Tausende Zuschauer beim Trecker-Treck

Breite „Schlappen“ von Vorteil

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Auch die Oldies waren am Start. Hier ein Lanz-Trecker, der offensichtlich noch technischer Optimierung bedurfte. 

Twistringen - Rennatmosphäre pur herrschte am Wochenende beim Trecker-Treck auf Berni’s Möhrenhof am Krümpel. Zum sechsten Mal ging das Kräftemessen betagter und hochmoderner Ackerboliden auf der Twistringer Dirt-Track-Racingstrecke über die Bühne und brachte erneut einen Rekord in Sachen Teilnehmer und Zuschauer mit sich.

„Diese Form des Motorsports hat ihren Ursprung in den USA, wobei es hier nicht wie sonst üblich um Höchstgeschwindigkeit, sondern um Zugkraft geht“, erklärt Veranstalter Bernhard „Berni“ Diephaus. „Die Traktoren ziehen eine Last in Form eines Bremswagens. Durch die Verlagerung des Gewichtsschwerpunkts darauf wird dem Schleppfahrzeug immer mehr Leistung abgefordert. Bis zum Zeitpunkt der Kapitulation des Motors, sprich: bis er stehen bleibt. Sieger ist derjenige, der die längste Distanz hinter sich bringt.“

In 21 Gewichtsklassen von zwei bis achteinhalb Tonnen gingen die Schlepper an den Start. 210 Rennläufe absolvierten die mehr als 100 Fahrer aus dem gesamten norddeutschen Raum.

In drei Kategorien: in der Oldtimerfraktion, die sich mit ihren längst pensionierten Ackerrössern – Lanz, Deutz, Hanomag & Co. – dem Vergleich stellte. Dann gingen die modernen Schlepper auf die Piste. Die dritte Fraktion bildeten die Semi-Profis. Sie hatten ihre Traktoren speziell zu dragsterartigen Pullingfahrzeugen aufgerüstet. Schmale Vorderreifen, Motortuning, Spezialbereifung sowie eine exakte Ausbalancierung des Fahrzeuggewichts waren die Mittel zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die Leistung des Motors war nur ein Faktor. „Vor allem Traktion ist wichtig, die Reifen müssen die Power auch auf die unbefestigte Strecke bringen“, so Berni Diephaus. „Wer da breite Schlappen hinten aufgezogen hat, ist im Vorteil. Erst recht mit Allradantrieb. Doch der Hauptverantwortliche für den Erfolg oder Misserfolg ist der Fahrer selbst. Entscheidend ist sein sensibler Umgang mit dem Gas- und dem Kupplungspedal.“

Mit dem Senken der Startflagge war Vollgas angesagt, was gemeinhin mit dem lauten Aufbrüllen der Dieselaggregate und einer dunklen Abgaswolke einherging. Eine Distanz von 80 Metern war zu überwinden. Dem entgegen trat der Operator auf dem Bremswagen, der stufenweise das Zuggewicht erhöhte. In der Folge büßten die Ackerboliden an Geschwindigkeit ein, je näher die Ziellinie kam. Auf einer großdimensionierten Digitalanzeige wurde die aktuell absolvierte Strecke auf den Meter genau angezeigt. Gnadenlos. Irgendwann erreichte jeder Schlepper den Punkt, an dem den Pferdchen unter der Haube die Puste ausging.

Trecker-Treck in Twistringen

 © Ulf Kaack
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 © Ulf Kaa ck
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Mehrere tausend Zuschauer waren angereist, um das Spektakel mitzuerleben. Eine Riesenshow, begleitet von Szenenapplaus, immer dann, wenn die Schlepper beim Antritt schwarze Rauchwolken abbliesen wie ein Zigarre qualmender Pottwal. Oder der Bremswagen die Überhand gewann und der Bolide den Dienst mit einer steil in den Himmel aufgestellten Vorderachse quittierte.

Der Veranstalter hatte rund um das Rennszenario so einiges für seine Gäste auf die Beine gestellt. Spannend war der freie Blick ins Fahrerlager. Die Gäste waren ganz nah dran an den Piloten und den Boliden. Dieselgespräche inklusive.

Für die Kinder gab es ein spezielles Programm mit einer Hüpfburg, Toben im Strohhaufen und einem Sandspielplatz. Wer wollte, der kam auch in den Genuss einer Treckerrundfahrt über das Rennareal.

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