegen, eine überdachte Fläche mit Sitzmöglichkeiten, eine offene Bühne und ein Beleuchtungskonzept für mehr Flair in den Abendstunden.

Der Abstimmungszeitraum endet am 31. Oktober. Hier gehts zur Onlineplattform.

Perspektive Innenstadt: Das Förderprogramm

207 Städte und Gemeinden haben sich für das Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ beworben. Laut einer Mitteilung des Landes Niedersachsen haben alle einen positiven Bescheid bekommen. Die Budgets sind nach Einwohnerzahl gestaffelt und liegen zwischen 345 000 und 1,8 Millionen Euro pro Kommune. Die Projekte, die damit realisiert werden, müssen bis März 2023 abgeschlossen sein. Das Geld stammt aus der EU-Aufbauhilfe REACT EU (Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe) im Rahmen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. „Perspektive Innenstadt“ soll Folgen der Pandemie abfedern, aber zum Beispiel auch Klimaschutz und Digitalisierung vorantreiben. 

Von Katharina Schmidt

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