Brass Guys begeistern im Rathaus Twistringen mit breitem Musik-Spektrum

Blech noch mal ganz anders

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Die Brass Guys überzeugen im Twistringer Rathaus: (v.l.) Harald Krebs, Markus Fischer, Christophe Szykulla, Uwe Jung, Marshall Lamohr und Peter Sugar.

Twistringen - Von Udo Scholz. Die landläufige Redensart „Was nix kostet, ist auch nix!“ widerlegten die Brass Guys am Sonntagabend mit ihrem diesjährigen Tourneeabschluss im Ratssaal des Twistringer Rathauses auf ihre eigene, unnachahmliche Art und Weise.

Bei freiem Eintritt lösten sie ihr Vorjahresversprechen ein und gastierten in langjähriger Verbundenheit zum Twistringer Blasorchester und dessen 1. Vorsitzenden Frank Maruschewski erneut in der Delmestadt.

Geprägt von ihrer Liebe zur Musik und der freundschaftlichen Harmonie auf und neben der Bühne präsentierten Harald Krebs, Peter Sugar, Marshall Lamohr, Markus Fischer, Christophe Szykulla und Uwe Jung erneut ein Konzert der Extraklasse.

Dass der Ratssaal eine völlig andere Atmosphäre bot als die Diele des Strohmuseums tat weder der Spielfreude der Brass Guys noch der Begeisterung der etwa 60 Gäste einen Abbruch. Wie Krebs in seiner Moderation herausstellte, seien andere Bands vielleicht professioneller und besser. Dafür seien die Brass Guys aber vielseitiger und vor allem noch besser eingespielt als im vergangenen Jahr, unterstrich er stolz.

Dabei betonte Krebs, dass keines ihrer Konzerte einem anderen gleiche. Während bei ihren Auftritten in Kirchen Bremens und Oldenburgs klassische Stücke im Mittelpunkt standen, boten sie am Sonntag ein breites Spektrum aus Swing, Dixieland, Ragtime und Volksmusik. So umfasste das abwechslungsreiche, unterhaltsame Programm unter anderem weltbekannte Stücke wie Michael Jacksons „I Just Can’t Stop Loving You“, „New York, New York“, „As Time Goes By“ aus dem Film „Casablanca“ sowie ein Glenn-Miller-Medley, wobei Krebs feststellte, dass niemand so recht erklären könne, warum die Brass Guys zehn Jahre gebraucht hatten, um Glenn Miller zu spielen.

Die perfekte und präzise Darbietung des Repertoires im Wechsel von flotten und gefühlvollen Stücken zog das Publikum in ihren Bann. Besondere Begeisterung riefen ein spezielles Arrangement von „Amazing Grace“ sowie die – für eine Brass-Band eher ungewöhnlichen – exzellenten Alphorn-Soli Markus Fischers hervor. Lang anhaltendes rhythmisches Klatschen forderte schließlich einige Zugaben heraus und zeugte vom Erfolg eines außergewöhnlichen Konzertabends, der schließlich mit Brahms „Guten Abend, gut‘ Nacht“ stimmungsvoll ausklang. Als weiterer beredter Beleg der Anerkennung des Publikums stellte sich ein ansehnlich gefüllter Sektkübel heraus, nachdem Krebs‘ Bitte um freiwillige Gaben auf fruchtbaren Boden gefallen war.

Wie gewohnt forderten die Brass Guys die Gäste zum Mitwirken heraus, indem einige Fragen zur Band beantwortet werden sollten. Wie der Zufall es wollte, konnte die Mutter des1. Vorsitzenden des Twistringer Blasorchesters, Maria Maruschewski, von Harald Krebs die ausgelobte CD entgegennehmen. Dass sich Twistringen zum wiederholten Male als gutes Pflaster für die Brass Guys erwies, ließ sich sowohl den Reaktionen des Publikums als auch den Äußerungen der Musiker entnehmen, die eindeutig darauf schließen lassen, dass weitere Konzerte erwartet werden können.

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