Paten finanzieren Fläche

Brüder starten „Meine Blumenwiese“ gegen das Bienensterben

Rainer Beckmann mit Jörg Schuster, Christian Wiese und Jan-Philipp Meyer (v.l.), die das Projekt großzügig unterstützen. Foto: werkhalle51
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Rainer Beckmann mit Jörg Schuster, Christian Wiese und Jan-Philipp Meyer (v.l.), die das Projekt großzügig unterstützen. 

Zwei Brüdern aus Twistringen kommt auf der Fahrt zum Onkel in Herne die Idee, nicht nur zu reden, sondern zu handeln: Rainer und Thomas Beckmann starten die Patenaktion „Meine Blumenwiese“ gegen das Bienensterben. Sie stellen einen 4.500 Hektar großen Acker in der Twistringer Ortschaft Stelle zur Verfügung. Mehr als die Hälfte des Areals haben inzwischen Paten übernommen.

Twistringen – Die ersten zarten Pflänzchen recken sich schon aus dem Erdreich. Der Acker von Landwirt Thomas Beckmann an der Steller Straße soll im Sommer zu einer wunderschönen Blumenwiese werden. Die Aktion „Meine Blumenwiese“ hat der Scharrendorfer mit seinem Bruder Rainer nach Ostern im Internet gestartet.

„Wir haben erst nur so geflachst, aber dann überlegt und uns entschlossen: Wir müssen was gegen das Bienensterben tun“, erinnert sich der Landwirt. „Wir haben an früher gedacht, als es noch viele Insekten, auch Bienen, gab“, fügt Rainer Beckmann hinzu. Der Software-Entwickler aus Stelle und der Landwirt aus Scharrendorf haben sich dann schlaugemacht und die Patenaktion auf die Beine gestellt. Dass die beiden zuerst einige bürokratische Hürden überwinden, auch die Fläche anmelden und die Internetseite aufbauen mussten, hätten sie nicht gedacht.

Nach dem Start Mitte April sind auf der Ackerfläche zwischen Burheide/Grünerweg und Bahnlinie zurzeit noch knapp 1.800 von 4.500  Quadratmetern frei.

Nun sind Thomas (52) und Rainer (47) richtig begeistert, dass die Aktion erfolgreich angelaufen ist. Fast 50  Paten stehen bereits auf Förderliste, haben für den Quadratmeter Blumenwiese gestaffelt gezahlt: 1,50  Euro für bis zu 19 qm, 1,00 Euro für bis zu 99, 0,50 Euro für bis zu 999 und darüber hinaus 0,25 Euro. Mindestbeteiligung: zehn Quadratmeter.

Wir haben erst nur so geflachst, aber dann überlegt und uns entschlossen: Wir müssen was gegen das Bienensterben tun. Landwirt Thomas Beckmann stellt den Acker zur Verfügung.

Auf der Spenderliste stehen nicht nur private Paten. „Für die fleißigen Bienchen“ hat der Firmenverbund werkhalle51 1000  Quadratmeter gespendet. Familie Diephaus, Buschmann Energietechnik, die Familien Buschmann und Harms, die städtische Agenda-Gruppe Stadtentwicklung und Landschaftswege übernehmen jeweils 100 qm. Weitere Paten zeichnen für unterschiedliche Flächengrößen.

Von dem Erlös wird das spezielle Saatgut finanziert. „Das Saatgut ist besonders für Bienen geeignet. Beim Anbau werden keine chemischen Mittel verwendet“, erklärt Rainer Beckmann. Gemeinsam mit dem Laves-Institut für Bienenkunde Celle und dem Landesverband Hannoverscher Imker sei diese Mischung entwickelt worden.

Bruder Thomas ergänzt: Die vielfältige Artenzusammensetzung bewirke einen möglichst weiten Blühzeitraum. Eingesät habe er unter anderem Alexandrinerklee, Sonnenblumen, Perserklee, Phacelia und Malve. Durch die späte Aussaat rücke die Blüte noch etwas weiter in die trachtarmen Sommermonate hinein – zusätzliche Nahrung für Bienen.

Was haben Landwirte davon? Der 52-Jährige spontan: „Ein gutes Image!“ Und sein Bruder meint, dass der Eigentümer am Ende kostenmäßig so „Plus-Minus-Null“ aus der Sache komme. „Landwirte können auch kleinere Flächen anbieten, wenn es genügend Unterstützer gibt. Wir stellen Werbematerial und Saatgut zur Verfügung“, betont Rainer Beckmann.

Die Brüder suchen bereits für 2020 Partner, um in Zukunft auch an anderen Stellen für Blumenwiesen zu sorgen „Viele Landwirte stellen heute schon Flächen etwa für Blühstreifen zur Verfügung. Dies ist aber leider nur sehr begrenzt möglich, da sie letztendlich unternehmerisch denken müssen“, so Rainer Beckmann. Viele Naturfreunde würden gerne einen Beitrag leisten, damit mehr blühende Flächen für Bienen entstehen. Die Aktion „Meine Blumenwiese“ solle Landwirte und Umweltfreunde zusammenbringen – und das ohne Gewinnorientierung.

Mehr Infos

www.meine-blumenwiese.com

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